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Verwirrung um Rexhbecaj-Deal: Kann Wolfsburg die Kaufoption umgehen?


Seit dem vergangenen Winter spielt Elvis Rexhbecaj für den 1. FC Köln. Die Geißböcke haben den Mittelfeldspieler bis zum Sommer 2021 vom VfL Wolfsburg ausgeliehen und sich anschließend auch eine Kaufoption gesichert. Diese soll nun aber an die Zustimmung von Wölfe-Geschäftsführer Jörg Schmadtke gebunden sein. 

Köln – Als Horst Heldt im Winter-Trainingslager in Benidorm verkündete, dass Elvis Rexhbecaj noch am selben Abend zum 1. FC Köln stoßen würde, fand der Geschäftsführer viele lobende Worte für den 22-jährigen. „Elvis ist ein sehr laufstarker und disziplinierter Spieler. Im Mittelfeld kann er auf verschiedenen Positionen flexibel zum Einsatz kommen und wird unsere Qualität in diesem Bereich verbessern“, freute sich Heldt im Januar über die anderthalbjährige Leihe des Wolfsburger Eigengewächs. Gleichzeitig bestätigte der 50-jährige, dass sich der FC im Anschluss an die Leihe eine Kaufoption für den Spieler gesichert hätte. Diese soll dem Vernehmen nach bei knapp sieben Millionen Euro liegen.

Kann Schmadtke sein Veto einlegen?

Nach einem Bericht des Sportbuzzer soll aber der VfL Wolfsburg die finale Entscheidung darüber treffen dürfen, ob die Geißböcke den Mittelfeldspieler fest verpflichten können. Demnach könne Wölfe-Geschäftsführer Jörg Schmadtke sein Veto bei einem Verkauf von Rexhbecaj einlegen. Eine durchaus zweifelhafte Klausel, sollte eine entsprechende Kaufoption tatsächlich im Leihvertrag verankert sein. Denn laut dem Portal sportsandlaw räumen vertraglich festgelegte Kaufoptionen einem ausleihenden Verein das Recht ein, „einen Spieler nach Ende der Leihe durch Kauf fest zu verpflichten. Die Höhe der Kaufsumme wird zusammen mit dem Leihvertrag festgelegt.“ Sollte der VfL also wirklich die Entscheidungsmacht darüber haben, ob der FC Rexhbecaj kaufen kann oder nicht, müsste zumindest das Vorhandensein der vertraglich festgelegten Kaufoption angezweifelt werden. Zu genauen Vertragsinhalten äußern sich Spieler sowie Vereine in den seltensten Fällen. Doch im Falle von Rexhbecaj bestätigte Horst Heldt zumindest die Kaufoption eindeutig. Einzig im Falle des Abstiegs müsse der Spieler vorzeitig zum VfL zurück. Damit scheint es zumindest fraglich, in welcher Form sich der VfL ein entsprechendes Veto vertraglich zugesichert haben soll.

Doch unabhängig davon, ob es in den Händen des FC liegt, den 22-jährigen im Sommer 2021 fest zu verpflichten, dürften die sieben Millionen Euro an Ablösesumme ohnehin hinfällig sein. Der Großteil der ausgehandelten Verträge dürften in den kommenden Transferperioden kaum mehr Bedeutung haben, da alle festgeschriebenen Ablösesummen auf Annahmen einer Zeit vor Corona ausgerichtet waren und nun angesichts der auch wirtschaftlichen Krise hinfällig sein dürften. Dass der FC also in einem Jahr sieben Millionen Euro für Elvis Rexhbecaj auf den Tisch legen kann, scheint eher unwahrscheinlich. Ausgeschlossen ist jedoch nicht, dass sich der FC und Wolfsburg trotzdem am Ende einig werden könnten. Schließlich war es Schmadtke selbst, der kürzlich die Entwicklungen im Fußball kritisierte und im Podcast Der Sechzehner sagte: „Wir müssen uns unterhalten über Ablösesummen. Wir müssen uns unterhalten über Beraterzahlungen. Wir müssen uns unterhalten über Gehälter.“ Vieles wird in den kommenden Monaten also an der Entwicklung der Folgen der Corona-Pandemie hängen. Und im Falle Elvis Rexhbecaj nicht zuletzt auch an der Entwicklung des Spielers selbst.

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