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Veh und der FC: Fällt die Entscheidung in drei Wochen?


Bleibt Armin Veh über die laufende Saison hinaus Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln oder nimmt der 58-Jährige im Sommer 2020 selbstbestimmt seinen Hut? Die Entscheidung über die Zukunft des Kölner Sportchefs könnte schon in drei Wochen fallen, wenn die richtungsweisenden Spiele gegen Mainz, Düsseldorf, Saarbrücken und Hoffenheim hinter dem FC liegen.

Köln – Dass Armin Veh ein selbstbestimmender Mensch ist, hat der ehemalige Trainer und heutige Manager schon häufiger erklärt und in seiner Trainerkarriere auch schon häufiger vorgemacht. Ein-Jahres-Verträge waren beim Trainer Veh die Regel, ein längeres Engagement hätte es nur in anderer Position gegeben – wie im Vorstand bei Eintracht Frankfurt (Veh galt einst als aussichtsreicher Kandidat) oder nun beim FC.

Seinen Vertrag beim 1. FC Köln über zweieinhalb Jahre von Dezember 2017 bis Juni 2020 wird Veh erfüllen, sofern der neue Vorstand um Dr. Werner Wolf den 58-Jährigen lässt. Dies hängt wohl an der Entscheidung, die nun kurz bevor steht: Verlängert der Geschäftsführer bei den Geissböcken oder entscheidet sich Veh für einen anderen Weg? Im letzteren Fall könnte das Präsidium zu dem Schluss kommen, dass man Veh vorzeitig seiner Aufgabe entbinden müsse, um einen Nachfolger zu installieren, der genügend Zeit hätte, um die Saison 2020/21 zu planen. Bei Sky erklärte Veh am Montagabend, er erwäge eine Pause vom Fußballgeschäft. Ein Bekenntnis zum FC vermied er. Am Geißbockheim heißt es, Veh habe seine Entscheidung bereits getroffen, diese dem neuen Vorstand aber noch nicht mitgeteilt.

Veh baut sich seinen FC – Vorstand rollt Roten Teppich aus

Wie diese Entscheidung aussieht, darüber kann nun trefflich spekuliert werden. Vehs Aussagen bei Sky deuten eher auf einen Abschied hin. Andererseits hat der 58-Jährige in den letzten Monaten nahezu ungestört schalten und walten können, war in dem halben Jahr des Machtvakuums im Vorstand gemeinsam mit Co-Geschäftsführer Alexander Wehrle der starke Mann am Geißbockheim. Veh baute sich den sportlichen Bereich nach seinen Vorstellungen komplett um, holte neben seiner rechten Hand Frank Aehlig einen neuen Chefscout, wählte das neue Trainerteam aus, installierte einen neuen Teambetreuer, holte einen Kaderplaner für die U21, veränderte das Team um Physio Klaus Maierstein und besetzte auch Positionen auf der Geschäftsstelle inklusive der Assistenz der Geschäftsführung neu. Eigentlich müsste Veh beim FC nun alles so vorfinden, wie er es sich wünscht.

Dennoch schwangen beim 58-Jährigen am Montag Zweifel an seiner Zukunft beim FC mit. Dabei hat der neue Vorstand dem einstigen Bundesliga-Trainer den Roten Teppich ausgerollt. Präsident Wolf war nach seinem Amtsantritt öffentlich vorgeprescht und hatte erklärt, man wolle unbedingt mit Veh verlängern und für Kontinuität beim FC sorgen. Darüber hinaus hatte das Präsidium in den Gremien aufgeräumt, die Anzahl der Mitredenden deutlich reduziert und auch damit ein Signal an Veh gesendet, dass man die Botschaft des Geschäftsführers verstanden habe, die aufgeblähten Gremien verschlanken zu müssen. Ob sich Veh tatsächlich daran stößt, dass sich der Vorstand in Sportfragen von Erich Rutemöller und Jörg Jakobs beraten lässt, ist zwar denkbar. Eine solche Beratungsfunktion ist in vielen Wirtschaftsunternehmen jedoch üblich und kein ungewöhnlicher Vorgang.

Fällt die Entscheidung in der Länderspielpause im November?

Beim FC kommt die Diskussion um die Zukunft von Armin Veh nicht überraschend, jedoch zur Unzeit. Nach dem so wichtigen zweiten Saisonsieg stehen die Geissböcke vor wegweisenden Wochen, auf die nun eigentlich alle Konzentration gelegt werden muss. Die kommenden Gegner in der Bundesliga heißen Mainz (Tabellen-17.), Düsseldorf (13.) und Hoffenheim (11.). Dazwischen fällt das Pokalspiel beim 1. FC Saarbrücken. Im Anschluss an diese vier Pflichtspiele wird der FC wissen, wo er steht. Dann, ab dem 9. November, beginnt die nächste Länderspielpause, und der FC wird ein erstes Fazit der bisherigen Saison ziehen. Fällt dann die Entscheidung über Vehs Zukunft? Bis Weihnachten werde man die Gespräche geführt haben, hieß es noch vor wenigen Wochen von beiden Seiten. Nach den jüngsten Äußerungen Vehs dürfte es nun aber nicht mehr so lange dauern. Denn niemand beim FC dürfte ein Interesse daran haben, dass die Diskussion um eine so wichtige Personalie noch zwei Monate weiter schwelt.

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