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Wegen Kaderplanung der Profis: Keine Neuzugänge bei der U21


Mit personellen Sorgen geht die U21 des 1. FC Köln in die Vorbereitung auf die neue Saison. Es fehlt vor allem an einem Spieler, der in der kommenden Spielzeit für Tore sorgen kann. Neuzugänge sind allerdings nicht in Sicht und zur Zeit auch nicht möglich, denn die U21 ist von der noch ungeklärten Kader-Situation der Profis abhängig. Dabei wird das Ausmaß der Finanzsorgen des FC noch einmal deutlich. 

Köln – Wenn die U21 des 1. FC Köln in dieser Woche wieder auf den Trainingsplatz tritt, fehlt ein wichtiger Baustein: ein Spieler, der Tore schießt. Die zweite Mannschaft der Geißböcke hat ein echtes Sturmproblem. Einzig Lucas Musculus kann die Position ganz vorne in der Spitze ausfüllen, kam in der abgelaufenen Saison aber nur elf Mal zum Einsatz und traf dabei zwei Mal. Dass mit Lukas Nottbeck in der letzten Spielzeit ausgerechnet ein Innenverteidiger mit sieben Treffern der erfolgreichste Torjäger war, zeigt, dass die Probleme im Angriff bereits in der vergangenen Saison offensichtlich waren. Nun musste der FC mit Kaan Caliskaner aber auch noch seinen erfolgreichsten Stürmer (sechs Treffer) zum SSV Jahn Regensburg ziehen lassen. Im Winter wechselten zudem bereits mit Sebastian Müller (13 Tore in 14 A-Junioren-Spielen) und Darko Churlinov (fünf Hinrunden-Tore für die U21) zwei hoffnungsvolle Sturm-Talente zu anderen Klubs.

Kein Geld für Neuzugänge

Doch die U21 hat nicht nur ein akutes Stürmerproblem, sondern kann dieses in naher Zukunft auch nicht beheben. Denn: Der FC verfügt aktuell schlichtweg nicht über die finanziellen Mittel, das Regionalliga-Team personell zu verstärken. Dabei ist die U21 von den Profis abhängig. Solange dort die finale Kader-Zusammensetzung nicht geklärt ist, kann die U21 nicht einkaufen und muss mit dem derzeit bestehenden Aufgebot zurecht kommen. „Wir werden Stand jetzt niemanden verpflichten können, weil erst die Situation bei den Profis geklärt werden muss“, bestätigte Trainer Mark Zimmermann dem GEISSBLOG.KOELN.

Einerseits bleibt dem FC-Coach damit zwar ein größerer personeller Umbruch wie in den letzten Jahren erspart. Die Mannschaft ist aus der erfolgreichen Vorsaison also eingespielt. Andererseits stoßen lediglich sieben U19-Spieler dazu, die an den Herrenfußball herangeführt werden sollen. Es fehlt ein treffsicherer Mittelstürmer, der weder von den Profis zur U21 herunterkommen noch aus der A-Jugend nach oben gezogen werden kann. Einzig der Südkoreaner Jae-hwan Hwang kommt für die Offensive in Frage, ist aber eher ein Spieler hinter den Spitzen. Potentielle Stürmer des jüngeren Jahrgangs wie die beiden 17-jährigen Maximilian Schmid oder Jacob Jansen will man noch ein Jahr in der U19 Zeit geben. Schmid kam in der abgelaufenen Saison noch überwiegend in der U17 zum Einsatz. „Es fehlt uns vorne in der Spitze sicherlich ein Spieler. Wir warten erst einmal ab, ansonsten werden wir umstellen“, ist sich Zimmermann der schwierigen personellen Situation im Angriff bewusst.

Katterbach und Jakobs als Vorbilder für Lemperle und Voloder

Dieses Dilemma zeigt aber auch, wie groß die finanziellen Nöte am Geißbockheim tatsächlich sind. Nicht nur, dass der FC aktuell noch kein Geld für Neuverpflichtungen bei den Profis hat. Selbst für einen Angreifer auf Viertliga-Niveau sind die Kassen beim FC derzeit leer. So liegt das Augenmerk auch bei der U21 erst einmal darauf, ob der Kader der Profis verkleinert werden kann oder ob Spieler, die keine Zukunft mehr am Geißbockheim haben, nicht verkauft werden können und dann eventuell bei der U21 trainieren und spielen werden. Sportchef Horst Heldt hat bereits bestätigt, dass ein Profi-Kader mit 30 Feldspielern keine Option sein wird und im Zweifel Spieler in die zweite Mannschaft geschickt werden. In der vergangenen Saison machte die Zimmermann-Elf dabei grundsätzlich gute Erfahrungen mit den Profis, die vorübergehend zur U21 kamen. Niklas Hauptmann, Benno Schmitz, Vincent Koziello oder Jannes Horn verhielten sich dabei durchweg professionell und vorbildlich.

Auch Noah Katterbach und Ismail Jakobs machten ihre ersten Schritte in der vergangenen Saison bei der U21, ehe sie bei den Profis durchstarteten. „Spieler wie Noah oder Iso haben sich bei uns auf die Profis vorbereitet“, sagte Zimmermann, der sich diesen Werdegang in der kommenden Saison auch für Youngster wie Tim Lemperle und Robert Voloder vorstellen kann. Beide Talente wurden Ende letzter Saison mit ihren ersten Profiverträgen ausgestattet. Gerade für Voloder, dessen Position in der Innenverteidigung beim FC überbesetzt ist, könnten Spiele in der U21 zunächst hilfreich sein. Weitere Kandidaten für die U21 wären die Leih-Rückkehrer Yann-Aurel Bisseck, Joao Queiros oder Tomas Ostrak, sofern sie im Klub bleiben sollten. Dass sich die U21 aber ohne die Klärung der Profi-Transfers keine neuen Spieler leisten kann, zeigt das gesamte Ausmaß der Kölner Sorgen. Die Mannschaft von Mark Zimmermann ist zunächst die Leidtragende.

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