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Elfmeter in der Nachspielzeit: FC verliert gegen Hoffenheim

In der Nachspielzeit hat der 1. FC Köln gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit 1:2 (1:0) verloren und ein Spiel noch aus der Hand gegeben, das man hätte gewinnen können. Ein Elfmeter nach Videobeweis kostete Köln einen Punkt und könnte Achim Beierlorzer nun um den Job als FC-Trainer bringen. Beinahe hätten die Geissböcke die Niederlage-Serie der Englischen Woche durchbrochen und einen verdienten Punktgewinn gefeiert. Am Ende reichte das erste Bundesliga-Tor von Jhon Cordoba aber nicht aus.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Als die Fans des 1. FC Köln am Freitagabend in die Südkurve gingen, bekam der eine oder andere von ihnen einen Kurven-Flyer der Ultras in die Hand gedrückt. Im „Kallendresser“ war formuliert, was die FC-Profis an diesem Abend aus der Südkurve zu erwarten hatten. „Nach drei weiteren desaströsen Auftritten […] hat die Mannschaft die Kurve aktuell sicherlich nicht verdient. Solange sie aber heute noch eine realistische Chance auf drei Punkte hat, sollten wir sie genau daran durch eine lautstarke Unterstützung erinnern. Die Uhr schlägt 5 vor 12, aber bis der Zeiger auf 12 steht, werden wenigstens wir in der Kurve den 1. FC Köln würdig vertreten. Die Mannschaft hat die Chance, die Uhr wieder zurückzustellen, aber viel Zeit bleibt ihr dafür nicht mehr.“ Den Schluss des Statements bildete ein vielsagender Satz über die Anspannung vor der Partie: „Zerreißt euch endlich für diesen Verein oder verpisst euch aus der Stadt!“

Ausgangslage

Achim Beierlorzer hatte vor der Partie erklärt, er werde sich nicht verändern und authentisch bleiben. Bislang hatte der Coach immer wieder betont, die Viererkette in der Defensive sei das beste Modell, um alle Räume verteidigen zu können. Selbst gegen den FC Bayern und Borussia Dortmund rückte er von dieser Vorgabe nicht ab. Nun kam 1899 Hoffenheim, nun kam sein persönliches Endspiel um seinen Job beim FC – und Beierlorzer stellte um. Auf eine Dreierkette mit Jorge Meré zwischen Sebastiaan Bornauw und Rafael Czichos. Wieder auf zwei Stürmer mit Jhon Cordoba neben Simon Terodde. Und mit Kingsley Ehizibue als einzigem Mann auf der rechten Seite sowie mit dem Youngster Ismail Jakobs alleine auf der linken Seite bei dessen Profi- und Bundesliga-Debüt. Eine mutige Formation im 3-4-1-2, und das Spiel musste entscheiden, ob es der verzweifelte letzte Versuch sein sollte oder der entscheidende Kniff, um eine mögliche Wende einzuläuten. Es erinnerte an die Umstellung von Markus Anfang aus einem 4-1-4-1 auf ein 3-5-2 im Herbst vor einem Jahr gegen Dynamo Dresden. Damals hatte der FC bekanntlich mit 8:1 gewonnen und eine wochenlange Siegesserie gestartet.

Moment des Spiels

Es lief die vierte Minute der Nachspielzeit. Der FC hatte gerade erst eine Großchance durch Schindler und Terodde vergeben. Hoffenheim kam noch einmal in den Kölner Strafraum, Dominick Drexler kam an den Ball, wollte klären, doch Sargis Adamyan ging ebenfalls zum Ball. Drexler traf Adamyan beim Befreiungsschlag, und erst entschied Schiedsrichter Robert Kampka auf Freistoß für den FC. Dann aber intervenierte Videoassistent Daniel Schlager. Kampka besah sich die Situation noch einmal am Videobildschirm und entschied auf Strafstoß für Hoffenheim. Jürgen Locadia ließ sich das Geschenk nicht nehmen und verwandelte zum Sieg für die TSG.

Die wichtigsten Szenen

Im Karnevalstrikot lief der FC auf und wollte endlich wieder etwas zu feiern haben. In der 8. Minute bekam Terodde erstmals die Chance, sein Schuss aus 14 Metern nach schön herausgespielter Vorarbeit wurde aber im letzten Moment abgeblockt. Auf der Gegenseite war es Grillitisch, der für Gefahr sorgte. Der Mittelfeldspieler narrte Skhiri, Meré und Bornauw, ging bis zur Grundlinie durch, legte hinter Horns Rücken vor der Torlinie entlang zurück, und Hector rettete im letzten Moment vor Kaderabek (20.). Der FC spielte mit, wirkte selbstbewusster als die letzten Ergebnisse hätten vermuten lassen. Nur selten kam die TSG so nach vorne wie in der 29. Minute, als Rudy halbrechts in den Strafraum dringen und abschließen konnte. Sein Schuss ging aber vorbei. Der FC war körperlich präsent, erzwang Ballgewinne im Mittelfeld, konnte sie aber nicht in klare Chancen umwandeln. Dann kam die 34. Minute – und das Stadion bebte. Ehizibue schien sich auf der rechten Seite schon verdribbelt zu haben, passte dann aber zu Schaub. Dieser zog in Richtung Strafraum und legte im richtigen Moment zurück zu Cordoba. Dieser zog aus 18 Metern ab und traf ins linke untere Eck. Sein erstes und lange ersehntes Bundesliga-Tor für den 1. FC Köln. In der 42. Minute hätte Cordoba sogar beinahe nachgelegt, doch nach einem erneut starken Lauf von Ehizibue konnte er dessen Pass nicht verwerten. Und als kurze Zeit später ein Gerangel zwischen Schaub und Kaderabek ausbrach, sah man: So ekelig und aggressiv Düsseldorf das Derby letzte Woche geführt hatte, spielte am Freitagabend der FC. Man fragte sich: Warum nicht immer so?

Nach der Halbzeit wechselte Hoffenheim und brachte mit Ex-Beierlorzer-Schützling Adamyan einen weiteren Offensivspieler. Nur zwei Minuten später musste Horn den Ausgleich verhindern und parierte stark gegen einen Kopfball von Locadia. Doch nur Sekunden später leistete sich Skhiri einen folgenschweren Fehlpass im Spielaufbau. Die sofortige Flanke von Rudy verwertete ausgerechnet Adamyan (48.) zum Ausgleich. Wieder nur wenige Sekunden später wäre es beinahe erneut Adamyan gewesen, doch diesmal war Horn zur Stelle(49.). Prompt wurde der FC nervös. Es brauchte einige Minuten, ehe sich die Beierlorzer-Elf geschüttelt hatte, die Fehler aber häuften sich. In der 61. Minute führte ein Missverständnis zwischen Bornauw und Meré zur nächsten Großchance für die TSG, doch Locadia verzog aus 16 Metern. Beierlorzer brachte in der Folge Verstraete und Drexler für Skhiri und Schaub, später Schindler für den angeschlagenen Bornauw. Einem Schuss von Drexler aus der zweiten Reihe (85.) folgte eine letzte Großchance durch Terodde und Schindler in der Nachspielzeit (92). Das Spiel schien gelaufen. Es wäre ein gerechtes Unentschieden gewesen. Doch dann griff der Videoschiedsrichter ein und Hoffenheim entschied das Spiel für sich.

Fazit

Zum Freuen: Die FC-Profis bewiesen Moral.

Zum Ärgern: Das Kölner Unglück, wenn ein Punkt verdient gewesen wäre.

Stimmung: Nach dem Abpfiff pures Entsetzen und Wut.

Mann des Tages: Jetzt trifft Cordoba für den FC auch in der Bundesliga.

Aufstellung

Horn – Bornauw (83. Schindler), Meré, Czichos – Ehizibue, Skhiri (70. Verstraete), Hector, Jakobs – Schaub (79. Drexler) – Cordoba, Terodde

Tore

1:0 Cordoba (34.)
1:1 Adamyan (48.)
1:2 Locadia (90.+7/FE)

22 Kommentare
  1. Geissbock60 says:

    Erst einmal schlucken…Scheiss DFB und DFL, die wollen uns nicht in der Liga haben. Punkt!
    Uns wurden mindestens 3 klare Elfmeter verweigert und dann so etwas. Im Nachhinein kann man den pfeifen, aber Fingerspitzengefühl hat diese Kreatur nicht bewiesen. Nicht zum ersten mal.
    Zum sportlichen: einige Spieler pfiffen schon nach 30 Minuten aus dem letzten Loch, nach 48 Minuten waren fast alle platt. Vielleicht liegt es an den intensiven Trainingseinheiten!???
    Nach Veh Rücktritt, bitte auch Franken Baierloser Entlassung! Danke!

  2. Joe Thom says:

    man kann über schlechte Leistungen der Spieler des Torwarts und des Trainers diskutieren, aber was der Video Beweis mit diesem Verein macht ist ein Witz, wie kann das Elfmeter sein ??? Der Drexler stoppt den Ball und will ihn wegschlagen da kommt der Hoffenheimer von hinten seitlich den der Drexler garnicht sehen kann und streckt sein Bein in die Bewegung , klar trifft Drex den aber das kann doch nie Elfer sein sowas können nur Leute pfeifen die null Ahnung von Fußball haben und fast jede Woche solche Fehlentscheidungen wenn man uns nicht in der Liga will dann sollen die Ochsen vom DFB das dem Verein doch mitteilen , so ein Beschiss…..

    • major says:

      Der „Videobeweis“ -es ist eigentlich nur NOCH eine MEINUNG – macht mit dem ganzen Sport nichts Gutes, ob Köln oder andere.
      Schon der Anspruch, damit „gerechter“ und eine neutrale Stelle zu sein, kann dieser Schwachsinn nicht erfüllen, aber das Instanzdenken der Deutschen will so eine Keller-Salesch eben. Es ist ja nicht erträglich, wenn man nach dem Spiel noch über diese oder jene Situation diskutieren müsste. Da muss Rechtssicherheit her, zur Not noch mehr Instanzen und Technik. Bei FIFA auf der PS4 geht das ja auch.

      Einen Scheiss bekommt man mit VAR. Wie gesagt, nur noch eine Meinung und Amateurfußballer, die in der Kreisliga dem Schiedsrichter mit dem Handy hinterher rennen oder diese Affen, die nach irgendeinem Spielzug die eckige Klammer im Stadion wedeln.

  3. major says:

    „hat die Mannschaft die Kurve aktuell sicherlich nicht verdient“

    Was bildet sich diese „Süd“ eigentlich ein ? Euch verdient man nicht, Euch bekommt man wie Krätze.

    Kommt noch besser:
    „Zerreißt euch endlich für diesen Verein oder verpisst euch aus der Stadt!“

    Alter…Was tut IHR den, ausser auf Euren billigen Plätzen zu zündeln und den Verein auswärts zu blamieren? Na gut, Busse überfallen und diesem Amateurvorstand die Steigbügel halten, weil ihr Euch Vorteile beim Stadionverbot erhofft.

    Man sollte sich fragen, ob ihr nicht schon den Tatbestand einer terroristischen Vereinigung erfüllt, bei solchen Forderungen.

    • Gerd Mrosk says:

      Bester Kommi seit einiger Zeit von einem zu Recht frustriertem wie Dir.Du bist echt einer von uns major,einer der das Herz auf dem richtigen Fleck hat.
      ,nicht so wie die „Richtungsgeber der Süd“.Hochmut kommt vor dem Fall…..

  4. Alex Jupp says:

    Regt sich niemand hier über den Elfer auf?
    Hätte man nicht geben müssen.
    Der Schiri ist n Mainzer? Jetzt wird mir alles klar. Eindeutig mal wieder Betrug am FC.
    Man erinnere sich an den Phantom-Elfer vor 2 Jahren für Mainz gegen unseren FC, den der VRA da ins Spiel phantasiert hat.

    Zerlegt den Keller !!!! Zerlegt den Keller !!! Zerlegt den Keller !!! Zerlegt den Keller !!! Zerlegt den Keller !!!

  5. Dirk Hambach says:

    Sehe das ähnlich wie Joe Thom, auch wenn man den pfeifen kann.
    Aber meiner Meinung nach ist das keine klare Fehlentscheidung, denn der Schiedsrichter steht mit besten Sichtverhältnissen ca 3-4 Meter von dem Geschehen weg und entscheidet aus seiner Sicht auf diesen Zweikampf auf Freistoß für Köln, wohlgemerkt, keine Aktion außerhalb seines Sichtfeldes bzw. hinter seinem Rücken.
    Wenn das ein Grund ist für den VAR einzuschreiten , dann sollten die Schiedsrichter auf dem Feld komplett wegfallen und ein Oberschiedsrichter (VAR) greift von der Tribünen aus ins Spielgeschehen ein.
    Nicht falsch verstehen, als der VAR sich einschaltete, war mir klar, das gibt nen Elfer.
    Ich hätte ihn auch gepfiffen, jedoch direkt, weil man e sehen konnte.
    Es ist zwar zum Kotzen, aber mit den vielen unnötigen Ballverlusten in der 2. Halbzeit, haben wir doch erst Hoffenheim erst wider stark gemacht. Da nützt auch nix der größte Kampf, auch wenn das schon eine riesen Steigerung war zu den letzten Spielen.
    Aber ich sehe langsam echt schwarz und weiß nicht, an welcher Ecke wir anfangen müssten, die Baustellen zu schließen?
    Ich möchte doch einfach nur ein paar Jahre entspannt den FC sehen, mehr nicht ………….

    • Dieter Verl says:

      In Mainz gab es die Vermutung, dass er bei seiner Entscheidung blieb, weil die Flanke letztendlich im Nichts geendet wäre. Das ist zwar für die Regel irrelevant, kann aber trotzdem dazu beitragen, lieber bei einer Entscheidung bleiben zu wollen.

      Gestern konnte der Hoffenheimer durch seine Aktion den Ball nur zu Hector spitzeln. Er wird nicht beim Wegspitzeln behindert, sondern danach getreten. Man könnte auch sowas einbringen wir ‚offene Sohle‘, ’nimmt Verletztung Drexlers in Kauf‘ … Auch Bornauw spielt bei seinem ‚Foul‘ den Ball. Ich habe geguckt, ob man Drexler den Vorwurf machen kann, den Ball nicht sauber gestoppt zu haben – aber dafür ist die Distanz von der Hereingabe zu kurz. Schindler verhält sich falsch, Drexler könnte höchstens Hector mit einbeziehen in seine Entscheidung. Aufgrund der kurzen Distanz ist man in der Szene aber eigentlich froh, dass Drexler überhaupt derjenige ist, der an den Ball kommt.

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