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Keine Punktevorgabe: Gisdol fordert höchste Professionalität


Mit vier Punkten aus vier Spielen ist Markus Gisdol als Trainer des 1. FC Köln gestartet. Die beiden Auswärtsspiele in Leipzig und Berlin gingen verloren. Dagegen ist der neue FC-Coach daheim noch ungeschlagen. Nun geht es am Mittwoch wieder in die Fremde. Die Englische Woche verlangt den Geissböcken noch einmal viel ab. Sie soll die Wende für den Effzeh einleiten.

Köln – Eine starke zweite Halbzeit gegen Augsburg, ein starkes Spiel über 90 Minuten gegen Bayer Leverkusen: Diese drei Halbzeiten geben Anlass zur Hoffnung, dass der FC auch in den letzten beiden Hinrunden-Spielen bei Eintracht Frankfurt und gegen den SV Werder Bremen bestehen kann. Mit den Duellen gegen den Tabellen-12. und Tabellen-15. hat Köln Gegner vor der Brust, die ihre eigenen Probleme mit sich herumtragen. Da soll das eigene Selbstbewusstsein nach dem 2:0-Derbysieg vom Samstag helfen.

„Die Art und Weise, wie wir das Derby gespielt haben, war entscheidend“, freute sich Gisdol im Rückblick auf den Sieg über die Werkself. „Wir spüren alle zusammen, wie wir es packen können. Wir müssen eine Einheit zusammenschweißen, die alles bewegen kann. Das Spiel war ein erstes großes Signal. Daran müssen wir nun weiter arbeiten.“ Das erste große Signal, nicht nur nach außen an die Gegner, sondern vor allem nach innen gerichtet: an die Spieler, an die Betreuer, an die Mitarbeiter im Geißbockheim. Sportchef Horst Heldt und Trainer Gisdol beschwören seit ihrem Amtsantritt die Gemeinschaft. Am Samstag zahlte sie sich auf dem Platz aus.

Wir sind gut beraten weiter so zu agieren

Gisdol hatte sich für die Spieler mit der größten Laufstärke im Zentrum (Hector, Skhiri, Drexler) sowie auf den Flügeln für die schnellsten Profis im Kader (Ehizibue, Katterbach, Thielmann, Jakobs) entschieden. Diese Veränderung im Vergleich zu den ersten drei Spielen unter dem neuen Coach soll nun die Leitlinie für die nächsten Spiele sein. „Das ist für uns die Basis und wir sind gut beraten weiter so zu agieren“, stellte Gisdol klar. „Tempo über die Außen in der Bundesliga unabdingbar. Und im Zentrum haben wir gegen Leverkusen alles zugelaufen, jede kleine Lücke wurde geschlossen. Du brauchst also dieses läuferische Vermögen und dazu schnelle Regenerationsfähigkeit in der Englischen Woche.“

Das beste Beispiel für die Kölner Stärke gegen Bayer war Ellyes Skhiri. Der Tunesier lief fast 13 Kilometer, machte seine Arbeit unauffällig, aber höchst effektiv. Der 24-Jährige war zuletzt völlig überspielt, körperlich nicht mehr auf der Höhe gewesen. Nach der letzten Saison hatte er mit seiner Nationalmannschaft bis Mitte Juli beim Afrika Cup gespielt und war ohne große Pause anschließend beim FC eingestiegen. Doch statt in einer der folgenden Länderspielpausen auszusetzen und nicht zur Nationalelf zu reisen, verpasste Skhiri auch dann kein Spiel. Dieser Belastung hatte er zuletzt Tribut zollen müssen. Gisdol ließ den defensiven Mittelfeldspieler entsprechend gegen Augsburg und Union komplett draußen. Skhiri fehlte zwar der Mannschaft, konnte sich körperlich aber erholen und gegen Bayer wieder so agieren, wie der Tunesier zu Saisonbeginn aufgetreten war.

Frankfurt steht vor dem 30. (!) Pflichtspiel der Saison

Nun müssen Skhiri und Co. noch eine Englische Woche Höchstleistungen bringen, um möglichst viele Punkte zu sammeln. Dann stehen zumindest zehn freie Tage an. „Es geht jetzt darum, noch einmal mehr Profi zu sein als ohnehin schon“, forderte Gisdol Professionalität ein. „Gut nacharbeiten nach dem Training, sich mehr behandeln zu lassen, genügend und gut zu schlafen, gutes Essen, all das fordern wir jetzt für die Englische Woche noch intensiver ein.“ Frankfurt gilt als körperlich robuste Mannschaft, bestreitet am Mittwochabend gegen den FC aber schon sein 30. (!) Pflichtspiel der Saison. Die Belastungen aus Europa-League-Qualifikation und Gruppenphase forderten zuletzt ihren Tribut, in der Liga hat die Mannschaft von Adi Hütter seit fünf Spielen nicht mehr gewonnen. Doch der FC weiß aus eigener Erfahrung, dass die SGE kein leichter Gegner werden wird.

Deswegen forderte Gisdol am Montag auch schon, genau die gleichen Qualitäten wie im Derby in das nächste Spiel einzubringen. Nicht nur defensiv, sondern auch offensiv. Man müsse erneut alles investieren, um gegen den Ball alle Räume zu schließen und die Abstände beizubehalten. Dazu bräuchte es offensiv großes Engagement. „Torchancen bekommst du durch intensive Läufe, durch Läufe, die nicht im Fernsehen gezeigt werden, die aber Lücken reißen für die Mitspieler. Diese Basics will ich am Mittwoch auch wieder sehen“, sagte Gisdol, der für die letzten beiden Hinrundenpartien aber keine Zielsetzung vorgeben will. „Ich halte nichts von Punktevorgaben. Das ist nur unnötiger Ballast.“ Doch Gisdol weiß, dass die zarte Hoffnung aus dem Leverkusen-Spiel am Leben bleiben muss. Und dies wäre mit einem Punktgewinn bei der Eintracht gegeben. Auch deswegen wird es schon am Dienstag nach dem Abschlusstraining mit dem Zug nach Frankfurt gehen. Obwohl das Spiel erst am Mittwochabend um 20.30 Uhr angepfiffen wird, reisen die Kölner einen Tag vorher nach Hessen. Voller Fokus auf Frankfurt.

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