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Trainer unter Druck: Wem vertraut Beierlorzer im Derby?


Es ist Derby-Zeit im Rheinland: Am Sonntag um 15.30 Uhr empfängt Fortuna Düsseldorf den 1. FC Köln zum ersten Bundesliga-Derby der beiden Teams seit 1997. Die Anspannung auf beiden Seiten könnte kaum höher sein, wenngleich es am Geißbockheim zuletzt nicht um das Derby, sondern um Sportchef Armin Veh und Trainer Achim Beierlorzer ging.

Köln – Über 6000 Fans aus Köln werden am Sonntag in Düsseldorf im Stadion sein. Die Stimmung unter den Fans kocht schon seit einigen einigen Tagen hoch – inklusive der bizarren Meldung, die Schmierereien am Mannschaftsbus der Geissböcke vor dem Spiel in Saarbrücken seien nicht von FCS-Fans, sondern von Fortuna-Fans verübt worden. Ein Gerücht, das sich bislang nicht bestätigte, das aber zeigt, wie beide Seiten der Anhängerschaft diesem Duell entgegen fiebern.

Die Situation beider Teams ist sehr ähnlich, zumindest auf den ersten Blick: zwei Siege, ein Unentschieden, sechs Niederlagen, sieben Punkte. Der Sieger des Spiels würde tabellarisch einen Sprung machen, der Verlierer möglicherweise auf den vorletzten Platz abrutschen. Darüber hinaus aber sind die Rollen gänzlich unterschiedlich verteilt. Nicht nur, weil Fortuna Düsseldorf im DFB-Pokal das Achtelfinale erreichte, während der FC ausschied. Auch sitzt Trainer Friedhelm Funkel bei den Fortunen sicher im Sattel, während Achim Beierlorzer um seinen Job kämpfen muss.

Beierlorzer muss sich am Sonntag fragen, welchen Spieler er nach den Niederlagen in Mainz und Saarbrücken ein Derby zutrauen kann, wem er vertrauen und von welchen Spielern er so etwas wie eine Bestform erwarten kann. Am Dienstag war er von mehreren FC-Profis im Stich gelassen worden, von denen sich der Coach nun wieder reihenweise in der Startelf-Frage verabschieden könnte. Anthony Modeste und Jorge Meré beispielsweise, aber auch Marcel Risse oder Benno Schmitz – nach ihren schaurigen Leistungen vom Dienstag kämen ihre Nominierungen überaus überraschend.

Das Derby als Chance auf Wiedergutmachung

Es gilt als sicher, dass sich Beierlorzer an jener Startelf orientieren wird, die auf Schalke und gegen Paderborn stark spielte und in Mainz zumindest phasenweise zeigte, wozu die Mannschaft fähig sein kann. Ob hinten rechts Kingsley Ehizibue oder doch Schmitz spielen wird, ist offen. Dagegen gilt als sicher, dass Noah Katterbach erneut wird beginnen dürfen, der als einer der Wenigen in Saarbrücken so etwas wie Normalform zeigte. Ellyes Skhiri und Jonas Hector sind im Zentrum nicht wegzudenken, zumal Birger Verstraete wohl noch nicht von Beginn an auflaufen dürfte. Kingsley Schindler dürfte für Risse zurückkehren, Louis Schaub wieder die Zehn übernehmen. Sollte es für Florian Kainz nicht reichen, stünden Dominick Drexler oder gar Youngster Darko Churlinov bereit – oder aber Jhon Cordoba, sodass Schaub nach außen ausweichen könnte.

Entscheidend für Beierlorzer dürfte aber sein, die Mannschaft aufzubieten, bei der er nicht nur fußballerisch, sondern charakterlich am Sonntag das beste Gefühl hat. Klar ist: Eine Derby-Klatsche oder eine Leistung wie gegen Borussia Mönchengladbach können sich weder die Profis noch Beierlorzer selbst erneut leisten. Am Sonntag geht es auch um Wiedergutmachung.

So könnte der Effzeh spielen: Horn – Ehizibue, Bornauw, Czichos, Katterbach – Skhiri, Hector – Schindler, Schaub, Drexler – Terodde

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