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Wirbel um Müller-Römer: Vorstand sieht Gesprächsbedarf


Der 1. FC Köln kämpft um das sportliche und wirtschaftliche Überleben, doch im Hintergrund gehen die politischen Macht- und Grabenkämpfe munter weiter. Einmal mehr im Mittelpunkt des Konflikt ist Stefan Müller-Römer, den nun ein geleakter E-Mail-Austausch mit einem FC-Mitglied in Bedrängnis bringt. Der Vorstand hat sich eingeschaltet und Gesprächsbedarf mit dem Chef des Mitgliederrates angemeldet.

Köln – Vordergründig ging es in den E-Mails, die der Kölner Stadt-Anzeiger öffentlich machte, um die Mitgliederversammlung und um die Frage, ob sie virtuell, hybrid oder lediglich vor Ort stattfinden soll. Ein FC-Mitglied hatte sich aufgrund von gesundheitlichen Bedenken an Müller-Römer gewandt und sich als Teil der diversen Risikogruppen besorgt geäußert, das eigene Stimmrecht nicht ausüben zu dürfen, wenn der FC allen Corona-Bedenken zum Trotz auf einer reinen Vor-Ort-Veranstaltung bestehen sollte.

Die E-Mail blieb nicht unbeantwortet. Müller-Römer schrieb, man werde „über dieses Thema selbstverständlich diskutieren“, wobei sich der 52-jährige bereits klar gegen eine andere Form als eine lokale Veranstaltung ausgesprochen hat. Die Satzung des 1. FC Köln sei „ganz bewusst“ als „repräsentative Demokratie angelegt, weil ein Verein nicht zu führen ist, wenn bei jeder Entscheidung jeder mitreden kann“. Müller-Römer erklärte auch, er sehe in der Coronavirus-Pandemie kein Hindernis für die Mitgliederversammlung. „Faktisch haben wir kein wirkliches Problem mit der Pandemie“, schrieb Müller-Römer. „Ich sehe die Gefahr nicht so groß, wie sie von Politikern wie Lauterbach im Fernsehen populistisch dargestellt wird.“

AfD-artige Mitglieder

Doch der E-Mail-Verkehr ließ auch weitere Themen auf den Tisch kommen. Themen verbunden mit Äußerungen des Mitgliederrats-Chefs, die nun intern für Ärger sorgen. Unter anderem griff Müller-Römer Geschäftsführer Alexander Wehrle scharf an und erklärte, der Finanz-Boss habe dem Klub gemeinsam mit dem alten Vorstand „die aktuell katastrophale finanzielle Lage eingebrockt“. Darüber hinaus kritisierte er auch Teile der FC-Mitgliedschaft, die in seinen Augen aufgrund ihrer Diskussionsweise „AfD-artige Mitglieder“ seien. Das seien „alles Verlierer, die noch nie wirklich etwas für den Verein getan haben. Die sollten den Verein einfach verlassen. Dann hätten wir endlich Frieden“, schrieb Müller-Römer laut Kölner Stadt-Anzeiger am 31. August.

Der 1. FC Köln äußerte sich am Dienstag in einer schriftlichen Stellungnahme zu den veröffentlichen Aussagen und teilte mit: „Der Vorstand wird über einige der angeblichen Aussagen das klärende Gespräch mit Herrn Müller-Römer suchen.“ Hinsichtlich Müller-Römers Kritik an Wehrle teilte der FC bereits mit: „Ein möglicher Vorwurf, die Geschäftsführung habe eine wie auch immer geartete Mitverantwortung für die finanzielle Lage, entbehrt jeder Grundlage.“ Wobei sich hier wohl eine Spitzfindigkeit finden ließ, indem die Stellungnahme die heutige Geschäftsführung Wehrle sowie Horst Heldt meinte. Dass Wehrle als Co-Geschäftsführer von Armin Veh und Jörg Schmadtke dagegen sehr wohl für die heutige finanzielle Situation mitverantwortlich ist, ergibt sich alleine schon aus Wehrles Position.

Tischtuch zwischen Müller-Römer und Wehrle zerschnitten

Bekannt ist allerdings, dass Müller-Römer und Wehrle schon länger kein wirkliches Verhältnis mehr zueinander pflegen. Spätestens seit der interimistischen Amtszeit Müller-Römers im Vorstand ist das Tischtuch zerschnitten. Der Mitgliederrats-Chef soll in der Vergangenheit eine Trennung des FC von Wehrle intern mehrfach angeregt haben. Nun droht aber auch aufgrund Müller-Römers Äußerungen gegenüber einem Teil der Mitgliederschaft Ungemach von Vereinsseite. Schließlich, so hieß es am Dienstag beim FC intern, sei es ein Affront gegenüber den Mitgliedern, jenen einen Austritt nahezulegen, die sich nicht am aktiven Leben beteiligten oder in den Diskussionen anders argumentierten als Müller-Römer.

Wegen MV: Wollte Mitgliederrat keine Mitgliederbefragung?

In der FC-Stellungnahme hieß es abschließend, der Vorstand prüfe gegenwärtig, wie die Mitgliederversammlung durchgeführt werden könne. Der Prüfungsprozess verlaufe „ergebnisoffen“. Eine Entscheidung solle „zeitnah“ fallen. Bemerkenswert ist in diesem Zuge, dass nach Informationen des GEISSBLOG.KOELN der Mitgliederrat verhindert haben soll, dass der Verein eine Umfrage unter allen Mitgliedern durchführt, ob eine Mitgliederversammlung vor Ort, hybrid oder virtuell durchgeführt werden soll. Die Verantwortlichen hätten sich an das Ergebnis einer solchen Umfrage zwar nicht binden müssen. Doch offenbar wollte man das Wort der Mitglieder nicht einmal hören.

49 Kommentare
  1. Frank Thelen says:

    Also wenn SMR („der Typ mit den Haaren“, Zitat Wolle Overath) jetzt nicht zurücktreten muss, dann weiß ich auch nicht mehr! Was soll noch alles passieren, damit dieser Typ endlich seine Grabenkämpfe am Geißbockheim beendet?

    CONTRA SMR!!

  2. Jose Mourinho says:

    Eine interessante Information ist die verhinderte Mitgliederbefragung. Da sieht man, in welchen Kategorien der MR denkt. Von wegen demokratisch geführt. Mitglieder sind lästig und nur legitim, wenn sie die Meinung des Gremiums teilen – ausgerechnet der Rat, welcher die Mitglieder repräsentieren soll, verhindert also deren Beteiligung und ein breites Votum bei der Mitgliederversammlung. Und der Vorstand lässt das natürlich alles mit sich machen. Wieso wird soe ine Befragung nicht mal durchgezogen? Achja, Herr Wettich wird die alten Kameraden natürlich nicht hängen lassen…

  3. Harley says:

    Ja , da lag ich falsch mit meiner These. Also doch keine Duzfreunde MüllerRömer und L. Merten.
    Trotzdem glaube ich nicht da viel kommen wird. Das Milchgesicht mit Perücke hat die Kasper doch auf den Präsidentenstuhl gehoben . ES wird nach außen einen Fingerzeig geben und das war es dann .
    Nur die Mitglieder können ihm den berühmten Finger zeigen und ihn zum Friseur schicken wo er sich dan mit Neukoeln unterhalten kann .

    • Harley says:

      Der kann doch bei euch als Bäckergeselle anfangen . Da müsste er eine Mütze tragen und könnte kleine Brötchen backen . In der Zeit kannst du ja dann seine Freundin vernaschen . Er sollte ihr aber vorher die Perücke wieder geben.

  4. aldie says:

    Wie schon von ( Harley) angedacht, der Unmut der Mitglieder über ihren angeblichen (Vertreter) sollte per e-mail beim FC landen. Die Aussagen die Herr M.R getroffen hat, u.a über die Pandemie, reichen für eine Abmahnung, noch besser Rücktritt!

  5. Gerd1948 says:

    Dann wird wahrscheinlich sehr zeitnah die JHV einberufen, natürlich als Präsenzveranstaltung. Ich kann echt nur jedem empfehlen seinem Wahlrecht wie auch immer möglichst nach zu kommen. Um so mehr Widerstand (von denen, die noch nie was für den FC getan haben), um so besser und nachhaltiger in der Wirkung. Diese Petition würde natürlich was bringen, so sie früh genug und mit dem nötigen know how ins Leben gerufen würde.

  6. MountainKing says:

    Super Erkenntnisse des Tages:
    – Auch im Jahre 2020 bemisst ein signifikanter Teil der Bevölkerung den Wert eines Menschen an seiner Frisur
    – Ein gewählter Vertreter des FC leugnet mehr oder weniger Corona und erzählt einem Mitglied der Risikogruppen, die Vorsichtsmaßnahmen doch nicht so genau zu nehmen
    – Der von den Mitgliedern gewählte Mitgliederrat verhindert, die Meinung der Mitglieder einzuholen. Ob das im Wahlprogramm stand?

    Weitere Erkenntnisse spar ich mir fürs erste, da die Zitate in keinerlei Kontext gestellt wurden und die Auswahl offensichtlich für den maximalen Skandal-Effekt erfolgte. Da würde ich dann doch gerne die Mail komplett sehen. Durch geschickte Verkürzung und Auslassung Aussagen zu verdrehen und extremisieren ist nachweislich einfach genug, daß es sogar richtigen Journalisten oft genug gelingt.

  7. FC Neukoelln says:

    Zu Müller-Römer:
    Selbst unter grösstmöglicher Zurückhaltung, ins Langhaarigen-Bashing munter einzustimmen (bemerkenswerterweise das Bashing der Mitglieder gegenüber dem Hauptvertreter ihrer eigenen Interessen, dem Chef des Mitgliederrates) fällt es zunehmend schwer, die Personalie noch als haltbar zu verargumentieren.
    Neulich (und jetzt wiederholt) der schon fast aberwitzige Versuch, den natürlichen Ausschluß eines Großteils der Mitglieder im Rahmen der Präsenz-Mitgliederversammlung als demokratisch zu verkaufen – was er definitiv nicht ist, sondern Leute wie mich der 3. Klasse zuweist und ihnen ganz nebenbei per se Unmündigkeit unterstellt. Nicht zuletzt der Gastbeitrag des Anwaltes und ehemaligen FC-Reloaded-Mitgliedes Dr. Jörg Heyer hier im GBK hat in der Hinsicht eine deutliche Sprache gesprochen.
    Dann sickert durch, dass der Mitgliederrat eine Mitgliederbefragung aktiv verhindert haben möchte. Auch hier bietet sich die Frage nach dem Demokratieverständnis der handelnden Personen an.
    Des weiteren das unverhohlen hetzerische Ansinnen, Mitgliedern anderer Meinung einen Vereinsaustritt nahelegen zu wollen, dabei andere (hier Lauterbach) des Populimus zu bezichtigen, während man selber die Populismus-Keule schwingt, so dass es fast weh tut (als wären Leute mit von ihm abweichenden Positionen zwangsläufig AfD-nahe – zum Beispiel ich, indem ich dies schreibe gerade (!)).
    Und zu guter letzt äussert er sich enttäuscht, dass der schriftliche Austausch zwischen ihm und einem verständlicherweise um seine Gesundheit besorgten Mitglied an die Presse gelangt ist. Als unterlägen Äusserungen solchen Kalibers und in seiner Position als offiziellem Vereinsvertreter irgendeinem Diskretionsgebot. Das Gegenteil ist der Fall. Vielen Dank für den Blick hinter die Kulissen.
    Irgendwie erinnert das alles an Star Wars. Die Absichten Müller-Römers müssen keine schlechten sein. Nicht selten habe ich ihm in der Vergangenheit ausdrücklich recht gegeben. Aber die Stimmen werden lauter. „Fühle die Macht! Komm auf die dunkle Seite!“

    Zum Vorstand:
    Ich hoffe jetzt mal, ein solch schwachbrüstiger Auftritt ist dem Umstand geschuldet, erst einmal die Türen vor der Öffentlichkeit zu verschliessen, bevor man intern aber mal so richtig durch den Tisch tritt. Als gäbe es hier auch nur den geringsten Toleranz-Spielraum. Von einem führenden Vereinsvertreter werden eine Woche vor Saisonstart die eigenen Geschäftsführer bloßgestellt – ohne jede Not und mit dem Ergebnis, mal wieder Öl ins Feuer zu giessen und den Verein einmal mehr nicht zur Ruhe kommen zu lassen. Nichts ist durch diese Aktion gewonnen, einiges mehr verloren. So etwas MUSS Konsequenzen haben.

      • FC Neukoelln says:

        Haha – vielen Dank für das Vertrauen :-)
        Nein, kann ich leider nicht. Ich bin leider viel zu weit weg. Wenn man so etwas anschiebt so sollte man die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass da was ins Rollen kommt. Und dafür muss man vor Ort sein. Mit Leuten sprechen. Sich Meinungen einholen. Interessengemeinschaften bilden. Auch mal auf der JHV „Stimmungen und Reaktionen“ selber produzieren, wie Müller-Römer das gut findet, danach aber vielleicht nicht mehr ganz so energisch einfordern wird (z.B. einfach mal aus Spaß aufspringen und „Allahu akbar!“ grölen :)))
        Ausserdem habe ich keine Ahnung. Ich weiß, dass wird hier in der Expertenrunde nicht gerne gehört. Aber es ist so. Ich bin ahnungslos.

  8. Hennes48 says:

    Muss man zu diesen ganzen insgesamt bekannten Fakten zu MR überhaupt noch viel sagen oder schreiben???
    Ein solcher Mitgliederratsvorsitzender ist nicht tragbar, hat sich mehrfach und nachhaltig disqualifiziert und gehört endlich aus diesem Amt entfernt!
    Wie soll es sonst auch nur kurzzeitig Ruhe geben beim FC???
    und die über 100.000 Mitglieder hätten es verdient, endlich würdig und angemessen vertreten zu werden!!!

  9. Matthias says:

    Ich, mittlerweile fast 68 Jahre hatte vor ca. 6 oder 7 Jahren einen e Mail Schriftwechsel mit MR. Ich hatte mir erlaubt, ihn zu kritisieren. Er stellte in seiner Antwort einen Zusammenhang her zwischen meiner Person und der NS-Zeit!!!
    Leider habe ich den Schriftwechsel nicht mehr, wäre aber bereit, dies zu beeiden!
    Dieser Mann ist ein übler Flegel, der den FC Richtlinien immer wieder zuwiderhandelt!
    Wenn jemand in der Lage ist, eine online Petition an den Verein zu organisieren, die eine online MV zum Ziel hat, ich bin dabei!

  10. Siggi Schilling says:

    An die mutige Frau, die sich an den KSTA gewendet hat:
    Danke, 1000 Dank!

    Ja – die Mails des RA Herrn Müller-Römer … genauso habe ich diese in Erinnerung.

    Vielleicht kann sich jetzt der ein oder andere vorstellen, weshalb ich mit Herrn Müller-Römer aneinander geraten bin.

      • Siggi Schilling says:

        Damit Ihnen ein weiterer Kommentar meinerseits erspart bleibt, wollen wir hoffen, dass sich „dieses Thema“ alsbald erledigt hat.

        Bis dahin dürfen Sie mich herzlich gerne einer von Herrn RA Müller-Römer genannten Kategorien zuordnen, ganz wie es Ihnen beliebt.

        • NICK says:

          Sie dürfen hier sehr gerne mit diskutieren. Es ist nur auffällig, dass ihr einziges Thema, wenn Sie hier mal was beitragen, ein Nachtreten gegen ihren ehemaligen MR-Kollegen ist. Ich nenne, dass mal schlechten Stil, den Müller-Römer sicher auch an den Tag legt. Mit dieses Stil würde ich aber keinen von euch beiden wieder in den MR wählen. Sie scheinen ihr Ausscheiden wohl persönlich mit Mü-Rö in Verbindung zu bringen. Sie wurden aber einfach von den meisten Mitgliedern einfach nicht für kompetent genug für diese Aufgabe befunden. Ich danke Ihnen aber für Ihre Arbeit u.a. mit den Rollstuhlfahrern, vielleicht sorgen Sie hier mal für einen GBK-Beitrag, anstatt diesen Block alle paar Jahre nur für dein Nachtreten gegen den MR zu nutzen.

          • Bönnscher Bock says:

            Ach Herr Nick, Sie scheinen sich verlaufen zu haben.
            Die Versammlung der Mü-Rö / Wettich – Sektenjünger ( ja genau der kleine Teil der Mitglieder, deren Interessen von o.g. Herren vertreten werden ) befindet sich meiner Kenntnis nach im „effzeh forum“.
            Aktuell im Thread: Thema: Stefan Müller-Römer – Jetzt wieder Vorsitzender des MR. So ab Seite 60, extra für Sie zum Ausheulen.
            ;)

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