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Beeindruckende Statistik: Jakobs sprintet allen davon


Der 1. FC Köln hat vor der Coronavirus-Pandemie einen wahren Lauf hingelegt und sich vom letzten Tabellenplatz ins gesicherte Tabellenmittelfeld vorgekämpft. In der Rückrunden-Tabelle liegt die Elf von Trainer Markus Gisdol sogar auf dem vierten Platz. Zwei Spieler ragen dabei mit besonderen Attributen heraus, die im modernen Fußballspiel längst unverzichtbar geworden sind. 

Köln – Dass der 1. FC Köln unter Markus Gisdol weitaus fitter und austrainierter auftritt als noch unter Achim Beierlorzer, wurde in den vergangenen Monaten immer wieder deutlich und längst als mit entscheidender Faktor für den Kölner Aufschwung festgestellt. In der Hinrunde noch liefen die Geißböcke in fast jedem Spiel nicht nur deutlich weniger als ihre Gegner, sondern auch mit einer geringeren Intensität.

Inzwischen jedoch ist die Kölner Athletik nach einem intensiven und kräftezehrenden Trainingslager in Benidorm zu einem Faustpfand im Abstiegskampf geworden, sodass der Blick mittlerweile sogar eher in die obere Tabellenhälfte gerichtet werden kann. Dabei sprachen in den Wochen vor der Aussetzung des Spielbetriebs nicht nur die Ergebnisse für den Wandel der Geißböcke, mittlerweile ist dieser auch an den blanken Zahlen abzulesen. Nicht nur, dass die Kölner nun meist mehr Kilometer abspulen als ihre Gegner. Zwei Kölner führen sogar die Statistikbücher derzeit an.

Das ist die Repeated Sprint Ability

In den acht bisherigen Rückrundenspielen absolvierte Ismail Jakobs laut der kicker-Datenbank die meisten Sprints aller Bundesligisten. Dabei lässt der Kölner Youngster prominente Namen hinter sich. Insgesamt 335 Sprints zog der 20-jährige bislang schon in der Rückrunde an, das sind im Schnitt knapp 42 Sprints pro Spiel. Auf Platz zwei und drei liegen Alphonso Davies von den Bayern mit 282 Sprints und der Schalker Benito Raman mit 280 Sprints bereits deutlich zurück. Jakobs beweist dabei mit seinen zahlreichen Sprints nicht nur Zug zum Tor, sondern ist gleichzeitig auf dem linken Flügel der erste verteidigende FC-Akteur. Mit seinem aggressiven Anlaufen und dem damit einhergehenden Druck auf die gegnerische Abwehrreihe sorgt Jakobs so auch für Entlastung bei Noah Katterbach oder Benno Schmitz hinter sich.

Um zu den herausragenden Akteuren im modernen Fußballprofi zu zählen, benötigt es mittlerweile weitaus mehr als nur eine gute Technik oder Spielübersicht. Das Lauf- und Sprintvermögen gehören zu dem Gesamtpaket eines Profifussballers unabdingbar dazu. Zwar wird der allgemeine Fitnesszustand meist durch die zurückgelegte Laufdistanz eines Spielers bzw. einer gesamten Mannschaft beschrieben, allerdings werden in der Analyse heutzutage weitere Aspekte zur Bewertung hinzugezogen. Um die athletischen Anforderungen genauer darzustellen, wird in der Sportwissenschaft heutzutage die Repeated Sprint Ability genutzt. Dieser Wert beschreibt die Möglichkeit eines Spielers, über die gesamte Spielzeit von 90 Minuten immer wieder seine maximale Sprintleistung abrufen zu können. Mit Ismail Jakobs haben die Kölner einen Spieler in ihren Reihen, der als Vorzeigeathlet dieser Repeated Sprint Ability dienen kann.

Die Grenzen der physischen Stärke

Doch nicht nur Jakobs hat in dieser Hinsicht beim FC als führender Profi der Bundesliga eine enorme Entwicklung hingelegt. Vielmehr hat sich die gesamte Mannschaft auf ein neues Fitnesslevel gebracht. Insgesamt absolvieren die Spieler pro Partie knapp 40 Sprints mehr als noch in der Hinserie. Entscheidend ist dabei auch der Unterschied zur herkömmlichen, einmaligen Schnelligkeitsleistung, die mit einem erhöhten Müdigkeitsfaktor einhergeht. Vereinfacht gesagt geht es dabei darum, nicht nur zu Beginn einer jeden Partie seine maximale Schnelligkeit abrufen zu können, sondern auch nach 70 oder 80 Minuten noch im Stande zu sein in die Sprintduelle gehen zu können.

Spiele lassen sich zwar nach wie vor nicht alleine durch die Physis entscheiden. Ein Beispiel ist der SC Paderborn, eine überaus fitte und schnellkräftige Mannschaft, die jedoch in der Bundesliga trotzdem kaum konkurrenzfähig ist. Oftmals sind es aber die letzten Körner, die in der Schlussphase einer Partie den Ausschlag geben können. Dabei ist der Stellenwert der körperlichen Leistungsfähigkeit in den vergangenen zwei Jahrzehnten enorm gestiegen. Alleine die Installation der vielen Athletiktrainern bei den Bundesligisten zeigt, wie viel Wert inzwischen auf die Physis gelegt wird. Dabei können nicht nur die besonders sprintstarken Spieler in Europas Top-Ligen den Unterschied ausmachen, sondern auch jene, die über 90 Minuten die meisten Kilometer abspulen können.

Skhiri führt weitere Top-Statistik an

Zu diesen Profis zählt beim 1. FC Köln und überhaupt in der Bundesliga bekanntermaßen Ellyes Skhiri. Dass der 24-jährige über ein enormes läuferisches Potential verfügt, ist hinlänglich bekannt und wusste bereits Armin Veh bei dessen Verpflichtung. Doch auch der Tunesier hat in der Rückrunde unter Markus Gisdol noch einmal draufgepackt. So führt auch Skhiri eine Statistik in der Bundesliga nach acht Spielen in der Rückserie an. Mit 102,3 Kilometern zwischen Spieltag 18 und 25 lief der Kölner am meisten von allen Bundesliga-Profis. Auch bei ihm ist der Vorsprung auf die folgenden Plätze bereits beachtlich: Auf Platz zwei liegt der Paderborner Sebastian Vasiliadis mit 94,5 Kilometern. Rang drei belegt Marcel Sabitzer von RB Leipzig mit 94,1 Kilometern. Damit lief Skhiri in acht Spielen 7,8 Kilometer mehr als die ärgsten Verfolger und damit knapp einen Kilometer pro Partie.

Somit zählen sowohl Jakobs als auch Skhiri in dieser Saison – insbesondere der Rückrunde – zu den Unterschiedsspielern beim 1. FC Köln. Beim FC kann man nur hoffen, dass die beiden Profis ihre Stärken auch über die Corona-Pause retten und damit auch in der entscheidenden Schlussphase der Saison einbringen können.

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