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Tiefer Fall: Meré und Modeste verspielen alle Ansprüche


Jorge Meré und Anthony Modeste gehörten am Dienstagabend im DFB-Pokal beim 1. FC Saarbrücken zu den größten Enttäuschungen in der Mannschaft des 1. FC Köln. Was ist los mit den beiden vermeintlichen Leistungsträgern? Auch die Verantwortlichen sind ratlos und nehmen die Spieler in die Pflicht. Ob es hilft?

Köln – Sie sollten zu den Stützen des 1. FC Köln gehören. Sie sollten eine Achse bilden von der Defensive bis zur Offensive, von Timo Horn über Jorge Meré und Jonas Hector bis hin zu Anthony Modeste. Doch Meré und Modeste laufen ihrer Form meilenweit hinterher und dem FC droht so der Achsenbruch. Wie angeknackst das Selbstvertrauen und die eigene Stärke ist, konnte jeder am Dienstag beobachten.

Meré kam wegen der U21-EM mit Spanien verspätet aus dem Sommerurlaub zurück und stieg erst in Kitzbühel ein. Dass der Innenverteidiger jedoch nicht nur Anlaufschwierigkeiten bekommen würde, sondern sich mit Leistungen wie gegen Hertha BSC und Saarbrücken komplett aus allen Kämpfen um die Startelf verabschieden würde, damit war nicht zu rechnen. Mit seinen erst 22 Jahren verfügt der Spanier bereits über 87 Erstliga-Einsätze in Deutschland und seiner Heimat, ist international erfahren, gilt daheim als Abwehrjuwel. Doch beim FC unter Achim Beierlorzer läuft Meré allen Ansprüchen, am meisten seinen eigenen, weit hinterher.

So richtig erklären kann ich es mir nicht

Gleiches gilt für Modeste. Der Franzose, der sichtlich motiviert und topfit aus dem Sommerurlaub kam, sich endlich wieder in der Bundesliga beweisen wollte, verlor bereits im Laufe der Vorbereitung seine Form, wirkte in den bisherigen Spielen fast immer wie ein Fremdkörper im Team und offenbarte in Saarbrücken, dass von dem alten Modeste, den man sich hier beim FC so sehr zurückgewünscht hatte, aktuell praktisch nichts in dem 31-Jährigen steckt. Auch er kommt im FC unter Achim Beierlorzer nicht zurecht, wirkt frustriert und – zumindest auf dem Rasen – wie ein Einzelgänger, der nicht wirklich dazu gehört.

„So richtig erklären kann ich es mir nicht“, zeigte sich Beierlorzer am Tag nach dem Saarbrücken-Spiel ratlos. „Ich hätte mir von beiden gewünscht, dass sie ein gutes Spiel machen und dazu beitragen, dass wir in die nächste Runde einziehen.“ Das ging bekanntlich schief, Modeste musste schon zur Halbzeitpause vom Feld und Meré lieferte eine schaurige Abwehrleistung ab, die bereits nach 15 Sekunden in Hälfte eins zu einem Gegentor hätte führen können. Von außen wirkten die Vorstellungen beider Sorgenkinder mitunter lustlos. Doch dieses Wort wollte Beierlorzer nicht gelten lassen: „Lustlosigkeit mag für den Außenstehenden so anmuten, aber für mich ist das der völlig falsche Begriff.“ Die beiden Spieler seien formschwach und befänden sich in einem „kleinen Tal“. Das Trainerteam müsse ihnen helfen, wieder zu ihrem Niveau zurückzufinden.

Rückkehr zu alter Form nur über Training möglich

Aktuell könnte dies aber nur im Training gelingen. Für Einsätze in der Bundesliga haben sich beide Spieler nach dem Desaster von Saarbrücken zunächst disqualifiziert. Im Sturm sind Simon Terodde und Jhon Cordoba ihrem Konkurrenten Modeste enteilt. In der Abwehr hat Meré gegen Sebastiaan Bornauw und Rafael Czichos aktuell keine Chance. In der Verfassung von Dienstag müsste der Spanier sogar den wiedergenesenen Lasse Sobiech als Konkurrenten fürchten. Beierlorzer will den beiden Spielern helfen. Ob sie sich helfen lassen wollen, steht dabei auf einem anderen Blatt. Dass der FC beide Spieler in Topform gut gebrauchen könnte, ist unbestritten. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

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