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Wiedersehen mit Wirtz: Sechs FC-Talente debütierten 2019/20


Wenn der 1. FC Köln am Mittwochabend auf Bayer 04 Leverkusen trifft, begegnen die Geißböcke aller Voraussicht nach auch Florian Wirtz. Nachdem der 17-jährige im vergangenen Januar die Rheinseiten gewechselt hatte, ging es für den Offensivspieler steil bergauf. Doch Wirtz ist mittlerweile nicht das einzige ehemalige FC-Talent, welches in dieser Saison sein Bundesliga-Debüt gegeben hat. 

Köln – Mit 17 Jahren und 34 Tagen wurde Florian Wirtz am 30. Spieltag der jüngste Torschütze der Bundesliga. Bei der 2:4-Niederlage der Leverkusener gegen den FC Bayern München erzielte das ehemalige Kölner Nachwuchstalent den Endstand. Nun trifft der Deutsche U17-Meister von 2019 am Mittwoch auf seinen Ex-Verein, den er unter großem Aufsehen und nicht ohne böse Worte im Winter nach zehn Jahren im FC-Nachwuchs verlassen hatte.

Kriegt von uns einen Tritt in den Hintern

Zwar hat man beim 1. FC Köln zumindest öffentlich längst mit dem bitteren Abgang seines Top-Talentes abgeschlossen, trotzdem blickt man am Geißbockheim mit einem weinenden Auge auf die jüngsten Bundesliga-Spiele seines Eigengewächs. „Ich freue mich für seinen Weg. Gerne hätten wir ihn hier bei uns gesehen, aber er hat sich für einen anderen Klub entschieden“, sagte FC-Geschäftsführer Horst Heldt am Montag vor dem Aufeinandertreffen mit Wirtz und seinem neuen Arbeitgeber. Bei den Geißböcken hatte man den Kampf um den Mittelfeldspieler frühzeitig verloren, sodass Markus Gisdol als Cheftrainer der Kölner nie die Gelegenheit bekam, Wirtz zu trainieren und ihn möglicherweise wie Jan Thielmann ebenfalls zum Profi zu machen.

Nun liegen hinter Wirtz, der beim FC in der Hinrunde noch für die U17 zum Einsatz kam, bereits vier Bundesliga-Spiele sowie ein DFB-Pokal-Halbfinale. Dort wurde Wirtz zuletzt gegen den FC Saarbrücken zur Pause nach einer eher blassen Vorstellung ausgewechselt. Im folgenden Bundesliga-Spiel beim FC Schalke 04 saß der Youngster schließlich 90 Minuten auf der Bank. Trotzdem rechnet man beim FC damit, dass der 17-jährige gegen seinen Heimatklub zum Einsatz kommen wird. „Ich gehe davon aus, dass er am Mittwoch spielt“, meinte Heldt am Montag und schickte augenzwinkernd noch freundliche Grüße auf die andere Rheinseite: „Er kriegt von uns auf jeden Fall einen Tritt in den Hintern, wenn meint, gegen uns gut performen zu müssen.“

Nächstes ehemaliges FC-Talent mit Bundesliga-Debüt

Neben Florian Wirtz schaffte am vergangenen Wochenende noch ein weiteres ehemaliges FC-Talent den Sprung in die Bundesliga. Im Duell gegen den Wirtz-Klub feierte Can Bozdogan für den FC Schalke 04 sein Debüt. Der 19-jährige Mittelfeldspieler war vor der Saison aus der U19 der Geißböcke zu den Königsblauen gewechselt und stand am 31. Spieltag erstmals in der Startelf. Bozdogan ist damit bereits der sechste Spieler aus dem NLZ der Geißböcke, der in dieser Spielzeit sein Debüt im Profifußball gegeben hat. Nachdem bei den Kölnern bereits Darko Churlinov, Noah Katterbach, Ismail Jakobs und Jan Thielmann debütierten, folgten Wirtz und Bozdogan bei anderen Vereinen.

„Es ist ein zweischneidiges Schwert“, sagte Heldt über die Tatsache, dass eigens ausgebildete Spieler ihren Durchbruch nun woanders feierten. „Auf der einen Seite ist es eine Anerkennung. Gleichzeitig sind wir natürlich betrübt, dass sie ihre Debüts woanders machen.“ Wirtz und Bozdogan hatten beide den Klub verlassen, weil sie nicht daran geglaubt hatten, dass ihnen beim FC die Tür zu den Profis offen stehen würde. Zumindest nachträglich wirft ihr Erfolg gemeinsam mit den Kölner Debütanten in dieser Saison ein positives Licht auf die Ausbildung des FC, der sich in den letzten Jahren zu einer immer attraktiveren Adresse für junge Talente entwickelt hat. Deshalb sagte auch Heldt: „Wir müssen weiter intensiv und gut ausbilden.“ Mit Tim Lemperle und Robert Voloder stehen bereits die nächsten Talente vor ihren Bundesliga-Debüts.

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