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Chancen im Abstiegskampf: Endlich raus aus dem Fahrstuhl?

Im dritten Versuch wollen die Frauen des 1. FC Köln in dieser Saison erstmals den Klassenerhalt in der Frauen-Bundesliga schaffen. Nach dem Abstieg im Sommer 2018 war der Mannschaft der direkte Wiederaufstieg gelungen. Durch zahlreiche, teils namhafte Verstärkungen wollte der FC nun eine konkurrenzfähige Mannschaft in die Saison schicken. Nach der Hinrunde stecken die FC-Frauen trotzdem mittendrin im Abstiegskampf, haben aber alle Trümpfe selbst in der Hand. Zur Rückrunde wird zudem ein neuer Trainer an der Seitenlinie stehen. 

Köln – Nach dem neuerlichen Abstieg aus der Bundesliga im Sommer 2018 ist der ersten Frauenmannschaft des 1. FC Köln in diesem Jahr der direkte Wiederaufstieg gelungen. Zwar landeten die Kölnerinnen hinter dem FC Bayern München II und dem VfL Wolfsburg II in der 2. Bundesliga am Ende nur auf Rang drei. Da mit München und Wolfsburg die jeweiligen ersten Mannschaften aber bereits in der Bundesliga spielen, freute sich der FC am Ende als lachender Dritter über den Aufstieg.

Neuverpflichtungen bringen viel Erfahrung mit

Nachdem die Kölnerinnen bereits zwei Mal in Deutschlands höchste Frauenklasse aufgestiegen und am Ende sang- und klanglos wieder abgestiegen waren, wollte sich der FC in diesem Jahr nicht den Vorwurf gefallen lassen müssen, keine Bundesliga-taugliche Mannschaft auf den Rasen zu bringen. Gleichzeitig war aus mannschaftsinternen Kreisen zu hören, dass man lieber auf den Aufstieg verzichten wolle, als erneut in den allermeisten Spielen chancenlos zu sein. So investierte der Verein im Sommer in zahlreiche Neuverpflichtungen, um in der Bundesliga konkurrenzfähig zu sein und am Ende den Klassenerhalt zu schaffen. Dafür wurden mit Elvira Herzog (FC Zürich), Francesca Calo, Sabrina Horvat (beide Werder Bremen), Rückkehrerin Rachel Rinast (Tel-Aviv FC), Madeline Gier (Bayer 04 Leverkusen), Lucia Ondrusova (ASDCF  Bardolino), Sim Seohui (Ulsan College), Yuka Hirano (Nojima Stella Kanagawa Sagamihara), Eunice Beckmann (Madrid CFF) und Amber Barret (Peamount Unidet) zehn Bundesliga- respektive international erfahrene Spielerinnen verpflichtet.

Perfekter Einstand, Schwächephase und Derbysieg

Der Saisonstart der FC-Frauen verlief dann auch gleich verheißungsvoll: Mit einem 2:1-Erfolg über den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf MSV Duisburg setzte die Mannschaft von Trainer Willi Breuer gleich ein Ausrufezeichen. Danach folgten allerdings zwei Niederlagen gegen Hoffenheim und Potsdam, ehe sich die FC-Frauen mit einem 2:2-Unentschieden beim Mitaufsteiger USV Jena begnügen mussten. Durch fünf Niederlagen in Folge rutschten die Frauen im Anschluss doch wieder auf einen Abstiegsplatz ab. Am zehnten Spieltag gelang der Mannschaft dann aber ein enormer wichtiger Sieg: Wie bei den Männern auch gelang dieser im Derby gegen Bayer 04 Leverkusen und sorgte für neues Selbstvertrauen.

Beim 4:3-Sieg über die Werkself brachten Karoline Kohr und Eunice Beckmann die Geißböcke zur Halbzeit mit 2:0 in Führung. Nach der Pause konnte Leverkusen zwar nochmal verkürzen, doch zwei weitere Tore von Lucia Ondrusova und Amber Barret sorgten für die Vorentscheidung. Zwar ging das letzte Spiel vor der Winterpause gegen den SC Sand noch einmal mit 1:2 verloren, doch mit sieben Punkten überwintern die Damen aktuell auf einem Nichtabstiegsplatz. Das erste Spiel nach der Pause dürfte dann gleich richtungsweisend sein, wenn es zum Nachholspiel gegen den MSV Duisburg kommt, das im Dezember aufgrund der schlechten Platzverhältnisse im Ruhrgebiet abgesagt werden musste. Derzeit haben die Zebras ebenfalls sieben Punkte auf dem Konto, allerdings das um einen Treffer schlechtere Torverhältnis als der FC.

Glass löst Breuer zur Rückrunde ab

Wenn das Duell des Tabellenvorletzten gegen den -drittletzten am 9. Februar 2020 angepfiffen wird, wird zudem nicht mehr Willi Breuer an der Seitenlinie der FC-Frauen stehen. Eigentlich wollte der langjährige Trainer erst zum Saisonende sein Amt niederlegen. Nun konnte der FC mit Sascha Glass und Mirella Junker als Co-Trainerin aber bereits zum 1. Januar ein Bundesliga-erfahrenes Trainergespann verpflichten. Das Duo war bis Dezember noch beim SC Sand im Amt. Willi Breuer und die sportliche Führung des Vereins verständigten sich daraufhin einvernehmlich, den Posten schon ein halbes Jahr früher frei zu machen. Breuer wird dem Klub erhalten bleiben. Das oberste Ziel von Glass wird es im kommenden halben Jahr nun sein, mit seiner neuen Mannschaft den Klassenerhalt zu sichern. Denn nicht nur die Männer, sondern auch die FC-Frauen wollen endlich raus aus dem Bundesliga-Fahrstuhl.

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