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Mit seltenen Einblicken: FC wirbt für Geißbockheim-Ausbau


Der 1. FC Köln hofft am 18. Juni das lange ersehnte Grüne Licht für den Ausbau des Geißbockheims zu erhalten. Bevor die Entscheidung im Rat allerdings gefällt wird, muss zunächst noch die Bezirksvertretung Lindenthal abstimmen. Während ein vorgezogener Sitzungstermin bei den Gegnern nun für Ärger sorgt, wirbt der FC mit einem neuen Kampagnen-Video für den Ausbau und gibt dabei seltene Einblicke in das Herzstück des Geißbockheims. 

Köln – Es ist eines der größten Projekte des 1. FC Köln der vergangenen Jahrzehnte, und doch bekommen die Geißböcke viel Gegenwind für ihre Ausbaupläne am Geißbockheim. Von über 7000 Stellungnahmen der Bürgerinnen und Bürger haben sich mehr als 60 Prozent gegen einen Ausbau der Kölner Trainingsstätte ausgesprochen. Beim FC hofft man dennoch, in knapp einem Monat Grünes Licht für sein Vorhaben zu bekommen. Dann nämlich könnte der Rat ein letztes Mal vor der Sommerpause und damit auch vor der geplanten Kommunalwahl am 13. September entscheiden. Während die CDU und die SPD für den Ausbau sind, stellen sich die Grünen aktuell dagegen.

Sofern am 18. Juni tatsächlich über den Ausbau entschieden würde, erhielte der 1. FC Köln damit die Mehrheit für sein Projekt. Doch zunächst muss auch die Bezirksvertretung Lindenthal über die Vorlage abstimmen. Und ausgerechnet aus dieser Ecke kommen nun neue Vorwürfe. Der nächste reguläre Termin der Bezirksvertretung ist eigentlich für den 8. Juni geplant. Doch für den Fall, dass ein Politiker Beratungsbedarf anmeldet, muss eine neue Sitzung einberufen werden. Diese würde üblicherweise knapp sechs Wochen später stattfinden – in diesem Fall dann nach der Sommerpause. Damit würde die Abstimmung auf die Ratssitzung am 10. September geschoben werden und somit nur drei Tage vor der Kommunalwahl stattfinden. Daher wurde nun eine Sondersitzung der Bezirksvertretung am 25. Mai einberufen. Bis zum 8. Juni haben die Politiker dann zwei Wochen Zeit.

Grünen fordern Einhaltung der Beratungsfolge

Bei den Ausbau-Gegnern sorgt dieses Vorhaben nun für Ärger. „Wer auch immer in dieser Stadt, hat kein großes Interesse an einer fairen Beratung und an einem Austausch mit der Bevölkerung“, sagte Roland Schüler von den Grünen. Vor allem die kurze Zeit der Begutachtung für die 117 Seiten lange Vorlage des 1. FC Köln wird kritisiert. Auch für die auf 90 Minuten reduzierte Sitzungszeit wird nur wenig Verständnis aufgebracht. „Eine umfangreiche Vorlage mit vielen Aspekten kann nicht in knapper Zeit beraten werden. Normal ist ein meist längerer Verwaltungsvortrag, dann kommen die einzelnen Fraktionen und die Einzelmandatsträger zu Wort und dann wäre erst die Zeit für eine Beratung der einzelnen Punkte, die eingewendet und abgewogen wurden. Das ist in 90 Minuten nicht machbar“, äußerte sich Claudia Pinl, Fraktionsvorsitzende der Grünen kritisch und forderte gleichzeitig eine Einhaltung der regulären Beratungsfolge mit Beginn am 8. Juni.

Beschlussvorlage im Ratsinformationssystem

Seit Montag steht die Beschlussvorlage nun auch im Ratsinformationssystem der Stadt Köln. Damit geht das Verfahren nach sechs Jahren in die finale Phase. „Wir begrüßen es sehr, dass das Verfahren nun auf die Zielgerade einbiegt. Für den FC als nahbarer Club dieser Stadt ist es strategisch von enormer Bedeutung, Profis und Nachwuchs am traditionellen Standort zusammenhalten und sich zugleich für die Zukunft modern weiterentwickeln zu können. Für dieses übergeordnete Ziel sind wir im Verfahren auch die nötigen Kompromisse eingegangen“, sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. FC-Präsident Werner Wolf ergänzte: „Alle Argumente sind ausgetauscht, Kompromisse wurden gefunden, die Pläne sind durch alle Stufen eines transparenten Verfahrens gegangen. Jetzt muss die Kölner Politik entscheiden. Und jetzt heißt: Jetzt. Zeitspiel und taktische Verschiebungen ändern nichts mehr an den Fakten. Deshalb setzen wir darauf, dass die von den Bürgern gewählten Politiker verlässlich bleiben und vor der Sommerpause über die Beschlussvorlage entscheiden.“ Genaue Details zum Projekt hat der 1. FC Köln hat unterdessen noch einmal in einem neuen Kampagnen-Film „Fakten und Argumente“ veröffentlicht. Darin bekräftigen die Verantwortlichen des Vereins nicht nur noch einmal die Notwendigkeit, sondern geben auch seltene Einblicke der in die Jahre gekommenen Räumlichkeiten am Geißbockheim. Auch ist erstmals eine animierte Vorlage des geplanten zweistöckigen Nachwuchsleistungszentrums gegenüber des Franz-Kremer-Stadions zu sehen.

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