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Jakobs setzt wichtiges Zeichen – FC rüstet im Nachwuchs auf


Lange Zeit war es still um die Nachwuchsspieler beim 1. FC Köln. Der Weg für FC-Talente zu den Profis schien verstopft. Doch in dieser Saison trainieren die Youngster aus der U19 und U21 nicht nur bei der Bundesliga-Mannschaft mit. Sie dürfen auch spielen – und überzeugen. Dieser Erfolg ist ein wichtiges Zeichen an viele Talente, die im Kölner NLZ auf ihre Chance hoffen. Auch, weil der FC im Nachwuchs aufrüstet.

Köln – In den letzten Jahren war es ruhig geworden um die Kölner Kaderschmiede. Nach dem Durchbruch von Timo Horn und Yannick Gerhardt schaffte es in den letzten fünf Spielzeiten kein Talent mehr in eine prägende Rolle bei den Profis des 1. FC Köln. Salih Özcan und Lukas Klünter kamen dem noch am nächsten, doch Letzterer wurde nach dem Abstieg 2018 nach Berlin verkauft, Özcan von Armin Veh nach Kiel verliehen (mit Kaufoption), obwohl Achim Beierlorzer ihn gerne behalten hätte. Andere wie Nikolas Nartey, Marcel Hartel oder Dominik Becker nahmen selbst Reißaus, um ihre Chance woanders zu suchen.

Viele Talente der letzten Jahre aus dem Kölner Nachwuchsleistungszentrum spielen inzwischen bei anderen Klubs in der Bundesliga, Zweiten oder Dritten Liga, haben den Sprung in den Profifußball aus Köln heraus also geschafft. Eine Auszeichnung für das NLZ des FC, aber eben nicht für die Profis, weil der Sprung dorthin aus vielerlei Gründen nicht gelang. Oft, weil Transfers von außen getätigt wurden und somit Kaderplätze für die Talente verbaute. Auch, weil das Vertrauen der sportlichen Führung bei den Profis nicht gegeben war. Die verschenkte Zweitliga-Saison 2018/19 ohne ein einziges gefördertes Talent lastete zuletzt schwer auf dem FC. Doch das scheint nun vorbei.

Heldts offene Arme für die Talente

Die Zeichen könnten nicht deutlicher sein: Nach Darko Churlinov am ersten Spieltag debütierten in den letzten Wochen auch Noah Katterbach, Ismail Jakobs und zuletzt Jan Thielmann für den FC in der Bundesliga. Vier Talente, von denen drei dabei geblieben sind. Während Churlinov (19) sich seinen Weg bei den Profis selbst verbaute, nutzten Katterbach (18), Jakobs (20) und Thielmann (17) ihre Chancen, blieben trotz ihrer ersten Einsätze auf dem Boden und boten sich durch sportliche Leistung anstatt durch markige Sprüche in Vertragsverhandlungen für die erste Mannschaft an. Das Trio steht nach den zwei Siegen über Leverkusen und Frankfurt plötzlich nicht nur für den Aufschwung in der Bundesliga, sondern auch für eine neue Chance, die der Nachwuchs bekommt.

Schon unter Achim Beierlorzer hatten sich die Türen für junge Spieler geöffnet. Markus Gisdol und Horst Heldt haben diesen Weg nun weitergeführt. „Das Leistungsprinzip steht über allem – und das ist altersunabhängig“, sagte Sportchef Heldt am Donnerstag. „Wenn ein 17-Jähriger die nötige Leistung bringt, hat er genau die gleiche Berechtigung zu spielen wie ein 30-Jähriger. Die Leistung ist der oberste Gradmesser. Und damit ist auch klar: Jeder Spieler kann es selbst beeinflussen.“ Es war eine offene Einladung an alle Talente bei den Geissböcken, die Chance zu suchen, sich über ihre U-Mannschaften für die Profis zu empfehlen. Weder Heldt noch Gisdol scheuen den Weg der Verjüngung und des frischen Blutes in der Mannschaft.

Wichtiges Zeichen: FC rüstet im Nachwuchs auf

Das Tor von Ismail Jakobs am Mittwoch gegen Frankfurt, aber auch Katterbachs bärenstarke Leistung hinten links sowie Thielmanns Vorlage zum 1:2 sind mehr als deutliche Anzeichen, dass sich beim FC etwas verändert. Jakobs, der im Sommer fast schon verkauft worden wäre – Katterbach, der so sicher agiert, dass Hector ins Zentrum rücken kann – Thielmann, der Erste aus der U17, die im Juni Deutscher Meister geworden war: drei Youngster, die nun wie ein Signal an die vielen weiteren großen Talente aufleuchten, die aus den aktuell so erfolgreichen U17-, U19- und U21-Teams nachrücken. Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein, da der FC mit U17-Kapitän Florian Wirtz verlängern möchte, mit Mathias Olesen gerade ein großes Talent langfristig gebunden hat und mit Philipp Wydra (Österreich) sowie Jae-hwan Hwang (Südkorea) zuletzt zwei große Talente aus dem Ausland für die U17 und U19 verpflichten konnte. Der FC rüstet im Nachwuchs auf und ist nun in der Lage, den Erfolg an die Profis weiterzugeben. Wenn das so bleibt, dürften Jakobs, Katterbach und Thielmann nur der Anfang sein.

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