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Vorstand gesteht: Krise erschwert Ausbau-Finanzierung


Der 1. FC Köln hat am 18. Juni einen politischen Sieg errungen. Der Verein darf, Klagen der Gegner ausgenommen, das Geißbockheim ausbauen. Nun wartet der Klub auf die Baugenehmigung. Derweil läuft im Hintergrund die Planung weiter. Dazu gehört auch die Finanzierung, die aufgrund der Coronavirus-Krise deutlich problematischer geworden ist.

Köln – Keine Frage, die Entscheidung des Stadtrates für die Ausbau-Pläne des FC am Geißbockheim war ein wichtiger Sieg, vielleicht der wichtigste in dieser Saison abseits des grünen Rasens. Zwar werden Klagen der Ausbau-Gegner das Projekt weiter verzögern. Doch die FC-Bosse haben die Hoffnung, in den nächsten zwei bis drei Monaten mit einer Baugenehmigung die nächsten Schritte einleiten zu können. Wann die Bagger anrollen können, ist aber unklar.

Klar ist hingegen, wer die Bagger bezahlen soll. Das hat der Vorstand noch einmal erklärt. „Den Ausbau zahlt zu großen Teilen die KGaA, in Teilen auch der Verein“, sagte Vizepräsident Carsten Wettich. Das Leistungszentrum soll vollständig von der ausgelagerten Profiabteilung getragen werden und durch Umlagen aus dem Verein unterstützt werden. Die neu zu bauenden Plätze für die Jugend dagegen soll der Verein zahlen. Insgesamt werden sich die Kosten dem Vernehmen nach auf über 20 Millionen Euro belaufen. Viel Geld für einen Klub, der seine Mitarbeiter zuletzt in Kurzarbeit schicken musste, deren Führungsebene und Profis auf Gehalt verzichteten und der die Fans und Mitglieder um finanzielle Unterstützung bat.

Zukunftsprojekt kollidiert mit harter Gegenwart

Die Corona-Krise hat den FC bekanntlich hart erwischt, und daher müssen die Geißböcke auch die Planungen für den Geißbockheim-Ausbau neu justieren. Eine Rolle aus Sicht des Vereins spielen die lebenslangen Mitgliedschaften, deren Gelder als Zweck bereits mit dem Ausbau verknüpft wurden. Seit der Einführung des 1948 Euro teuren „E Levve lang“-Angebots hat eine vierstellige Zahl an Mitgliedern diese Option abgeschlossen und dem FC damit eine mittlere siebenstellige Summe für den Ausbau beschert. Darüber hinaus aber werden die Geißböcke einen Kredit aufnehmen müssen, sobald die Bauarbeiten aufgenommen werden können.

Dass der FC insbesondere bei der Stadtsparkasse Köln als Hausbank des Klubs einen Partner finden dürfte, der eine entsprechende Kreditlinie bereitstellen würde, scheint klar. Dass es damit aber aus Klub-Sicht nicht getan sein wird, ebenfalls. Denn die Geißböcke haben in der Corona-Krise viel Geld verloren und aufgrund der schlechten Kaderplanung  der letzten Jahre Verträge in Millionenhöhe mit Spielern, die sportlich keine Rolle mehr spielen, die aber trotzdem bis 2021 oder 2022 weiter gezahlt werden müssen. Intern ist man sich bewusst, dass bis 2022 über zehn (!) Millionen Euro an Jahresgehältern durch FC-Profis blockiert sind, die man eigentlich loswerden möchte. Dass dies mit den Ausbauplänen kollidiere, deutete Eckhard Sauren nach dem Saisonende am Sonntag an. „Wir haben ein Zukunftsprojekt, das für den Klub wesentlich ist, wenn man die langfristigen Ziele erreichen will“, betonte der Vizepräsident. „Andererseits ist die Kassenlage schwierig. Das sind große Herausforderungen.“ Der FC wird Gegenwart und Zukunft also schnell in Einklang bringen müssen, um das so wichtige Ausbauprojekt in dem Moment umsetzen zu können, in dem die Verwaltung (und die Richter) grünes Licht geben.

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