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Heldt erklärt Nachwuchs-Strategie: „Unfassbar gutes Potential“


Der Jugend gehört beim 1. FC Köln die Zukunft. Daniel Adamczyk war am vergangenen Dienstag nur einer von vielen Nachwuchs-Talenten, die in den vergangenen Wochen und Monaten ihren Vertrag bei den Geißböcken verlängert haben. FC-Geschäftsführer Horst Heldt erklärte nun die Hintergründe der Planungen mit dem eigenen Nachwuchs. 

Köln – Mit der Vertragsverlängerung von U19-Torhüter Daniel Adamczyk hat der 1. FC Köln binnen neun Tagen vier Nachwuchstalente aus den eigenen Reihen langfristig an sich gebunden. Zunächst hatte Linksverteidiger Noah Katterbach am 10. Mai seinen Kontrakt bis 2024 verlängert. Zwei respektive drei Tage später folgten die Vollzugsmeldungen der beiden U19-Spieler Robert Voloder und Tim Lemperle bis 2023. Am vergangenen Dienstag schließlich unterzeichnete Nachwuchs-Keeper Adamczyk sein neues Arbeitspapier – ebenfalls bis 2023. Und bereits im Januar hatte Jan Thielmann seinen Vertrag beim FC ebenfalls um zwei weitere Jahre verlängert.

Wesentlicher Bestandteil der Strategie des 1. FC Köln

Ein starkes Zeichen, dass der 1. FC Köln in Zukunft auf seine Talente baut und ihnen den Sprung zum Profifußballer zutraut. Nicht selten ist damit freilich auch ein gewisses Risiko verbunden, denn nicht immer klappt am Ende auch der Durchbruch. Doch der FC dürfte eben jenen Weg in den kommenden Jahren fahren müssen, denn aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Situation angesichts der Coronakrise werden bekanntermaßen keine großen Transferausgaben zu erwarten sein. Diese Tatsache ändert jedoch nichts daran, dass Horst Heldt und Markus Gisdol überzeugt von den eigenen Nachwuchsspielern sind. „Markus und ich haben sofort festgestellt, dass wir unfassbar gutes Potential im Nachwuchsbereich vorfinden. Sowohl von den Spielern her, als auch von den Menschen die sie ausbilden“, erklärte der Geschäftsführer am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf. Die gute Zusammenarbeit zwischen Nachwuchs und Profi lobte kürzlich auch U19-Trainer Stefan Ruthenbeck im Gespräch mit dem GEISSBLOG.KOELN. Auch Heldt findet: „Wir haben es geschafft, eine enge Verzahnung herzustellen. Mit Markus Gisdol haben wir zudem einen Trainer, der ein Befürworter davon ist, junge Menschen, wenn sie nach dem Leistungsprinzip auch Leistung bringen, einzusetzen.“ Mit Darko Churlinov, Noah Katterbach, Ismail Jakobs und Jan Thielmann haben in dieser Spielzeit vier Spieler ihr Debüt in der Bundesliga gegeben. Möglich, dass zumindest mit Voloder und Lemperle im restlichen Saisonverlauf noch zwei Debütanten hinzukommen. „Das muss ein wesentlicher Bestandteil der Strategie des 1. FC Köln sein“, sagte Heldt und ergänzte: „Das wollen wir intensiv in den nächsten Jahren durchführen und dafür gilt es, die Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Mit den ebenfalls noch jungen Spielern um Sebastiaan Bornauw oder Kingsley Ehizibue, aber auch mit erfahrenen Profis wie Jonas Hector oder Mark Uth, hat der FC aktuell die richtige Mischung gefunden. Nur junge Spieler einzusetzen sei laut Heldt zwar „kein Allheilmittel. Aber die gesunde Mischung macht es aus.“ Mit der langfristigen Bindung der eigenen Talente sieht sich der FC für die Zukunft zumindest gut aufgestellt. „Es macht eine Menge Spaß, sie zu begleiten. Wir glauben, dass wir mit den Spielern die verpflichtet und verlängert wurden, in den nächsten Jahren konkurrenzfähig sein können“, erklärte Heldt.

Wirtz-Debüt für Leverkusen eine Message

Ein Spieler, den der FC ebenfalls gerne weiterhin auf seinem Weg zum Bundesliga-Profi begleitet hätte, ist Florian Wirtz. Doch der 17-jährige entschied sich für eine andere Perspektive und wechselte im Winter zu Bayer 04 Leverkusen. Bereits am Montag feierte der Mittelfeldspieler dann etwas überraschend sein Bundesliga-Debüt für die Werkself. Seinen Startelfeinsatz beim Champions League-Aspiranten bezeichnete Horst Heldt am Freitag als „Message“. Dabei habe er sich unabhängig von dem Verlust für den 1. FC Köln für den Spieler und seine Familie gefreut. „Aber es ist kein Geheimnis, dass wir gewollt hätten, dass er bei uns seinen Weg macht.“ Beim 1. FC Köln hat man mit dem Thema aber inzwischen abgeschlossen. Vielmehr liegt der Fokus nun auf den eigenen Talenten, die ebenfalls in den Startlöchern stehen, um in den kommenden Monaten und Jahren ihr Profi-Debüt zu feiern.

11 Kommentare
  1. Holger says:

    Was unter Markus Anfang gegen die Wand gefahren wurde, blüht nun endlich auf!
    Der einzig mögliche Weg für den FC, eine gute Nachwuchsarbeit und die Integration ins Profiteam.
    Wer weiß ob Wirths noch bei uns wäre, wenn unter Anfang schon dieser Weg eingeschlagen worden wäre?
    Aber es ist wie es ist und ich finde den aktuellen Kurs richtig klasse :-)
    Wenn wir nun für einige alte Haudegen, die ihren Zenit lange überschritten haben, nun noch eine Zukunft in einem anderen Verein finden, dann machen wir Platz für noch mehr Eigengewächse :-)
    Letzteres wird schwieriger als Talente im Nachwuchs zu finden.

    • Klio says:

      Der Abgang von Wirtz hat wohl am wenigsten mit Markus Anfang zu tun. Seinerzeit beim Übergang des Jungen zur U16 (also vor der Zeit von Anfang) hat die Familie Wirtz den angebotenen 3-Jahres-Vertrag mit Verlängerungsoption abgelehnt und auf nur 2 Jahren Laufzeit bestanden (was bei 14-/15-jährigen Nachwuchsspielern schon sehr außergewöhnlich ist). Man kann also davon ausgehen, dass der jetzige Abgang schon lange genau so geplant war: zum frühestmöglichen Zeitpunkt, zu dem man in den Profibereich wechseln darf, wollte man wohl ablösefrei gehen können.

      Wenn junge Spieler wechseln, sollte man nicht automatisch Versäumnisse auf Club-Seite vermuten. Wenn sie meinen, der FC wäre für ihre Ansprüche zu schlecht (ob zurecht oder nicht), dann kann sich der Verein querlegen; es wird wenig bringen. Denkt doch mal an Mitchell Weiser. Da hat der FC den roten Teppich ausgerollt, der Junge meinte aber, der FC Bayern würde seinem spielerischen Potential entsprechen. Mit den finanziellen Möglichkeiten dort und den Versprechen auf internationale Einsätze (ob sie sich erfüllen oder nicht) kann der FC nicht mithalten, wenn ein junger Spieler auf dem Weg zur ganz großen Karriere drei Schritte auf einmal machen will.

  2. Fueuer emmer says:

    Mit den Jungs, die schon gespielt haben oder einen Vertrag bekommen haben, die ausgeliehen sind oder den Verein gewechselt haben , hätten wir auch ohne Geis, Hauptmann, Schindler, Schaub, Schmitz, Sobich und Bader den Klassenerhalt geschafft und der Kader wäre jetzt nicht so aufgebläht. Die Herren Veh und Anfang haben sich nicht getraut, die Abgänge mit Jugendspielern und Spielern aus der zweiten Mannschaft auszugleichen.
    Ich bin mal gespannt, wie die ausgeliehenen Spieler eingebunden werden.

    • FC Neukoelln says:

      Ich kann mit dem ewigen Rumgehacke auf vermeintlichen Versäumnissen in der Vergangenheit hier wirklich herzlich wenig anfangen. Dass wir als Absteiger und Gurkentruppe jetzt nicht so wirklich das beste Standing bei wechselwilligen Spielern hatten ist bekannt. Dass bei Neuverpflichtungen auch immer mal ein paar Leute dabei sind, die nicht einschlagen ebenso – kommt sogar schon mal in München vor (Podolski, Weiser um nur mal jüngere Verpflichtungen aus Köln zu nennen). Und dass wir jetzt gerade aussergewöhnlich viele Spieler im Nachwuchsbereich haben, deren Veranlagungen aussergewöhnlich zu sein scheinen ist ein äusserst seltenes Glück. Kann man übrigens so auch 1:1 auch aus der Aussage Heldts herauslesen: „Markus und ich haben sofort festgestellt, dass wir unfassbar gutes Potential im Nachwuchsbereich vorfinden.“ Ja, da wird von „unfassbarem Potential“ gesprochen, also das Gegenteil von alltäglich. Wen in der Vergangenheit hättest Du denn gerne früher hochgezogen? Die spielen derzeit alle 2. oder 3. Liga – wenn überhaupt. Letzterer war Churlinov mit einer sensationellen Zweitliga-Quote von derzeit null Toren und null Torvorlagen. Das ergibt einen Marktwert für den selbsterklärten Bundesligaprofi von sage und schreibe 675.000€ (https://www.transfermarkt.de/darko-churlinov/profil/spieler/386786).
      Veh hier einen Vorwurf zu machen finde ich schwierig vor dem Hintergrund, dass er mit Bornauw, Skhiri und Ehizibue eben auch Spieler verpflichtet hat, die aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken sind.
      Das heisst natürlich nicht, dass Veh keine streitbare Person wäre. Sein Abgang war unterirdisch und hat u.a. einiges an mangelnder Identifikation mit seinem Arbeitgeber blicken lassen.

    • FC Neukoelln says:

      Und zu dem von Dir genannten Blähkader: Geis war für eine Halbserie von Schalke geliehen – hat also nix gekostet (ein sehr kluges Modell, dass unter Heldt erst so richtig Fahrt aufnimmt – gut so!), Schaub hat eine sehr gute Zweitligasaison gespielt, Schmitz ist ein okayer Reservespieler auf links oder rechts, und mit Sobiech und Czichos wurden die damals notenbesten Zweitligaspieler verpflichtet – für die zweite Liga. Bleiben von Deiner Auflistung noch Hauptmann, Schindler und Bader, wobei Schindler sogar wieder gespielt hat zuletzt – wohlgemerkt unter einem Trainer, der bekanntermaßen nach Leistungsprinzip aufstellt. Vergessen hattest Du wahrscheinlich noch Verstraete. Eine vertretbare Quote finde ich.
      Dem gegenüber stehen mit Bornauw. Skhiri, Ehizibue, Kainz, Drexler, Czichos und Terodde gleich 7 Verpflichtungen, die sich in zweiter und erster Liga durchaus verdient gemacht haben – oder mit etwas mehr BWL-Charme ausgedrückt: sie haben ihren Invest zurückgezahlt.

    • FC Neukoelln says:

      Aaaah, aber da war ja noch was – die Causa Modeste. Der Fairness halber muss man sagen dass das so nicht nötig war, vor allem die Vertragslänge. Ausser Max Moor gibt es hier wohl kaum jemand, der Modeste noch uneingeschränkte Erstligatauglichkeit zuspricht. Dass man ihn zurück geholt hat kann man ja verstehen, wir sind ja schließlich in Kölle und ausser dem Dom jehürt Personenkult da ja auch hin. Aber 5 Jahre x 3,5 Mio macht 17,5 Mios. Von dem Geld hätte man doch lieber die Schwester von Cordoba geholt.

  3. Gerd1948 says:

    Vor allem muss man auch immer situationsbedingt handeln,gerade was Jugendspieler betrifft.Du willst ja schliesslich ,wenn wirklich mal ein „guter“ dabei ist,die Rendite einfahren,sei es bei eigenen Einsätzen oder bei einer grösseren Ablösesumme.Alles vor dem Hintergrund,dass auch wir (längst) ein Ausbildungsverein sind.Letztes Jahr z.B. hätte ich auch höchstens einen oder maximal zwei hinzugenommen,sie aber auch dann ab und an ne Halbzeit rein geworfen.Nur mittrainieren lassen,das gucken sich ambitionierte Jungs auch nicht lange an.Veh ging es einzig um den sicheren Aufstieg,für den hat er alles getan,nur die Verschlankung hat er darüber vergessen….naja und en Asch ist er halt als Mensch.

  4. Oliver Hartmann says:

    Ich finde den Weg den der 1.FC Köln einschlägt genau richtig. Aber ich finde man muss jetzt als erst die nächste zwei Spiele gewinnen und dann Vertrag mit dem Duo verlängern. Dann versuchen weiter nach oben zu schauen.

  5. Max Moor says:

    Modeste hat noch Erstliga Niveau ! Zu 100 % nur er braucht auch Spielpraxis die hat er doch nie richtig bekommen . Noch einmal , ich finde Alle 3 unsere Stürmer sehr gut , ob ein Cordoba , Terodde oder Modeste !!! Und auch Uth macht es bisher richtig gut das hätte ich so nicht gedacht nach seine Verletzungen . Es gibs ganz andere Probleme wo wir uns beschäftigen sollten als um diesen Anthony Modeste . . Serhou Guirassy ist auch ein guter Stürmer nur das sehen halt nicht viele . Wenn man selbst gespielt hat dann sieht man auch wer was taugt und wer nicht . Danke !

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