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Drei Titel, vier Profidebüts: Der Nachwuchs macht den FC stolz


Der 1. FC Köln konnte im Jahr 2019 mit Stolz auf seinen eigenen Nachwuchs blicken. Die U17 feierte die Deutsche Meisterschaft, die U19 gewann genau wie die U16 den Pokal und die U21 sicherte sich mit einem Kraftakt den kaum noch für möglich gehaltenen Klassenerhalt. Zudem scheint endlich die Durchlässigkeit zu den Profis zu funktionieren. 

Köln – Als sich Stefan Ruthenbeck und einige seiner Kollegen aus dem Nachwuchs am 18. Dezember zu einer kleinen Weihnachtsfeier trafen, spielte an besagtem Abend der 1. FC Köln bei Eintracht Frankfurt. Die Bundesliga-Partie des 16. Spieltags wurde live übertragen, und so sahen Ruthenbeck und Co. zu, wie der Effzeh einen 0:2-Rückstand drehte und mit 4:2 den zweiten Sieg in Folge einfuhr. Mit dabei in Frankfurt: Noah Katterbach und Jan Thielmann, der Torschütze zum 4:2 hieß Ismail Jakobs. „Als Iso das Tor gemacht hat, hat der Laden gebrannt“, erinnerte sich Ruthenbeck im Gespräch mit dem GEISSBLOG.KOELN an den Moment, der sich wie „eine Belohnung für den gesamten Nachwuchsbereich“ angefühlt hatte nach einem Jahr, in dem der 1. FC Köln Saison- und Jahrgangs-übergreifend zu den besten Klubs Deutschlands gehörte. Ein Rückblick.

U16 mit überragender Offensivpower

Die U16 des 1. FC Köln fällt in der öffentlichen Wahrnehmung häufig hinter der U17 und U19 zurück. Doch auch die Mannschaft von Trainer Manuel Hartmann konnte im Jahr 2019 Erfolge erzielen. In einer engen Mittelrheinliga wurde die U16 in der abgelaufenen Saison hinter Alemannia Aachen und Viktoria Köln Dritter. Dabei wiesen die Geißböcke mit einem Torverhältnis von 64 und dabei 90 geschossenen Toren die mit Abstand beste Bilanz auf. Im Pokal sicherte sich das Team mit einem 5:4 im Elfmeterschießen gegen Fortuna Köln zudem den Titel. In dieser Saison läuft es bislang noch besser: Mit nur einer Niederlage und einem Unentschieden führt die U16 die Liga vor der Fortuna und der Viktoria an. Bereits jetzt hat die Mannschaft in 13 Spielen 60 (!) Tore geschossen und will sich in dieser Saison den Titel in der Mittelrheinliga sichern. Die Belohnung für diese Leistung bekam namentlich Justin Diehl. Nach elf Toren an den ersten sechs (!) Spieltagen wurde der erste 15-Jährige in die U17 befördert, wo er in den folgenden sechs Spielen schon sieben Mal traf.

U17 auf Kurs Titelverteidigung

Eben diese U17 ist bekanntlich die Erfolgsmannschaft des 1. FC Köln im Kalenderjahr 2019. In der Staffel West der B-Junioren-Bundesliga war die Mannschaft von Trainer Martin Heck in der abgelaufenen Saison hinter Borussia Dortmund Zweiter geworden. Während der BVB im Saisonverlauf kein Spiel verlor, sicherte sich der FC lediglich aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Bayer 04 Leverkusen den Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Dort brannte die Heck-Truppe dann jedoch ein wahres Feuerwerk ab: Im Halbfinale setzten sich die Geißböcke gegen die von Miroslav Klose trainierte U17 des FC Bayern München in zwei Spielen mit 1:0 und 4:0 durch. Im Finale gegen den BVB galten die Kölner dennoch als krasser Außenseiter, zu sehr hatten die Schwarz-Gelben die Saison mit Wunderkind Moukoko dominiert. Doch weder von ihrer Außenseiterrolle noch von den tausenden BVB-Fans am Stadion Rote Erde ließen sich die Kölner verunsichern und machten sich dank eines 3:2-Erfolges den Titeltraum perfekt.

Zur neuen Saison musste die Meister-Mannschaft zahlreiche Abgänge in den höheren Jahrgang kompensieren. Auch Trainer Heck verließ das Team, absolviert beim DFB aktuell seine Ausbildung zum Fußballlehrer und gehört zum Trainerstab der U21. Für ihn steht seit dieser Saison Markus Daun an der Seitenlinie der U17. Der Saisonstart ging zwar mit einer 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen daneben. Es sollte allerdings die einzige Niederlage bis zur Winterpause bleiben: Es folgten sechs Siege in Folge. Zwei Unentschieden gegen Dortmund und Gladbach konnten den Lauf der Mannschaft ebenfalls nicht stoppen. Zuletzt fegte die U17 den Wuppertaler SV mit 10:0 vom Platz. Mit zwei Punkten vor Dortmund und fünf vor Gladbach auf Rang drei führen die Geissböcke die Tabelle in der B-Junioren-Bundesliga an. Mit Sommer-Neuzugang Philipp Wydra (13 Treffer) und Florian Witz (acht) hat der FC zudem das torgefährlichste und spielstärkste Mittelfeld der Liga in seinen Reihen. Damit lebt nicht nur der Traum der Titelverteidigung, sondern auch eines Finales daheim. Denn der Meister der Staffel West hätte im Falle eines Finaleinzugs Heimrecht.

U19 geht gestärkt aus verpasster Endrunde

Die U19 des 1. FC Köln würde dagegen im Falle eins Finaleinzugs auswärts antreten – was die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck nur zu gerne in Kauf nehmen würde. Schließlich hatten die Kölner A-Junioren im Sommer eine herbe Enttäuschung verkraften müssen. Lange Zeit lag man auf Kurs Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Doch ein 2:2 gegen Fortuna Düsseldorf und eine 0:1-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen ließ die U19 binnen der letzten beiden Spieltage vom ersten Platz noch auf den dritten Rang abrutschen. Der Traum war geplatzt. Zum Trost und als Revanche für die Niederlage am letzten Spieltag konnte sich die Mannschaft im Pokalfinale gegen Leverkusen zumindest noch einen Titel sichern. Über die verpasste Endrunde nach einer starken Saison konnte das aber nur wenig hinwegtrösten.

Trotzdem ging die Ruthenbeck-Elf gestärkt aus dieser Spielzeit und bekam mit zahlreichen U17-Meistern personelle Verstärkung. Dass sich diese im älteren Jahrgang jedoch gleich so gut einfinden würden, war im Vorfeld nicht zu erwarten gewesen. Gleich die ersten zehn Spieltage blieb die Ruthenbeck-Elf allesamt ungeschlagen und ging dabei acht Mal als Sieger vom Platz. Am elften Spieltag setzte es schließlich eine erste 0:2-Niederlage, wieder gegen Bayer Leverkusen. Doch mit zwei Siegen und einem Unentschieden vor Weihnachten verteidigte die Ruthenbeck-Elf erfolgreich die Tabellenführung und hat drei Punkte Vorsprung auf den BVB sowie Fortuna Düsseldorf. Generell geht es in der Liga aber eng zu: Zwischen Rang eins und fünf liegen nur vier Punkte. Der FC-Nachwuchs wird also eine ähnlich starke Rückrunde hinlegen müssen, um die Endrunde am Ende nicht wieder knapp zu verpassen.

Übergeordnet jedoch konnten Ruthenbeck und NLZ-Chef Matthias Heidrich nicht nur aufgrund des Erfolgs mit der U19 in 2019 zufrieden sein. Mit Noah Katterbach, Jan Thielmann und auch Darko Churlinov stiegen drei U19-Spieler zu den Profis auf, mit Mathias Olesen wurde ein Sommer-Neuzugang nach nur wenigen Monaten zur U21 befördert. „Wir haben Noah, Jan und Darko bei den Profis angebracht. Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Heidrich im GBK-Gespräch. „In diesem Alter ist es sehr schwierig, die Jungs zu moderieren, weil aus den Jugendlichen durch ihre Karriere-Planungen Ich-AGs werden. Da hilft Stefan Ruthenbeck mit seiner Erfahrung im Profi-Bereich sehr.“ Auch Ruthenbeck freute sich über die neue Durchlässigkeit zu den Profis: „Es ist eine Sensation, dass sie auf die Jungs setzen. Es sind ja nicht nur Jan und Noah, sondern auch Iso Jakobs, der es geschafft hat. Das ist schon erstaunlich und eine Auszeichnung für den gesamten Nachwuchsbereich.“

U21 holt 60 Punkte in 2019

Die wohl größte Überraschung im Nachwuchs legte in diesem Jahr die U21 des 1. FC Köln hin. Nach der Hinrunde 2018/19 lagen die Nachwuchs-Geißböcke mit nur zehn Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. In der Rückrunde startete die Mannschaft jedoch eine fulminante Aufholjagd. André Pawlak übernahm das Traineramt von Markus Daun, und ab dem 20. Spieltag gewann die U21 elf Spiele und musste sich nur noch zwei Mal geschlagen geben. Damit sicherte sich die Mannschaft am Ende nicht nur den kaum noch für möglichen Klassenerhalt, sondern erreichte sogar mit Rang neun noch einen einstelligen Tabellenplatz. „Die U21 war 2019 sicher das größte Thema in diesem Jahr“, sagte Heidrich. „Es war wichtig, die richtigen Schlüssel zu ziehen und die richtigen Leute einzusetzen. André Pawlak war sicher die Person, mit der es sich gedreht hat. Das Vertrauen der Spieler in André war groß, um es noch einmal zu schaffen und in der Liga zu bleiben.“

Nach der starken Rückrunde unter Pawlak musste die U21 im Sommer wie so häufig einen großem Umbruch verkraften. Schon vor Ende der abgelaufenen Saison wechselte Pawlak in den Profi-Bereich. Es übernahm Mark Zimmermann. Dann trat Kevin McKenna während der Vorbereitung als Co-Trainer zurück. Thomas Klasen übernahm. Hinzu kamen zahlreiche neue Spieler aus dem Nachwuchs und von anderen Klubs, sodass sich erneut einmal mehr eine neue Mischung erst finden musste. Doch in dieser Saison scheint diese im Team zu stimmen: Mit 31 Punkten liegen die Kölner aktuell auf Rang fünf in der Regionalliga West und damit weit entfernt von den Abstiegsrängen. Eine starke Hinrunde setzte damit den Trend der vergangenen Rückrunde fort. Die zweite Mannschaft des FC holte im Jahr 2019 saisonübergreifend starke 60 Punkte und schnupperte im Herbst sogar zwischenzeitlich an den vordersten Tabellenplätzen. Mit dem Abstieg wird die Zimmermann-Elf in dieser Saison definitiv nichts zu tun haben.

Lest morgen beim GEISSBLOG.KOELN: „Die nächste Generation – wie der FC um seine Talente kämpft“

6 Kommentare
  1. Klaus Höhner says:

    Tolle Leistung von Stefan Ruthenbeck und seiner Mannschaft, ich habe sie in Münster gesehen. Es ist schon schön zu sehen wie ruhig und doch fokussiert er die Mannschaft coutscht,die Jungen Spieler haben einen Plan das ist klar zu erkennen und es ist nicht nur Thielemann da sind noch mehr die gut Fussball spielen können das macht richtig Spaß weiter so Stefan Ruthenbeck.

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