, ,

Jetzt auch beim FC! „Gehaltsverzicht eine Selbstverständlichkeit“

Andere Vereine und Fußballer haben es vorgemacht. Nun wollen auch die Spieler und Verantwortlichen des 1. FC Köln auf Teile ihrer Gehälter zugunsten des Vereins und der Mitarbeiter der Geschäftsstelle verzichten. Das erklärte Trainer Markus Gisdol am Freitag. Öffentlich machen wollen es die Profis aber offenbar nicht.

Köln – Es war so voll wie seit Tagen nicht mehr am Geißbockheim. Während die Geschäftsstelle inzwischen auf einen Mitarbeiter pro Büro heruntergefahren wurde und die restlichen Angestellten im Home-Office arbeiten, fuhren am Freitag die Trainer und Spieler sowie sportlichen Leiter der Profi-Abteilung vor. Man besprach sich für die nächsten zehn Tage bis zum mutmaßlich ersten Mannschaftstraining am 6. April. Es gab neue Trainingspläne, die Spieler nahmen Autogrammkarten mit nach Hause.

Markus Gisdol sprach erstmals in der Coronavirus-Krise via Videokonferenz mit den lokalen Medienvertretern. Ansonsten diskutierte der Chefcoach die nächsten Schritte mit seinem Trainerteam und der Mannschaft. Auch Horst Heldt und Alexander Wehrle sowie Frank Aehlig waren vor Ort, und so gab es auch das erste Treffen des Mannschaftsrates während der Pandemie. Man versuchte Abstand voneinander zu halten. Immer gelang dies aber nicht. Letztlich hatte man sich zusammengefunden, um Dinge zu besprechen. Wichtige Themen, nicht nur die nächsten Heim-Trainingstage. Auch die Führungsspieler mussten ihren Beitrag leisten.

Zuversichtlich, dass wir die Ligen erhalten können

Und so machte der Mannschaftsrat offenbar den Weg frei für einen Gehaltsverzicht der FC-Profis. In welcher Höhe und in welchem Zeitrahmen, wurde nicht bekannt. Das soll, laut Gisdol, wohl auch so bleiben. „Wir haben gesprochen, dass wir das intern behandeln wollen“, sagte der FC-Trainer. „Aber diese Dinge sind für uns, sind für mich, eine Selbstverständlichkeit.“ Nachdem in den letzten Tagen zahlreiche Mannschaften diesen Schritt bereits gegangen waren und zudem einzelne Spieler mit privat gespendeten Summen (auch Jonas Hector) vorangegangen waren, legten nun also auch die FC-Spieler im Sinne des Klubs nach. Die Details wird man womöglich erst erfahren, sobald im Herbst die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres vorgelegt werden.

Doch Gisdol machte klar, dass es aktuell um mehr gehe also nur um die nächsten Spieltage. „Ich sehe, wie solidarisch die Klubs miteinander sind, selbst vermeintliche Konkurrenten. Zum Beispiel stellen unsere Champions-League-Klubs Gelder zur Verfügung. Spieler engagieren sich sozial und verzichten auf Teile ihres Gehalts. Alle sitzen irgendwie doch in einem Boot und sind sich bewusst, in welcher Situation wir uns befinden“, sagte der 50-Jährige. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Ligen erhalten können. Vielleicht müssen wir ein wenig abspecken, aber das wäre nicht schlimm.“

7 Kommentare
  1. Gerd1948 says:

    Ist ja schon schlimm genug,dass man sich anscheinend so gemassregelt fühlt,diese Selbstverständlichkeiten publik machen zu müssen. Eben genau das,was Freund Söder penetrant in den Raum gestellt hat und dafür völlig zu Recht scharfe Kritik,nicht nur von Heldt dafür erntete.

  2. Klaus Höhner says:

    Kommt immer auf den Verein an, der eine Posaunt es in der Tagesschau, der andere macht es aus Überzeugung und das ist gut so. Der FC hat das Anlaufen der Tafel in Köln schon unter Beweis gestellt „spürbar anders „,ist doch schön. Normalerweise hätten wir jetzt schon wieder drei Punkte im Sack, Abstieg ade.

  3. Franz-Josef Pesch says:

    Ich finde das Spieler die zeigen müssen wie toll sie sind, indem sie ihre Spende der Presse angeben, was und wieviel sie spenden haben ein
    Selbstdarstellungsproblem. Wenn ich spende und wieviel sollte jeder für sich entscheiden. Die jetzige Spende aller Spieler des FC ist ok, aber
    jeder für sich individuell. Die Initiative des FC, Kölner Tafeln zu unterstützen ist bei vielen Anhängern der Vereins sehr gut angekommen. Eine tolle und lobenswerte Aktion ….Danke !

  4. Klio says:

    Es gibt unterschiedliche Ansätze, wie man in der jetzigen Situation seinen Beitrag leisten kann, und wir sollten uns mit einer vorschnellen moralischen Bewertung zurückhalten. Wenn Spieler große Spendenbeträge öffentlich machen, kann das der Versuch sein, andere zur Nachahmung anzuregen. Man sollte da nicht direkt Selbstdarstellungszwecke unterstellen. Auf der anderen Seite kam auf die Spendenaktion der Nationalmannschaft doch tatsächlich schon Kritik von Journalisten, dass die bisherige Gesamtsumme „peinlich“ sei. Das ist auch ein Unding. Niemand weiß, wo Nationalspieler sonst noch spenden. Dabei anonym bleiben zu wollen, ist genauso ehrenwert. Und dass es nicht nur um das Raushauen großer Summen geht, sondern auch um den gut überlegten Einsatz der Spenden, sollte doch jedem klar sein.
    Dass der FC veröffentlicht, dass die Mannschaft ihren Beitrag leistet, ist ein wichtiges Signal nach innen und außen. Die genauen Zahlen intern zu halten, ist nur klug. Erstens ist das eine FC-interne Sache und zweitens würde man vollkommen unabhängig davon, wie groß der Verzicht ist, immer Leute finden, die meinen, das kritisieren zu müssen – ob Journalisten oder anonyme Foristen. Wichtig ist, dass die Mannschaft eine einheitliche Linie gefunden hat. Nur so funktioniert später der Teamzusammenhalt. Dem einen, der weniger Verpflichtungen hat und der auch gute Verdienstperspektiven nach der Fußballkarriere hat, fällt der Verzicht wahrscheinlich einfacher als einem anderen, von dessen Gehalt viele andere ernährt müssen und der nach der Karriere von dem leben muss, was er in wenigen Jahren verdient hat. Da einen Kompromiss zu finden, den alle mittragen, ist gut.

  5. Klaus Höhner says:

    Die Aktion die der FC mit der Tafel wieder neu belebt hat und der Vorstandschef von REWE wurden hier im Forum von einigen Schwachsinnigen User kritisiert. Man kann beim FC machen was man will Vorstand, Sportliche Leitung,Trainer Team oder Spieler irgendwelche Deppen müssen mosern sonst sind sie nicht glücklich. Nörgler raus.

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar