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Kölner Neuzugänge: Welche Spieler konnten überzeugen?

FC-Transfers für die Defensive

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Sechs Neuzugänge konnte der 1. FC Köln unter dem ehemaligen Sportchef Armin Veh vor dem Saisonstart 2019/20 präsentieren. Nicht alle Spieler konnten dabei ihre Bundesliga-Tauglichkeit unter Beweis stellen, sodass Veh-Nachfolger Horst Heldt mit der Verpflichtung von drei Leihspielern im Winter noch einmal nachjustierte. Insgesamt fällt das Fazit der Kölner Transferaktivitäten im letzten Jahr jedoch versöhnlich aus. 

Köln – Als Armin Veh im Sommer 2018 seinen Kader für die Mission Wiederaufstieg formte, erklärte der damalige Geschäftsführer, dass er alle Spieler auch für die Bundesliga geholt hätte. Eine kolossale Fehleinschätzung! Die meisten dieser Spieler sind nach nur zwei Jahren beim FC gescheitert, bei anderen Vereinen untergekommen oder haben keine Zukunft mehr am Geißbockheim. Einzig Rafael Czichos konnte in der abgelaufenen Erstliga-Saison seine Bundesliga-Tauglichkeit unter Beweis stellen. Dominick Drexler und mit großen Abstrichen Benno Schmitz zeigten in einigen Partien zwar durchaus gute Ansätze, werden aber in der kommenden Spielzeit um ihre Plätze kämpfen müssen.

Veh verdoppelte Transferbudget

Nachdem der FC im Winter des Zweitliga-Jahres mit Florian Kainz und Anthony Modeste zwei Spieler als Vorgriff auf die Bundesliga geholt hatte, mussten die Geißböcke in der vergangenen Sommerpause noch einmal finanziell ins Risiko gehen, um eine konkurrenzfähige Bundesliga-Mannschaft auf den Rasen zu bringen. Rund 20 Millionen Euro gab Veh vor der Saison für neue Spieler aus und verdoppelte damit das im Vorfeld geplante Transferbudget. Doch nicht alle Sommer-Neuzugänge konnten im Laufe der Saison überzeugen, sodass Horst Heldt im Winter mit drei Leihspielern in allen drei Mannschaftsteilen noch einmal nachlegen musste.

Als letzter Neuzugang im vergangenen Sommer hatte der Transfer von Sebastiaan Bornauw festgestanden. Mit einer Ablöse von rund sechs Millionen Euro lehnten sich die Geißböcke finanziell für den jungen Belgier aus Anderlecht weit aus dem Fenster. Doch schon früh in der Saison konnte der damals 20-jährige das Kölner Investment rechtfertigen. Ursprünglich als Alternative für Rafael Czichos eingeplant, erkämpfte sich Bornauw bereits am zweiten Spieltag seinen Stammplatz und verdrängte damit den eigentlich vor der Saison als gesetzt angesehenen Jorge Meré. Mit seiner Robustheit in der Defensive und seiner Torgefährlichkeit vor dem gegnerischen Tor entwickelte sich Bornauw zu einem der wertvollsten Profis im Kölner Kader. 28 Mal stand der auch außerhalb des Platzes als Vollprofi auftretende Belgier in der Bundesliga auf dem Feld und erwies sich für den FC als Glücksgriff. Seinen Marktwert dürfte der Abwehrspieler inzwischen mindestens verdoppelt haben und könnte den Geißböcken früher oder später bei konstant gleichbleibender Leistung eine hohe Ablösesumme bescheren, zumal der Innenverteidiger noch vier weitere Jahre Vertrag hat.

Leistner kam nur als Plan D

Obwohl Bornauw bei den Geißböcken eingeschlagen war, wollte der FC im Winter in der Innenverteidigung noch einmal nachlegen. Jorge Meré konnte sich weder unter Achim Beirlorzer noch unter Markus Gisdol durchsetzen, Lasse Sobiech verabschiedete sich im Januar zu Royal Mouscron nach Belgien. Als eigentliche Wunschlösungen für die Position galten erst Simon Palette und dann Benedikt Höwedes. Letztlich verpflichtete Heldt in Toni Leistner nur seinen Wunschkandidaten Nummer vier, denn auch an Panagiotis Retsos von Bayer 04 Leverkusen hatten die Kölner lange Zeit Interesse. Am Ende wurde es der 29-jährige Leistner von den Queens Park Rangers. Für den FC in der Rückbetrachtung eine kluge Entscheidung, denn spätestens seit Czichos‘ schwerer Verletzung brauchten die Kölner positionsgetreuen Ersatz. Dieser Aufgabe wurde Leistner zumindest vor dem Corona-bedingten Saisonabbruch vollends gerecht und fügte sich nahtlos in die damals noch funktionierende Kölner Elf ein. 13 Mal kam der gebürtige Dresdener insgesamt für die Geißböcke zum Einsatz, dürfte nun aber in die Englische Championship zurückkehren. Zwar ließ sich der FC eine Hintertür, doch eine Verpflichtung gegen Ablöse wäre aus Kölner Sicht eine große Überraschung.

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