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„Der 1. FC Köln gehört nicht zu den insolvenzbedrohten Vereinen“


Die Coronakrise hält gesellschaftlich wie wirtschaftlich derzeit fast die gesamte Weltbevölkerung in Atem. Auch der Fußball ist von den Folgen der Pandemie nicht ausgenommen. Nach einem Medienbericht seien aktuell viele Vereine der Bundesliga und der 2. Liga finanziell akut von einer möglichen Insolvenz bedroht. Der 1. FC Köln zählt jedoch nach Angaben von Geschäftsführer Horst Heldt nicht zu diesen Vereinen.

Köln – Die Coronakrise macht auch vor dem Fußball nicht halt. Nicht nur, dass der Spiel- und Trainingsbetrieb vorübergehend eingestellt werden musste, auch die wirtschaftliche Lage vieler Vereine gestaltet sich durch die fehlenden Einnahmen als dramatisch. Wie der Kicker kürzlich berichtete, seien 13 der 36 Profivereine aufgrund der Corona-Pandemie akut von einer Insolvenz bedroht.

FC gehört nicht zu den bedrohten Vereinen

Dieses Ergebnis resultiere aus der Bestandsaufnahme der Vereine, die bei der DFL vorgelegt werden sollten. Während insbesondere die Vereine aus der 2. Bundesliga betroffen sein sollen, könne ein Verein in der Bundesliga nur noch bis Mai seinen Verpflichtungen nachkommen. Drei weitere Bundesligisten müssten im Juni Insolvenz anmelden. Dies gelte vor allem, wenn die eigentlich für Anfang Mai geplante vierte Auszahlung der TV-Gelder aufgrund ausbleibender Spiele nicht gezahlt würde. Zudem fehlen den Vereinen aufgrund der wahrscheinlichen Geisterspiele bis zum Saisonende die Einnahmen aus den Heimspielen. Beim FC belaufen sich diese nach Angaben von Geschäftsführer Alexander Wehrle pro Heimspiel auf 1,8 Millionen Euro.

Auch Clemens Tönnies, Aufsichtsrat von Schalke 04, macht sich Sorgen um die Liquidität der Bundesliga-Vereine, sollte es möglicherweise zu einem Saison-Abbruch kommen. „Dann würden wir so manchen Verein nächste Saison nicht wiedersehen“, befürchtete der 63-jährige in der Welt am Sonntag. Laut FC-Geschäftsführer Horst Heldt soll es sich bei den vier bedrohten Bundesliga-Vereinen aber nicht um den 1. FC Köln handeln. „Ich weiß nicht, ob es wirklich stimmt, dass 13 von 36 Vereinen bedroht sein sollen. Aber der 1. FC Köln gehört nicht zu den möglichen insolvenzgefährdeten Vereinen.“ Zwar habe man auch beim FC wie alle anderen nicht mit einer solchen Situation gerechnet, trotzdem sei man am Geißbockheim zuversichtlich, durch die Krise hindurchzukommen. „Es gibt viele Szenarien, wie wir uns gegenseitig unterstützen, damit der Betrieb aufrecht gehalten wird. Wir machen uns Gedanken, wie wir dem Ausfall entgegentreten können.“

80 FC-Mitarbeiter in Kurzarbeit

Ein mögliches Szenario ist dabei der Gehaltsverzicht des Profiteams. Nach einem ersten Gespräch mit dem Spielerrat führen die Verantwortlichen am Geißbockheim aktuell mit jedem Spieler Einzelgespräche. „Das Feedback ist positiv und jeder ist bereit, seinen Teil dazu beizutragen“, erklärte Horst Heldt. Gleichzeitig hat der Verein 80 Mitarbeiter,  die unter der dafür festgelegten Bemessungsgrenze von 6900 Euro liegen, in Kurzarbeit geschickt. „Es geht darum, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig wollen wir aber keine Menschen entlassen“, sagte Heldt. Der Verlust vom normalen Gehalt gleicht der FC allerdings aus, sodass die Mitarbeiter keinen finanziellen Verlust erleiden. „Viele Menschen verdienen im Monat weitaus weniger als in anderen Bereichen. Daher fangen wir den Verlust zu hundert Prozent auf.“ Einen Anteil daran haben auch die Profis, die auf Teile ihres Gehaltes verzichten wollen. Zwar seien die Gespräche über das konkrete Modell noch nicht vollends abgeschlossen, doch die Bereitschaft, dem Klub in der schwierigen Situation zu helfen, sei bei allen Spielern vorhanden.

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