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Das letzte Puzzlestück: Was kann Heldt noch richten?


Rund um das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach schwingt auch die Frage mit: Wird der FC noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden, der zwei Tage nach dem Duell gegen den Erzrivalen schließt? Die ersten Spieltage sind gespielt. Bei zahlreichen Teams in Deutschland und Europa kristallisieren sich die Verlierer und Kandidaten für Last-Minute-Transfers heraus. Die Geißböcke hoffen zuschlagen zu können. Doch auf welchen Positionen? Und mit welchem Erfolg?

Köln – So mancher Fan des 1. FC Köln blickt neidisch nach Berlin. Nicht auf die Hertha, wenngleich auch die Alte Dame in den letzten Monaten personell arg aufgerüstet hat. Es ist Union Berlin, das für gerade einmal 1,5 Millionen Euro mächtig zugeschlagen hat auf dem Transfermarkt: Unter anderem kamen Max Kruse und Robin Knoche bereits früh in der Vorbereitung, beide jeweils ablösefrei. Nun legten die Eisernen mit zwei Leihen vom FC Liverpool noch mal nach: Taiwo Awoniyi, letzte Saison an Mainz ausgeliehen, kam für die Offensive und soll sogar noch um Joel Pohjanpalo von Bayer Leverkusen ergänzt werden. Und dann ist da noch Loris Karius, 2018 noch mit den Reds im Champions-League-Finale, bei dem sich so mancher Kölner Fan fragt, ob dieser nicht der bessere Herausforderer zu Timo Horn gewesen wäre als Ron-Robert Zieler, der sich nach anfänglichem Betonen eines Konkurrenzkampfs erstaunlich anspruchslos als Nummer zwei beim FC einsortiert zu haben scheint.

Man wird erst in den kommenden Monaten wissen, ob Union Berlin nicht nur auf dem Papier gute Transfers getätigt hat. Gleiches gilt auch für den 1. FC Köln. Dafür, dass die Geißböcke von Anfang an gewusst hatten, über kaum Geld zu verfügen, hätte so mancher Union-Deal den Kölnern wohl ebenfalls gut zu Gesicht gestanden. Doch auch der FC glaubt mit seinen bisher getätigten Verpflichtungen richtig zu liegen. Sebastian Andersson hat bereits einmal getroffen, Ondrej Duda hat angedeutet, welch feiner Fußballer er ist. Dimitris Limnios will seine Schnelligkeit und trickreiche Spielweise in die Bundesliga überführen, Tolu Arokodare seine Wucht auch in Deutschland in Tore umwandeln. Doch das Quartett wird mindestens noch zu einem Quintett werden, das hat Sportchef Horst Heldt bestätigt. Der FC ist noch nicht fertig mit der Kaderplanung.

Jedvaj würde ins Kölner Profil passen

Kölns sportlicher Leiter lässt sich nicht in die Karten schauen ob seiner Überlegungen, auf welcher Position noch ein Neuer folgen soll. Dass ein offensiver Linksaußen kommen soll, gilt als sicher. Schließlich hat sich die Verpflichtung von Robin Hack zerschlagen, um den man lange gebuhlt hatte. Ob darüber hinaus auch noch einmal in der Defensive nachgebessert werden soll, ließ Heldt offen. Rechts hinten haben die Geißböcke seit Jahren keine dauerhafte Lösung gefunden, doch es scheint, als suche die halbe Liga nach einem geeigneten Rechtsverteidiger. Der Name Mitchell Weiser geisterte zuletzt wohl eher aus Gewohnheit durch Köln, weil das einstige Toptalent der Geißböcke in Leverkusen auf dem Abstellgleis steht. Eine Leihe des 26-jährigen würde zwar den gängigen FC-Reflex bestätigen, Ex-Kölner wieder ans Geißbockheim zu holen. Ob dies im Falle Weiser sinnvoll und machbar wäre, steht auf einem anderen Blatt.

Wahrscheinlicher ist ein anderer Leverkusener: Tin Jedvaj sucht einen neuen Arbeitgeber, nachdem der Kroate in der vergangenen Saison an den FC Augsburg ausgeliehen war und dort 31 Spiele machte. Der noch immer erst 24-jährige Verteidiger besitzt bei Bayer noch einen Vertrag bis 2023, ist ein Kandidat für eine Leihe und agierte beim FCA zuletzt mehrheitlich als Innenverteidiger. Doch in Leverkusen spielte Jedvaj meist außen, mal links, meist jedoch rechts. Der 1,88 Meter große Defensivspezialist hat den Vorteil alle vier Positionen in der Viererkette spielen zu können und kam auch schon im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Für die Geißböcke wäre ein solcher Allrounder Gold wert, zudem hatte sich Heldt bereits im Winter mit einem solchen Spielerprofil beschäftigt: Erst war Benedikt Höwedes ein Kandidat gewesen, der ebenfalls alle Positionen in der Viererkette in seiner Karriere gespielt hat. Dann war es Jedvajs Bayer-Teamkollege Panagiotis Retsos, den Heldt überlegte nach Köln zu locken, und auch der Grieche ist auf allen vier Positionen einsetzbar. Sollten die Geißböcke also als fehlende Puzzlestücke nicht nur einen offensiven Linksaußen, sondern auch eine defensive Alternative in Erwägung ziehen, käme die Verpflichtung eines derart flexiblen Spielers nicht von ungefähr.

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