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Wieder Schlüsselspieler? Schaub muss noch drauflegen

Louis Schaub war zweifelsohne einer der strahlenden Figuren der Zweitliga-Saison des 1. FC Köln. Doch schon in der Rückrunde bekam der Österreicher Probleme und wirkte nicht mehr so konstant wie in einer überragenden Hinrunde. Nach Startschwierigkeiten unter Achim Beierlorzer meldete sich der 24-Jährige nun auf Schalke zurück. Findet Schaub nun seine Rolle, könnte er zu einem Schlüsselspieler für den FC werden.

Köln – Den Bundesliga-Auftakt in Wolfsburg verpasste Schaub mit Sprunggelenksproblemen, anschließend saß Schaub dreimal 90 Minuten auf der Bank und kam dreimal jeweils von Beginn an zum Einsatz. Eine Bilanz, die sich der Österreicher vor der Saison anders vorgestellt hatte. Nach seinem Tor in der ersten Runde im DFB-Pokal in Wiesbaden hätte sich der damals eingewechselte Offensivspieler mehr Spielzeiten erhofft.

Vor der Länderspielpause bekam Schaub dann aber doch wieder eine Chance, durfte auf der Zehn im 4-2-3-1 hinter Simon Terodde ran und zeigte eine engagierte, nicht immer glückliche, aber auffällige Partie, die in einigen kurzen Momenten an die Brillanz erinnerte, die Schaub insbesondere in den ersten 17 Spielen der Zweiten Liga gezeigt hatte. Zwei Tore und neun Vorlagen hatte Schaub in der Hinrunde der letzten Saison auf seinem Konto anhäufen können. Sportchef Armin Veh sprach offen über Schaub als „Das ist kein Zweitliga-Spieler“. Doch dann kam im Winter ein Knochenödem und es folgten nur noch vier weitere Assists und ein Treffer in der Rückrunde, in der Schaub nicht mehr dauerhafter Stammspieler war.

Ich fühle mich im Zentrum sehr wohl

Diesen leichten Leistungsknick hat der Linksfuß im Sommer unter dem neuen Trainerteam nicht gänzlich überwinden können. Schaub spielte in der Vorbereitung mal rechts, mal als zweite Spitze, und wirkte nie, als löse sich der Knoten. Mit der Verletzung, sagte Schaub nun, habe es nichts mehr zu tun. „Das habe ich überwunden.“ Dennoch konnte er seine Freude über den Startelf-Einsatz auf Schalke nicht verbergen. „Ich war froh, wieder die Chance bekommen zu haben und hoffe, dass ich weiter meine Einsätze bekommen wäre“, sagte der österreichische Nationalspieler am Dienstag am Geißbockheim.

Nach dem wichtigen Punktgewinn auf Schalke soll am Sonntag gegen den SC Paderborn der erste Heimsieg der Saison her. Gegen das Team von Steffen Baumgart sah der FC in der vergangenen Saison zweimal schlecht aus. Das hat Schaub noch in Erinnerung. „Die laufen 90 Minuten Vollgas durch und setzen den Gegner immer unter Druck. Da müssen wir die Ruhe bewahren und den Ball in unseren Reihen behalten.“ Genau für letztere Aufgabe, das saubere Passspiel und den Ballbesitz, scheint Schaub wie gemacht. Auf Schalke setzte er in den starken Ballbesitzphasen des FC Akzente. Der 24-Jährige weiß sich aus Drucksituationen spielerisch zu befreien. Zudem kam ihm die Verschiebung von der rechten Außenbahn ins Zentrum auf die Zehn zugute. „Ich fühle mich im Zentrum sehr wohl, habe dort mehr Freiheiten als über die Außen.“

Ich bin ein kritikfähiger Spieler

Kein Wunder, dass das 4-2-3-1 auch am Sonntag wieder die erste Option im Vergleich zum 4-4-2 zu sein scheint. Mit Schaub hinter einer alleinigen Spitze, auch, weil der Österreicher überraschende Momente heraufbeschwören kann. „Ich war mir Louis auf Schalke zufrieden. Er hatte tolle Aktionen“, fand Trainer Achim Beierlorzer lobende Worte. „Wenn er das jetzt über die 90 Minuten häufiger hinbekommt, kann er uns richtig helfen.“ Zweifelsohne könnte Schaub ein Schlüsselspieler für den FC werden. Mit seinem starken linken Fuß bei Schüssen aus der zweiten Reihe, bei Standards und vor allem für Vorlagen auf seine Nebenleute: Schaubs Offensivpotential bringen wenige andere FC-Profis mit.

Jedoch hatte sich Schaub nach dem Spiel gegen Mönchengladbach vom Trainerteam einen Rüffel für dessen Defensivarbeit abholen müssen. Beierlorzer war nicht zufrieden mit der Rückwärtsbewegung seines Schützlings und ließ Schaub daraufhin zwei Spiele auf der Bank schmoren. Weil es aber auch ohne Schaub nicht besser wurde, durfte er gegen Schalke wieder ran – und machte es besser. „Louis hat es auf dieser Position defensiv gut gemacht“, sagte Beierlorzer über seinen Zehner. „Es geht darum, dass die Spieler sich gegenseitig helfen können und die Abstände halten können.“ Schaub scheint verstanden zu haben. „Der Trainer hat mir nach dem Spiel gegen Gladbach gesagt, dass ich mich da verbessern muss. Ich bin ein kritikfähiger Spieler und versuche das umzusetzen.“ Nächste Chance: gegen Paderborn am Sonntag.

8 Kommentare
  1. Anti Raute says:

    Ja, Louis Schaub ist ein Fan Liebling, das liest man in allen Foren so. Ich bestreite auch nicht, dass er ein guter Techniker ist, aber er hat auch Schwächen im Defensiv verhalten und leider auch im Laufspiel, was gegen Paderborn nicht gut ist. Dass Schaub in die Mitte gehört und nicht auf den Flügel, sehe ich auch so, aber es ist zentral wenig Platz, es sei denn man spielt ohne klassischen Aussen. Drexler sofern fit, kann man dann auf aussen spielen lassen (links) und ich würde Cordoba auf rechts aussen stellen, dann wäre in der Mitte Platz für Schaub auf der 10. Vertraete und Skhiri als Absicherung dahinter, das könnte auch passen. Hector wieder auf LV, 2 IV und Easy RV. Sollten wir es dann noch schaffen wenigstens nicht weniger zu laufen als Paderborn, dann sollten wir das wichtige Spiel gewinnen. Je nachdem wie gut unsere Chancenverwertung ist, auch deutlich. Paderborn muss auch auf Sieg spielen, das könnte uns sehr gelegen kommen. Ich tippe auf ein 3:1 für uns.

  2. Gerd Mrosk says:

    Das ist für mich schon langsam die Kardinalfrage der vllt ganzen Saison.Wie können wir unsere besten Spieler in den Systemen einsetzen?Gegen welche Gegner passt wer am besten?Für mich ausser Frage das Schaub der Unterschiedsspieler sein könnte,und,ganz wichtig,alle Freiheiten gibts nicht mehr für einen Offensivspieler.Weder für Modeste noch für Schaub oder sonstwen.Vo dem allen her denke ich ,das uns ein 4-4-2 in den Möglichkeiten stark einschränkt.Schaub sollte meiner Meinung nach besonders in den Heimspielen und besonders halt in den sogenannten Spielen „auf Augenhöhe mit dem Gegner“ zwingend in der Startelf stehen.Hoffen wir mal ,das er sich stabilisiert.

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