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Heldts erstes Fazit: „Nicht die schönsten Erkenntnisse“


Das Debüt von Trainer Markus Gisdol und Geschäftsführer Horst Heldt beim 1. FC Köln verlief alles andere als nach Maß. Bei RB Leipzig mussten sich die Geißböcke hochverdient mit 1:4 (1:3) geschlagen geben und hatten Glück, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Nach dem Spiel sprach der neue Sportchef mit den Medienvertretern über die Lage des FC. 

Aus Leipzig berichtet Marc L. Merten 

Horst Heldt saß, anders als sein Vorgänger Armin Veh, am Samstag auf der Bank. Zwischen Torwarttrainer Andreas Menger und Assistenztrainer André Pawlak verfolgte der 49-Jährige das Debakel der ersten Halbzeit und notierte gedanklich die wenigen Hoffnungsschimmer aus der zweiten Hälfte. Anschließen sprach der neue Sportchef der Geissböcke über…

…die Niederlage: „Es ist keine Frage, dass wir verdient verloren haben. Es war zu erkennen, dass die Mannschaft verunsichert ist. Wir haben Leipzig zu den Toren eingeladen und sie hätten auch noch mehr erzielen können. Uns ist es nicht gelungen, möglichst risikolos zu spielen. Das sind nicht die schönsten Erkenntnisse, aber hilfreiche für die Zukunft. Wir sind nicht umsonst unten drin. Wir haben noch viel zu tun.“

Da ist zu viel Beton an den Füßen

…die Gegenwehr in der zweiten Halbzeit: „Wir hatten die Chance zum 2:3. Tony macht normalerweise solche Dinger. Wenn wir den gemacht hätten, hätte es vielleicht nochmal Auftrieb gegeben. Von den vier Toren haben wir zwei durch Standards bekommen. Am Ende vom Tag war Leipzig heute nicht unsere Kragenweite. Wir müssen uns nun auf die kommenden Spiele fokussieren. Dann werden wir auch unsere Qualitäten ausspielen können. Man sieht, dass die Mannschaft gehemmt ist und eher einen Schritt zurückgeht als nach vorne. Das müssen wir ändern.“

…den fehlenden Offensivdrang: „Der Mut fehlt. Paderborn sucht seine Möglichkeiten mit zwei, drei Leuten und nutzt die Schnelligkeit aus. Wir haben die Geschwindigkeit eigentlich auch. Aber da ist noch zu viel Beton an den Füßen. Den müssen wir lösen und schleunigst die Köpfe frei kriegen.“

…das schwere Auftaktspiel für Markus Gisdol: „Ich sehe es nicht so, dass das Spiel jetzt eine Belastung für den neuen Trainer war. Eher ist es so, dass jeder Tag Gold wert ist. Wenn man einen Trainer wechseln will, sollte man das auch durchziehen. Durch Entscheidungen, die auf sich warten lassen, wird eine Mannschaft abgelenkt. Da zählt das einzelne Spiel nicht, wir müssen das auf Strecke sehen. Jeder Tag hilft der Mannschaft mit dem Trainer, eine Idee zu entwickeln. Bisher waren es nur drei Trainingseinheiten, da ist es egal, ob das ein undankbarer Gegner war. Wir müssen es so nehmen, wie es ist. Aber natürlich wäre ein Gegner, der nicht so gut Fußball spielt, für den Einstieg leichter gewesen. “

Heute war nicht der Moment für Wunder

…der Druck gegen die direkten Konkurrenten: „Klar, Union hat jetzt gepunktet. Aber Düsseldorf und Bremen haben verloren. Jetzt kommt der berühmte Satz: Wir müssen nur auf uns schauen. Das tue ich aber nicht. Ich schaue auch auf die Anderen, weil wir nicht abreißen lassen dürfen. Auf Andere können wir uns aber nicht verlassen, deswegen ist es wichtig, schnell Punkte zu sammeln. Am Ende des Tages müssen wir über dem Strich stehen. Heute war noch nicht der Moment für Wunder.“

…die positiven Erkenntnisse aus dem Spiel: „Die Innenverteidiger sind sehr stabil. Tony hat 90 Minuten durchgespielt, das hilft ihm auch. Er hat es heute wirklich nicht einfach gehabt. Wir hatten mit Ismail Jakobs einen jungen Spieler, der es auf der linken Seite vorne und hinten gut gemacht hat. Es gibt schon Lichtblicke. Die Spieler, die heute enttäuscht mit ihrer eigenen Leistung sind, müssen wir auf ein höheres Niveau heben.“

…den Fehler zum 0:1 von Jonas Hector: „Jonas ist ein exzellenter Spieler und ist ganz wichtig für die Mannschaft. Fehler passieren. Das muss man einkalkulieren. Wir müssen die Fehler minimieren, egal, wer sie macht. Es ist blöd, wenn es überhaupt vorkommt. Jonas wird das aber wegstecken. Lieber passiert ihm so ein Fehler, als jemandem, der nicht stabil ist. Es ist bitter, aber wenn ich es mir aussuchen könnte, hätte ich ihm heute den Fehler zugestanden, weil er weiß, wie er damit umzugehen hat.“

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