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Liga muss sich weiter gedulden – Coronatestungen gestartet

Die Deutsche Fußball Liga hat sich am Donnerstag ein Signal aus der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel erhofft. Doch die beiden höchsten deutschen Profiligen müssen weiterhin auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs warten. Derweil haben am Donnerstag die flächendeckenden Corona-Testungen in den Bundesliga-Vereinen begonnen. 

Eine Entscheidung über den Bundesliga-Restart fällt nicht vor dem nächsten Gipfeltreffen am 6. Mai, wenn auch über weitere Lockerungen der Einschränkungen diskutiert werden soll. Bis dahin soll ein Konzept von Kanzleramtschef Helge Braun sowie den Chefs der Staatskanzleien zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs erarbeitet werden. Die DFL reagierte mit Verständnis auf die ausgebliebene Entscheidung der Politiker. „Die DFL akzeptiert selbstverständlich, dass am heutigen Tage noch keine Entscheidung zur Wiederaufnahme des Spielbetriebes der Bundesliga und 2. Bundesliga getroffen wurde“, vermeldete die Deutsche Fußball Liga nach der Pressekonferenz der Kanzlerin. Nach wie vor werde sich die DFL aber gemeinsam mit den Clubs auf eine Saison-Fortsetzung im Mai vorbereiten.

Grünes Licht von Sportministerkonferenz und Arbeitsministerium

Nach der letzten DFL-Mitgliederversammlung am 23. April hatte Geschäftsführer Christian Seifert bereits angekündigt, für eine baldige Wiederaufnahme gerüstet zu sein. „Wenn der Tag X kommt, werden wir bereit sein. Wenn die Politiker und Politikerinnen entscheiden, dass es der 9. Mai sein wird, sind wir bereit. Wenn es später der Fall sein wird, sind wir auch bereit“. Der 9. Mai als Datum der Wiederaufnahme dürfte auch angesichts der Entscheidungsvertagung inzwischen ausgeschlossen sein. Vielmehr rechnet man in den Vereinen mit einem Datum Mitte oder Ende Mai. Zumindest die Sportministerkonferenz und das Arbeitsministerium haben in dieser Woche bereits Grünes Licht gegeben und sind von dem von der Task Force entwickelten Hygiene- und Sicherheitskonzept überzeugt.

Seit Donnerstag Corona-Testungen in Bundesliga und Zweiter Liga

Zu diesem zählen auch die regelmäßige Durchführung der Corona-Tests bei Spielern und Funktionären. Einen Tag vor dem jeweiligen Spieltag sollen alle Profis auf das Virus getestet werden, das Ergebnis dann am Tag des Spiels vorliegen. Dabei hatte das Arbeitsministerium gefordert, bereits vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining bei jedem Spieler zwei Tests durchzuführen. Wie DFL nun bestätigte, wurde mit diesen Tests am Donnerstag flächendeckend begonnen. Ab sofort werden alle Profis der 1. und 2. Bundesliga regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Gleichzeitig sind die Testung einer der Hauptgründe, warum Kritiker gegen die Wiederaufnahme der Ligen sind. Die DFL verweist jedoch auf die ausreichenden Testkapazitäten: „Der Profi-Fußball würde nicht einmal 0,4 Prozent davon belegen. Es ist außerdem davon auszugehen, dass die in Deutschland verfügbaren Laborkapazitäten noch weiter zunehmen werden“, erklärte die DFL am 23. April. Auch beim 1. FC Köln wurden am Donnerstag die ersten Tests durchgeführt, am Montag sollen weitere folgen.

Einer Rückkehr ins Mannschaftstraining stünde also schon bald nichts mehr im Wege. Doch nicht alle Länderchefs stehen einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs positiv gegenüber. Niedersachens Ministerpräsident Stephan Weil äußerte bereits seine Bedenken im ARD-Morgenmagazin: „Ich halte es nicht für angemessen, dass wir die Bundesliga wieder starten lassen, aber keine Perspektive für die Kinder oder den Breitensport haben.“ Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke äußerte sich kritisch: „Spielplätze sind zu, Kitas sind zu, Bundesliga spielt wieder – das passt nicht wirklich zusammen.“ Auch von einer Zustimmung der Masse der Bevölkerung geht Woidke derzeit nicht aus. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatten sich hingegen bereits positiv und optimistisch hinsichtlich eines Bundesliga-Neustarts geäußert.  Zudem soll auch über die Zukunft des Breitensports in der kommenden Woche diskutiert werden. Für die Bundesliga heißt es aber zunächst weiterhin Abwarten.

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