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Zimmermann im Interview: Das Erfolgsrezept der U21

Zimmermann über Katterbach, Churlinov und Jakobs

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Mit Noah Katterbach und Ismail Jakobs haben zwei Spieler aus dem Nachwuchs zuletzt ihr Startelfdebüt bei den Profis gegeben. Auch Darko Churlinov hat zu Saisonbeginn sein Profi-Debüt gefeiert. Wie sehen Sie deren Entwicklung?

„Ich habe Noah und Darko in unserem Spiel gegen Aachen kennengelernt. Das was unser sechstes Saisonspiel. Die beiden waren vorher überhaupt nicht bei uns und ich kannte sie nur vom Erzählen. Mein erster Eindruck von den Jungs bei diesem Spiel war dann top. Dafür, dass Noah vom Status her immer noch ein U19-Spieler ist, hat er das für mein Empfinden sehr gut gemacht. Er hat sich schnell im Männerfußball akklimatisiert. Vielleicht haben ihm die Spiele bei uns dann auch geholfen, sich die Wettkampfhärte für die Profis zu holen. Iso Jakobs hat meiner Meinung nach einen guten Intellekt. Er weiß wo er herkommt, dass er eine sehr gute letzte Saison gespielt aber noch viel Arbeit vor sich hat. Ich glaube, dass er die Qualität hat, bei den Profis zu spielen. Er hat Geschwindigkeit und ein großes Laufvermögen. Dazu ist er sehr zweikampfstark. Aber natürlich brauchst du auch noch ein bisschen Glück. Wenn du einen Deutschen Nationalspieler auf deiner Position hast, ist es nicht so einfach, an ihm vorbeizukommen. Er muss jetzt die Chance nutzen. Man kann das aber nicht voraussetzen, nur weil einer in der U19 der Beste seines Jahrgangs war. Bei den Profis herrscht eine völlig andere mentale und körperliche Belastung.“

Noah wirkt geerdeter

Bei Churlinov folgten nach seinem Profi-Debüt nur noch Einsätze in der Regionalliga. Wie kommt das?

„Für Darko ist es bei dieser Offensive natürlich schwierig, bei den Profis reinzukommen. Aber gerade zuletzt hat er es bei uns sehr gut gemacht. Eine andere Möglichkeit hat er auch nicht. Er muss die Geduld haben und da sein, wenn er gebraucht wird. Ich messe ihn nicht an Toren, sondern an seiner Art. Er muss nicht der beste Spieler bei uns sein, aber er muss sich einbringen. Das tut er bislang.“

Im Zuge der Diskussion um seinen Vertrag hieß es zeitweise, er hätte keine Lust für die zweite Mannschaft zu spielen.

„Mir hat er nie das Gefühl vermittelt, dass er keinen Bock hat bei uns zu spielen. Dass das nicht spurlos an einem vorbei geht und es auch mal Schwankungen in der eigenen Leistung gibt, ist auch klar. Aber um das aufzufangen, dafür ist diese U21 ja auch da. Aber dass er ein anderer Typ ist als Noah ist auch klar. Er ist sehr extrovertiert und verspielt. Noah wirkt schon etwas geerdeter und ruhiger. Aber als Offensivspieler ist das absolut okay.“

Wie funktioniert die Absprache zwischen den Trainerteams, wenn ein Profi in der Regionalliga zum Einsatz kommt?

„Die Spieler machen meistens ein oder zwei Einheiten vor dem jeweiligen Spiel bei uns mit. Die Absprache zwischen André Pawlak und mir ist da sehr gut. Nach jedem Spiel arbeiten wir in der Videoanalyse gemeinsam mit den Trainern und dem Spieler die Leistung auf. Natürlich gibt es da Unterschiede, was in der Bundesliga gefordert ist und was in dem jeweiligen Spiel in der Regionalliga gefordert war. Jeder Trainer hat da auch andere Nuancen, was er gerne sehen möchte. Deswegen finde ich den Austausch sehr gut, denn die Spieler sollen ein Feedback bekommen und ihre Leistungen ausgewertet werden.“

Das Entscheidende ist nicht die Regionalliga

Mit den Profis und dem Nachwuchs prallen derzeit zwei unterschiedliche Welten aufeinander. Während es im Nachwuchs in allen Bereichen hervorragend läuft, steckt die erste Mannschaft in der Krise. Ist das etwas, das Sie beschäftigt? 

„Natürlich sprechen wir darüber. Aber ich weiß für mich schon, dass das Entscheidende hier beim 1. FC Köln nicht die Regionalliga ist und wie es bei uns läuft. Allerdings ist die Art und Weise, wie die Zusammenarbeit läuft, nach wie vor wirklich gut. Aber man merkt schon, dass die Jungs angespannter sind, wenn es sportlich nicht gut läuft.“

Wie macht sich das bemerkbar?

„Das sieht man und merkt man auch im Sprechen miteinander. Der Job wird aber weiter professionell betrieben. Wir müssen trotzdem personell vor jedem Spiel planen, wer möglicherweise zu uns stoßen könnte.“

Was ist für die U21 in dieser Saison drin?

„Es geht uns hauptsächlich um die Konstanz. Auch wenn jetzt alle sagen, dass es besser läuft denn je, müssen wir das immer noch in der zweiten Halbserie auf den Platz bringen. Bis jetzt hatten wir kein richtiges Tief, aber das gibt es meistens immer mal im Saisonverlauf. Aber es wäre cool, wenn wir das nach hinten schieben könnten. Vielleicht gibt es mit dieser positiven Entwicklung eine positive Stimmung und dann auch immer mehr positive Leistungen und Ergebnisse. Und vielleicht entwickelt sich dadurch ein Spieler auch schneller, bei dem man es vorher nicht unbedingt erwartet hätte.“

Haben Sie da jemanden im Kopf?

„Ich habe einen sehr guten Eindruck von Oliver Schmitt und Luca Schlax, der sich allerdings verletzt hat und wahrscheinlich das halbe Jahr ausfällt. Schmitt hat es für mich bislang so gut gemacht, dass er fast immer in der Anfangself gestanden hat. Er ist sehr schnell mit und ohne Ball und hat auch den Mut in die Dribblings zu gehen. Es macht schon Laune mit den Jungs, wenn sie dir das Vertrauen auch zurückgeben. Es sind einige dabei, die sehr wissbegierig und lernwillig sind. Das ist eine gute Voraussetzung. Die Geduld, nicht direkt aus der U19 in die Bundesliga zu wollen, haben die wenigsten. Diese Ungeduld bekommen sie aber auch früh vermittelt, von wem auch immer. Sie sind beide auf dem Weg, dass sie es schaffen könnten.“

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