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Als erster Proficlub: FC erhält Nachhaltigkeits-Zertifikat


Als erster Verein in der Bundesliga ist der 1. FC Köln vom Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) zertifiziert worden. Damit lassen sich ab sofort die nachhaltigen Aktivitäten der Geißböcke an Zahlen ablesen. Dabei hat sich der FC für die nahe Zukunft drei konkrete Ziele gesetzt. 

Köln – Nach den jüngsten Wahlergebnissen im Stadtrat Köln wird sich der 1. FC Köln wohl darauf einstellen müssen, in den nächsten Jahren vor allem mit den Grünen über Themen wie den Geißbockheim- oder Stadionausbau verhandeln zu müssen. Da dürfte es dem Verein nicht schaden, jüngst nach dem „ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaft“ vom TÜV Rheinland als erster Proficlub überhaupt zertifiziert worden zu sein. In einem rund siebenmonatigen Zertifizierungsprozess hat der 1. FC Köln seine nachhaltigen Aktivitäten in Zusammenarbeit mit dem ZNU der Universität Witten/Herdecke zu einem Gesamtkonzept weiterentwickelt. Der Anstoß für dieses Projekt erfolgte dabei bereits im Herbst letzten Jahres vom neu gewählten Vorstand.

Wir verstehen es als Selbstverpflichtung

Anhand von 44 Einzelkriterien, wie beispielsweise dem Wasserverbrauch auf den Platzanlagen oder der Wertevermittlung im Nachwuchs, wurde der Verein bewertet. Für die erfolgreiche Zertifizierungen arbeiteten rund zwölf Mitarbeiter in einem eigens gegründeten Nachhaltigkeitsteam an den entsprechenden Themen. Zukünftig werden die Nachhaltigkeitsfortschritte jährlich auf den ZNU-Standard überprüft. „Wir sind stolz auf dieses Zertifikat, weil es zeigt, dass wir es beim 1. FC Köln mit der Nachhaltigkeit ernst meinen. Wir möchten hier mit gutem Beispiel vorangehen“, erklärte FC-Vizepräsident Eckhard Sauren. FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle fügte hinzu: „Für uns ist das Thema Nachhaltigkeit mit dem Zertifikat nicht abgehakt – im Gegenteil: Wir haben es bewusst messbar gemacht und verstehen es als Selbstverpflichtung, nachhaltiges Denken und Handeln noch stärker in unser Tagesgeschäft zu integrieren und dabei Vorbild für andere zu sein. Wir wollen sowohl in der Stadt Köln als auch in der Bundesliga treibende Kraft einer Bewegung sein.“

FC will zukünftig auf Flugreisen verzichten

Das Managementsystem der ZNU besteht dabei aus zwei Teilen. Zum einen aus einer nachhaltigen Unternehmensführung und zum anderen aus den drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales. Für die nahe Zukunft haben sich die Geißböcke dabei bereits drei konkrete Ziele gesetzt, um diese Dimensionen weiter umzusetzen: Ab dem Jahr 2021 wirtschaftet der 1. FC Köln klimaneutral. Neben der Verwendung von Ökostrom werden die Kölner ihre Fahrzeugflotte auf Elektro- und Hybridwagen umstellen. Zudem wird die FC-Stiftung ab Herbst eine eigene Lebensmittelausgabe in Köln Sülz und bis 2021 fünf weitere in ganz Köln einrichten. Diese sollen mit einem Prozent der Arbeitszeit der Mitarbeiter am Geißbockheim besetzt werden. Ab der Saison 2022/23 soll das FC-Trikot darüberhinaus aus recyceltem Polyester oder sogar Meeresplastik bestehen, Mitgliedsausweise aus wiederverwertbarem und Autogrammkarten aus umweltzertifiziertem Material.

Einen weiteren wichtigen Punkt hat man sich beim FC zusätzlich auf die Fahnen geschrieben: Zukünftig sollen die Reisestrecken zu Auswärtsfahrten vornehmlich mit dem Zug zurückgelegt werden. Jüngst war auch die Deutsche Nationalmannschaft in die Kritik geraten, als sie zum Länderspiel nach Basel für 200 Kilometer das Flugzeug benutzte. Beim FC reiste man in der Saison 2018/19 insgesamt zehn Mal mit dem Flugzeug zum Auswärtsspiel, zwei Mal fuhren die Profis mit der Bahn und fünf Mal legte der FC die Strecke mit dem Bus zurück. Zukünftig wollen die Kölner das Flugzeug weitestgehend am Boden lassen und sich vermehrt auf den Zugverkehr beschränken.

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