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Reduzierte Stadionpacht? „Um den FC muss sich niemand Sorgen machen“

Der 1. FC Köln wird vorerst nicht mit der Stadt Köln über eine Stundung oder einen Erlass der Stadionpacht verhandeln. Das erklärte Geschäftsführer Alexander Wehrle am Mittwoch. Die Geissböcke seien zuversichtlich, dass sie den wirtschaftlichen Schaden für den Klub durch die Coronavirus-Krise im Rahmen halten könnten. Dennoch gilt ein Umsatzverlust in zweistelliger Millionen-Höhe schon jetzt als sicher.

Köln – Alexander Wehrle wollte sicher gehen, dass kein anderer Eindruck entstehe. „Wir haben weder ein Problem mit dem Eigenkapital noch mit der Liquidität“, erklärte der FC-Finanzboss am Mittwoch in einer Videokonferenz mit Journalisten. „Wir haben einen gewissen finanziellen Spielraum und müssen uns Stand heute keine Sorgen um den FC machen.“

Die Geissböcke wissen zwar, dass ein Großteil des über die letzten Jahre aufgebauten Eigenkapitals am Ende der Saison aufgebraucht sein dürfte. Und doch hofft Wehrle, dass der FC mit einem blauen Auge aus der Saison gehen könnte. Bislang hat der 45-Jährige in den internen Planungen nur die noch ausstehenden fünf Heimspiele der Saison abschreiben müssen. Zwar setzt die Deutsche Fußball Liga alles daran, die Spielzeit regulär bis zum 30. Juni 2020 zu beenden. Doch selbst wenn dies gelingen sollte, würden die Bundesliga-Spiele wohl ohne Zuschauer stattfinden. „Jedes Heimspiel ohne Zuschauer kostet uns im schlimmsten Fall 1,8 Millionen Euro“, sagte Wehrle. Bei noch fünf ausstehenden Heimspielen wären dies neun Millionen Euro Umsatzausfälle. Hinzu kommen Einnahmeausfälle in den aktuell geschlossenen Fanshops sowie eventuelle Mindereinnahmen im Sponsoring.

Ausgaben: Zwei große Stellschrauben für den Effzeh

Auf der Ausgabenseite könnte der FC dagegen an zwei großen Stellschrauben drehen. Wehrle erklärte, mit den FC-Profis in der kommenden Wochen detailliert über einen Gehaltsverzicht sprechen zu wollen. Ein erstes Gespräch mit dem Mannschaftsrat bestätigte er. Daraus sei eine generelle Bereitschaft hervorgegangen, die man ab dem 6. April in weiteren Besprechungen konkretisieren werde. Wehrle betonte aber erneut, man wolle dieses Thema intern behandeln und nicht, wie andere Klubs, offensiv kommunizieren. Ebenso zurückhaltend äußerte sich Wehrle bezüglich der Stadionpacht. Bekanntlich zahlen die Geissböcke aktuell jährlich rund 9,5 Millionen Euro an die Stadt Köln als Pacht für das RheinEnergieStadion.

„Wir haben mit der Stadt Köln bislang keine Gespräche geführt. In der aktuellen Situation würde das auch recht wenig Sinn ergeben, solange wir nicht wissen, wie die Saison weitergeht“, sagte Wehrle. „Die Gespräche werden natürlich noch folgen. Dafür ist jetzt aber noch nicht die Zeit.“ Der Effzeh wird also wohl auf die Stadt zugehen in der Hoffnung, aufgrund der Ausnahmesituation einen Teilerlass herbeizuführen. Doch weil die Geissböcke neben der Stadionpacht auch noch die Projekte des Geißbockheim-Ausbaus und des Stadion-Ausbaus perspektivisch auf dem Tableau haben, dürften die Gespräche unter besonderen Vorzeichen stattfinden.

13 Kommentare
  1. Gerd1948 says:

    Genau Klaus,lass uns den Laden dicht machen.Wer als erstes beim AA Köln ist bekommt ne Fortbildung als Greenkeeper beim FC Bayern,nebst dreisekündiger Meisterfeier.Nachfolger für Loddar werden immer gesucht,achne der durfte ja nicht.

  2. Boom77 says:

    Ganz ehrlich… Ich halte dieses Vorgehen fast schon für grob fahrlässig. Es geht ja um eine Reduzierung der Pacht, nicht um einen gänzlichen Verzicht oder eine gänzliche Zahlungsverweigerung á la Adidas, H & M & Co. Aber Fakt ist, wir zahlen eh schon einen Pachtzins der – zumindest meie ich, das mal gelesen zu haben – über dem marktüblichen Pachtzahlungen für so ein Stadion in der Bundesliga liegt. Die Stadt köln tut doch sonst nichts für den FC (siehe Umbau Geißbockheim, Stadionumbau/Stadionerweiterung). Der FC für die Satdt köln aber allein schon durch die über Markt liegenden Pachtzahlungen über die Jahre viel. Warum sollen wir jetzt nicht wegen der Geisterspiele eine Anpassung der Pacht verlangen? Nur, damit wir nicht als „ach so klamm“ dastehen? Dass wir klamm sind oder zumindest Dank Corona im Sommer in jedem Falle sein werden, ist doch kein Geheimnis. Da kann der Wehrle doch jetzt erzählen was er will. Außerdem… wenn wir jetzt so ein Zeichen setzen, dass es uns wirtschaftlich doch gar nicht schlecht geht, ist das doch auch schlecht für etwaige Transfergespräche im Sommer. Wer glaubt uns denn dann, dass wir nicht so viel Kohle haben, um die Summe x für den Spieler Y zu zahlen? Das was Wehrle hier erzählt, passt doch auch im kontext zu den anderen Themen, zu denen er sich in ganz anderer Weise geäußert hat, nicht. Die Transferüberlegungen liegen auf Eis, weil keiner jetzt weiß, wieviel Geld wir im Sommer für Transfers zur Verfügung haben werden und ob überhaupt dann Geld dafür da sein wird, dass wir die Pacht vollständig bezahlen können (werden), weiß er aber jetzt schon??

  3. Klaus Höhner says:

    Es geht hier nicht um Transfers im Sommer, hier geht um Liquidität gegenüber der DFL um die Lizenz für die nächste Saison zu bekommen so habe ich das verstanden und da hat A.Wehrle schon recht.Die Stadionpacht ist gegenüber anderen Städten zu hoch wenn ich richtig informiert bin sind das 10 Millionen pro Saison.

  4. Gerd1948 says:

    Das Thema ist einfach noch nicht da,weil man nicht weiss,wanns wieder los geht.Natürlich muss man auf Kulanz seitens der Stadt hoffen. Wenn ich dran denke,dass der FC in knapp 9 Jahren ca. 100 Millionen an Pacht löhnt…es ist schon was,was einen im Wettbewerb total zurück wirft.

    • Boom77 says:

      Doch. Das Thema ist schon da. Selbst mit Geisterspielen. Denn Geschäftsgrundlage des Pachtvertrages ist mit Sicherheit, dass das Stadion zum Fußballbetrieb mit Zuschauern genutzt wird. Jetzt bekommt man erstmal – wenn überhaupt – eine Nutzung ohne Zuschauer. Das wäre, wie wenn der Karstadt öffnen, aber keine Kunden reinlassen drüfte.

      Oder anders: Um die TV-Gelder im Rahmen der Geisterspiele zu erhalten, müssen wir diese nicht im Rhein-Energie-Stadion abhalten, Die TV-Gelder würden wir auch bekommen, wenn wir die Spiele im Franz-Kremer-Stadion oder sonst wo abhalten.

      Das Thema ist definitiv schon da.

  5. Dieter says:

    Ich weiß gar nicht wieso wir die Geisterspiele nicht einfach im Franz Kremer Stadion spielen sollten, wieso diskutiert das keiner. Da wäre auch der Hall von dem rumgebrülle Einzelner nicht so schlimm. Und man könnte mit der Stadt ganz anders diskutieren wenn man das Stadion 1/3 Saison gar nicht benutzt hat.

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