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Transfer-Sommer: Das ist der Worst Case für den 1. FC Köln


Nicht nur der Spielbetrieb liegt in den nationalen wie internationalen Ligen derzeit auf Eis. Das ungewisse Saisonende bringt gleichzeitig Schwierigkeiten in der personellen Planung für die kommende Saison mit sich. Beim 1. FC Köln spielt man aktuell alle möglichen Szenarien durch und geht dabei vom schlechtesten Fall aus. 

Köln – Das Frühjahr in Deutschlands Profi-Fußballligen bringt immer viele Fragezeichen mit sich. Zum einen befinden sich die Mannschaften üblicherweise in der heißen Phase des Ligabetriebs. Zum anderen müssen die Verantwortlichen bereits einen Blick in die Zukunft werfen und die Planungen für die nächste Saison in Angriff nehmen. „Man hat in einem anbahnenden Transferfenster immer viele Fragezeichen“, bestätigte Horst Heldt am Montag. Aufgrund der Coronakrise und der derzeit ungewissen Fortführung des Spielbetriebs würden diese nicht weniger. Im Gegenteil: „Die Fragezeichen haben sich jetzt nochmal verdoppelt oder verdreifacht.“

Ich würde gerne in die Glaskugel schauen

Unklar ist aktuell, welchen Einfluss die Krise wirtschaftlich für die Vereine haben wird und wie sich dies auf die Ablösesummen und Gehälter der Spieler auswirkt. Doch durch die derzeitige Unterbrechung in allen Ligen und die wahrscheinliche Verlängerung der Saison, ist überhaupt noch unklar, wann und in welcher Form das Transferfenster öffnen wird. Üblicherweise öffnet das Transferfenster der Bundesliga am 1. Juli und schließt am 31. August. Ob das auch in diesem Jahr so sein wird, ist aktuell ungewiss und darf aufgrund der derzeitigen Situation bezweifelt werden. Trotzdem spielt man beim FC schon die möglichen Szenarien durch. „Es macht Sinn, sich vorzubereiten und Sachen zu durchdenken“, erklärte Heldt. „Allerdings wissen wir ja noch nicht wann das Fenster geöffnet wird und wie lange es geöffnet bleibt oder ob es überhaupt geöffnet wird.“ Am Ende wird die FIFA nach einem Austausch mit den verschiedenen Ligen eine Regelung vorgeben. „Es ist aber davon auszugehen, dass es tendenziell später losgehen und enden wird“, glaubt der Geschäftsführer des 1. FC Köln. „Wie es dann im Detail aussehen wird, ist spannend und wir werden es erleben. Ich würde gerne in die Glaskugel schauen. Aber es ist wichtig, auf alle möglichen Szenarien vorbereitet zu sein.“ Wie das Sportmagazin The Athletic am Montagmittag bekannt gab, soll die FIFA die Saison auf unbestimmte Zeit verlängern, womit auch die am 30. Juni auslaufenden Verträge kurzfristig verlängert werden könnten. Nach Angaben des Magazins will die FIFA diesen Plan im Laufe der Woche bekannt geben.

Das ist die Worst Case-Betrachtung

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Einnahmen durch mögliche Spielerverkäufe geringer ausfallen dürften, als unter gewöhnlichen Umständen. Doch besonders schwierig würde es für den FC, sollte das Transferfenster in diesem Sommer überhaupt nicht öffnen. Nicht nur, dass die Kölner dann keine Chance auf einen Verbleib von Mark Uth hätten und sich auch sonst nicht verstärken könnten. Aktuell sind zehn Spieler des FC an andere Vereine ausgeliehen, die in der kommenden Saison dann wieder bei den Geißböcken auf der Gehaltsliste stehen würden. „Wir gehen immer von einer Worst Case-Betrachtung aus“, sagte Heldt und erklärte: „Der Worst Case ist, dass wir nächstes Jahr alle Spieler da haben, die bei uns unter Vertrag stehen.“ Aktuell haben die Geißböcke 28 Spieler im Kader, nicht mit allen plant man auch in der kommenden Spielzeit. Ohne Transferfenster würden mit Mark Uth und Toni Leistner zwei Leihspieler die Kölner im Sommer wieder verlassen, der Vertrag von Thomas Kessler läuft Stand jetzt am 30. Juni aus. Mit den zehn Rückkehrern hätte der FC zur kommenden Saison dann einen aufgeblähten Kader von 35 Profis in seinen Reihen. Nicht nur für den Trainingsbetrieb der Kölner wäre das kaum zu stemmen und eine Trainingsgruppe zwei wäre wohl unausweichlich. Auch finanziell wäre der Aufwand mit 35 Profis enorm.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu keinen Transfers in diesem Sommer kommt, ist zwar gering. Trotzdem berücksichtigt man am Geißbockheim auch diese Option, in dem Heldt erklärte: „Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet.“

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