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Kein Spielraum für Fehler: Jeder Schuss muss sitzen!


Auf den 1. FC Köln prasseln nach dem geplatzten Transfer von Streli Mamba Häme und Kritik nieder. Dabei haben die Verantwortlichen bei einem Spieler, von dem sie überzeugt waren, zwar Zeit, aber kein Geld verloren. Denn das kann sich der FC nicht leisten. Fehler auf dem Transfermarkt sind in diesem Sommer verboten. Jetzt Neuzugang muss sitzen.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Wer am Freitag die Beiträge der FC-Fans in den sozialen Netzwerken las, konnte den Eindruck gewinnen, dass sich so mancher Anhänger an den Problemen seines Klubs sogar ergötzte: Man überzog den FC mit Hohn und Spott für einen Vorgang, der in Wahrheit den Geißböcken viel Geld gespart hat. Ja, der Transfer von Streli Mamba scheiterte auf der Zielgeraden, die FC-Verantwortlichen haben dadurch viel Zeit verloren. Doch medizinisch bestand nach den Untersuchungen ganz offensichtlich kein Zweifel, dass der FC diesen Transfer unter keinen Umständen machen durfte.

Wäre es den höhnenden Fans lieber gewesen, der FC hätte es gemacht wie vor zwölf Jahren, als man Manasseh Ishiaku trotz medizinischer Zweifel verpflichtete? Der Hohn wäre in diesem Fall wohl schnell in Wut umgeschlagen. Stattdessen hat der FC am Freitag gerade noch rechtzeitig die Reißleine gezogen. Die Frage, ob 1,5 bis 2 Mio. Euro der richtige Preis für Mamba gewesen wären, stellt sich nun nicht mehr. Also eigentlich ein Grund, um durchzuatmen. Denn beim 1. FC Köln gibt es in diesem Sommer keinen Spielraum für Fehler auf dem Transfermarkt. Keinen! Die finanziellen Mittel sind derart begrenzt, dass schon jetzt klar ist, dass der FC von Spieltag eins an ums sportliche Überleben kämpfen wird. Jeder Schuss muss sitzen. Alle Neuzugänge müssen sofort weiterhelfen.

Insofern hat der FC bei aller Häme richtig gehandelt. Sonst könnte man sich die medizinischen Tests vor Transfers sparen. Durchatmen ist allerdings nicht gestattet. Denn Fakt ist auch: Der FC hat durch den Mamba-Rückschlag Zeit verloren und weiterhin keine Bundesliga-taugliche Offensive. Sportchef Horst Heldt und seine rechte Hand Frank Aehlig müssen die größten Lücken schnellstmöglich – im Bestfall bis zum Pokalspiel in einer Woche – schließen, und zwar mit potentiellen Leistungsträgern. Dass das Budget dafür minimal ist, macht die Aufgabe umso komplizierter – und jeden Transfer zu einem Ritt auf der Rasierklinge.

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