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Bremen-Debakel als Abschied von Uth und Leistner?


Stand jetzt stehen Mark Uth und Toni Leistner ab dem 1. Juli 2020 nicht mehr beim 1. FC Köln unter Vertrag. Das ausgeliehene Duo wird vorerst zu seinen Vereinen nach Schalke und den Queens Park Rangers zurückkehren. Somit könnte die peinliche 1:6-Niederlage bei Werder Bremen das letzte Spiel der Beiden im FC-Dress gewesen sein. 

Köln – Das desaströse 1:6 bei Werder Bremen könnte für Mark Uth und Toni Leistner das letzte Spiel im Trikot des 1. FC Köln gewesen sein. Die Leihverträge der beiden Spieler enden am 30. Juni. Während das Duo mit vier Siegen aus den ersten sechs Spielen nach der Winterpause einen erfolgreichen Einstand mit den Geißböcken feierte, hätte das Saisonfinale kaum schlechter enden können. Nach der Corona-Unterbrechung gelang dem FC in neun Partien bekanntermaßen kein Sieg mehr und die Krise gipfelte am vergangenen Samstag mit der beschämenden Leistung an der Weser.

Höchststrafe für Leistner im letzten Spiel

Für Toni Leistner war die Partie dabei bereits nach 35 Minuten beendet. Beim Stand von 0:3 hatte Trainer Markus Gisdol genug von seinem Innenverteidiger gesehen und nahm den 29-jährigen nach einer schwachen Leistung auch zugunsten der Systemumstellung auf Viererkette vom Feld. Für einen Spieler ist es bekanntlich die Höchststrafe, bereits im ersten Durchgang ohne Verletzung vom Feld zu müssen.

Auch das vermeintlich letzte Spiel von Mark Uth im FC-Trikot dauerte nicht wesentlich länger an. Der eigentlich so spielstarke Zehner musste nach der ersten Hälfte in der Kabine bleiben. Mit seinen fünf Toren und sechs Vorlagen hatte Uth einen wesentlichen Anteil an den guten Leistungen und Punkten zu Beginn des Jahres. Doch auch die Schalker Leihgabe baute wie die gesamte Kölner Mannschaft nach der Corona-Pause ab und konnte nicht mehr an seine Leistungen anknüpfen. Im letzten Heimspiel gegen Frankfurt zeigte Uth zwar noch einmal, wozu er zu leisten im Stande ist, doch nur eine Woche später in Bremen konnte der 28-jährige die von Schalke geforderte Ablösesumme in Höhe von rund zehn Millionen Euro nicht im Ansatz rechtfertigen.

Uth-Paket kaum finanzierbar

Nichtsdestotrotz dürfte man am Geißbockheim nach wie vor um eine Lösung bemüht sein, den Angreifer über die Saison hinaus beim FC zu halten. Der Spieler wie auch die Kölner Verantwortlichen beteuerten zuletzt immer wieder, die Zusammenarbeit fortsetzen zu wollen. Dass das Paket für den FC aber am Ende zu stemmen sein wird, ist angesichts der wirtschaftlich schwierigen Lage kaum vorstellbar. Ein Sieg in Bremen hätte dem FC zumindest ein paar Millionen Euro mehr in die klamme Kasse gespült. Doch mit dem an Leistungsverweigerung grenzenden Auftritt an der Weser machten sich die Kölner auch diese Chance zunichte. So dürfte Sportchef Horst Heldt mit Schalke 04 in schwierige Verhandlungen treten. Sollte Schalke dem FC bei der Ablösesumme nicht entgegenkommen, wird ein Kauf von Uth absolut außer Frage stehen. Selbst bei einem neuerlichen Leihgeschäft müsste der Spieler zu erheblichen Gehaltseinbußen bereit sein. Letztendlich wird eine Weiterverpflichtung von Spielerverkäufen abhängig sein. Wahrscheinlicher ist aber, dass finanzstärkere Klubs wie beispielsweise aus der Premier League dem FC dazwischen grätschen werden. Daher werden sich Uth und der FC möglicherweise mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass sich der Spieler mit einer 1:6-Niederlage vom Geißbockheim verabschiedet hat.

Gleiches gilt in noch höherer Wahrscheinlichkeit für Toni Leistner. Zwar dürften die Queens Park Rangers keine horrend hohe Ablösesumme für den Innenverteidiger fordern, doch Stand jetzt haben die Kölner mit der Rückkehr von Frederik Sörensen, Joao Queiros, Lasse Sobiech und Yann-Aurel Bisseck bereits ohne Leistner acht Innenverteidiger in ihren Reihen. Zwar sind die Rückkehrer bis auf Sörensen nicht für die kommende Saison eingeplant, trotzdem müssten die Kölner die Spieler zunächst von der Gehaltsliste kriegen, ehe sie auf der Position noch nachrüsten. Darüber hinaus konnte Leistner in seinen 13 Einsätzen für den FC gerade gegen Ende nicht immer Werbung in eigener Sache betreiben. Zwar sollen auch mit dem Abwehrspieler bereits Gespräche über eine mögliche Zukunft am Geißbockheim geführt worden sein, eine feste Verpflichtung von Leistner käme aber selbst bei einem Abschied von Jorge Meré überraschend, da die Verantwortlichen den Youngster Robert Voloder und Sava Cestic mehr Platz einräumen wollen. Somit hat am Ende nun nicht nur die Kölner Mannschaft einen versöhnlichen Saisonabschluss in Bremen verpasst. Für Toni Leistner und Mark Uth hat das Kapitel FC vorerst mit einem sportlichen Debakel geendet.

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