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Nach Saison-Abbruch in Belgien: Wie geht es mit Sobiech weiter?


Die Jupiler Pro League in Belgien ist die erste europäische Top-Liga, die ihren Fußballbetrieb für den Rest der Saison eingestellt und die Liga vorzeitig für beendet erklärt hat. Zwar ist die Entscheidung noch nicht final und von der UEFA scharf kritisiert worden. Doch ist es unwahrscheinlich, dass daran noch einmal gerüttelt wird. Damit ist die Leihe von Lasse Sobiech vom 1. FC Köln zu Royal Excel Mouscron vorzeitig beendet.

Köln/Mouscron – Ende Januar, kurz vor Schluss der Wechselperiode im Winter, meldeten die beiden Klubs Vollzug: Lasse Sobiech verließ den FC und ging für ein halbes Jahr nach Belgien. Geschäftsführer Horst Heldt sagte damals: „Lasse kam bei uns zuletzt kaum zum Einsatz. Deshalb ist der Wechsel genau der richtige Schritt. Bei Mouscron hat er die Chance, Spielpraxis zu sammeln und das ist derzeit am wichtigsten für ihn.“

Doch nur sechs Wochen später war das Abenteuer für Sobiech schon wieder vorbei, zunächst nur unterbrochen und schließlich offiziell beendet. Sechs Ligaspiele absolvierte der 29-Jährige in der belgischen Innenverteidigung an der Seite von Ex-FC-Verteidiger Kevin Wimmer, holte drei Siege und musste drei Niederlagen einstecken. Gegen Oostende gelang Sobiech gar ein Tor per Kopf nach einem Freistoß. Doch statt nun mit den Playoffs weiterzumachen und dort weitere Einsätze zu bekommen, ist Sobiechs Saison schon vorbei – und die Hoffnung auf weitere Spielzeit dahin.

UEFA droht Belgien mit Ausschluss

Das Transferfenster ist geschlossen, offiziell steht Sobiech noch bis zum 30. Juni in Belgien unter Vertrag, eine Rückholaktion nach Köln oder ein Weiterverleih zu einem anderen Klub – selbst wenn in den nächsten Wochen in irgendeiner Liga wieder Fußball gespielt werden sollte – ist nicht möglich. So oder so hat Sobiech nun schon ab April eine vorgezogene Sommerpause. Zumindest sofern die Generalversammlung der Pro League die Entscheidung über den Saisonabbruch am 15. April bestätigen sollte. Doch davon gehen in Belgien alle aus.

Schließlich konnte die Liga den Abbruch gut verargumentieren. Nicht nur sportlich, indem der FC Brügge einen Spieltag vor Ende der Hauptrunde mit 15 Punkten Vorsprung zum Meister erklärt wurde. Da zudem entschieden wurde, dass es keine Absteiger geben wird, wird es auch aus der unteren Tabellenregion keine Klubs mit Beschwerden geben. Einzig die UEFA könnte da noch einmal etwas dran ändern, zumindest versuchte dies der europäische Fußballverband umgehend. In einer Mitteilung an alle nationalen Verbände ließ die UEFA wissen: „Die Teilnahme an den Klub-Wettbewerben der UEFA wird anhand der erreichten sportlichen Ergebnisse am Ende eines vollständigen nationalen Wettbewerbs festgelegt“, hieß es laut ARD in dem UEFA-Schriftstück. „Ein Abbruch würde Zweifel aufwerfen, ob diese Voraussetzung erfüllt ist. Die UEFA behält sich das Recht vor, den Anspruch der Vereine auf Zulassung zu beurteilen.“

Mit Ausnahmegenehmigung zurück ins FC-Training?

Kurzum: Die UEFA drohte Belgien direkt einmal mit einem Ausschluss aus der Champions League und der Europa League für die kommende Saison. Ob dies während der Coronavirus-Pandemie zu einem Umdenken in Belgien führen wird, ist kaum vorstellbar. Vielmehr betonte man in Belgien, man habe eine soziale Verantwortung, der man gerecht werden müsse. Einzig für Lasse Sobiech ist der Saisonabbruch bitter. Der Innenverteidiger konnte sich weder die nötige Spielpraxis für die nächste Saison holen noch sich nachhaltig für das nächste Transferfenster im Sommer ins Rampenlicht spielen. Im Gegenteil: Sobiech verliert durch den Saisonabbruch nicht nur Spielpraxis, sondern auch die Trainingsmöglichkeiten in den nächsten Monaten, denn Mouscron dürfte kaum versuchen in Corona-Zeiten den Trainingsbetrieb aufrecht erhalten. Eine monatelange Pause bis zum Beginn der Vorbereitung auf die nächste Saison steht bevor, während andere Ligen hoffen, im Mai und Juni wieder trainieren und spielen zu können. Sobiech wird dann zum Zuschauen verdammt sein, es sei denn, der FC und Mouscron einigen sich darauf, dass der Innenverteidiger mit einer Ausnahmegenehmigung zumindest wieder am Kölner Training teilnehmen darf. Doch darüber müssten die Klubs erst noch sprechen.

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