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Corona legt den FC lahm – herber Rückschlag für Özcan


Das Coronavirus ist zurück: Beim 1. FC Köln hat es wie schon im Frühjahr zwei Profis und einen Betreuer erwischt. Während die Infektion für Rückkehrer Salih Özcan einen herben Schlag zu Beginn der Vorbereitung darstellt, hat Tim Lemperle ungewollt für eine Kettenreaktion im Nachwuchs gesorgt. Beim FC hofft man, dass sich die Situation nun schnell beruhigt.

Köln – Auf diese Art und Weise wollte Markus Gisdol seinen Trainingskader nicht reduziert wissen. Neben den freigestellten Spielern (Koziello, Risse, Schaub und Sobiech verhandeln mit Klubs über mögliche Transfers) und einem angeschlagenen Profi (Anthony Modeste) fallen für die nächsten zehn Tage Salih Özcan und Tim Lemperle aus. Beide waren zum Beginn der Vorbereitung positiv auf Covid-19 getestet worden.

Nach Rücksprache mit dem Kölner Gesundheitsamt müssen die beiden Profis laut Sportchef Horst Heldt zehn Tage (nicht mehr 14 Tage) in häusliche Quarantäne. Während Özcan dem Vernehmen nach keine Symptome zeigt, muss Lemperle darüber hinaus medizinisch betreut werden, da er zumindest leichte Symptome des Virus‘ zeigt. Das Duo hatte sich offensichtlich während der Sommerpause mit dem Virus infiziert und war nach dem ersten positiven Test am Mittwoch vom FC aus dem Verkehr gezogen worden, ehe sich der Verdacht am Freitag mit einem zweiten positiven Test bestätigte. Trainer Markus Gisdol hofft, dass beide zum Trainingslager in Donaueschingen wieder gesund und fit sind. Für beide Spieler wäre nach der Gesundung eine Teilnahme an den zehn Tagen in Baden-Württemberg sportlich von hoher Bedeutung.

Internat sorgt für NLZ-Stopp

Während Lemperle seine erste Vorbereitung als Profis absolviert und nun erst einmal kürzer treten muss, hatte sich insbesondere Özcan viel ausgerechnet bei seiner Rückkehr nach Köln. Der 22-jährige hatte in seinem Leih-Jahr bei Holstein Kiel viel Selbstvertrauen gesammelt, sich offensiv- und laufstark zu einem der dominanten Zweitliga-Mittelfeldspieler entwickelt und trotzt mehrerer Angebote anderer Klubs für eine Rückkehr zu den Geißböcken entschieden. Dass Özcan nun die ersten zwei Wochen der Vorbereitung verliert, nachdem er zuvor intensiv individuell in der Sommerpause gearbeitet hatte, wirft den gebürtigen Kölner spürbar zurück. Dabei hatte er von Tag eins an den Kampf um die Stammplätze im Mittelfeld auf der Sechs, Acht und Zehn aufnehmen wollen. Nun der Rückschlag, bei dem es erst einmal heißt gesund zu werden, ehe Özcan andere Gedanken hegen kann.

Auch Lemperle dürfte an der Situation zu knabbern haben. Der 18-jährige war mit großer Vorfreude aus der Sommerpause gekommen, um beim FC anzugreifen. Am letzten Spieltag in Bremen hatte Lemperle mit seinem ersten Bundesliga-Einsatz Blut geleckt und wollte sich sofort im Training beweisen. Das fällt zunächst einmal aus. Lemperle zeigt zwar nur leichte Symptome, doch die Meldung seines positiven Tests hatte gereicht, um nicht nur den schlaksigen Offensivspieler in häusliche Quarantäne zu stellen, sondern auch sein Umfeld zu überprüfen. Und dies führte bereits am Mittwochnachmittag dazu, dass die gesamte Kölner Nachwuchsabteilung beeinflusst wurde. Da Lemperle im Kölner Sportinternat wohnt und dort noch mehrere FC-Youngster untergebracht sind, musste der FC den gesamten Trainingsbetrieb von der U16 bis zur U19 unterbrechen und Tests in Auftrag geben. Lemperle hatte über das Internat mit mehreren seiner ehemaligen Mitspieler aus dem FC-NLZ Kontakt. Den Vorgaben der Gesundheitsbehörden zufolge sind nun erst einmal die Kontaktpersonen des 18-jährigen in den Fokus gerückt und müssen getestet werden.

FC hofft auf baldige Rückkehr zur Normalität

Grämen müssen sich weder Özcan noch Lemperle, hatten sie sich doch seit Ende der vergangenen Saison keiner Tests unterzogen und in der freien Zeit auch frei bewegen können. Wo sie sich infiziert haben, lässt sich kaum mehr feststellen. Klar ist aber, dass der FC nun wieder sensibilisiert ist ob des allgegenwärtigen Themas. Im FC-Nachwuchs hofft man auf eine Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs ab Dienstag. Die U21 ist nicht betroffen und kann Trainings- und Testspiel-Pläne einhalten. Die Profis hoffen derweil auf ein Ausbleiben weiterer positiver Tests für die kommenden Wochen, sodass die Mannschaft mit Özcan und Lemperle am 20. August ins Trainingslager reisen kann.

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