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Rückschlag ja, Fiasko nein: Kölns Stürmersuche geht weiter


Die einen überziehen den 1. FC Köln mit Spott, die anderen atmen durch: Der geplatzte Transfer von Streli Mamba zu den Geißböcken ist eine weitere Episode in einer von Rückschlägen gezeichneten Vorbereitung. Doch letztlich können die Kölner von Glück sagen, dass die medizinische Untersuchung ihren Zweck erfüllt hat. Jetzt braucht es Alternativen auf dem Transfermarkt. Robin Hack ist keine – der Nürnberger soll unabhängig von der Mamba-Personalie kommen.  

Köln – Eigentlich hatte Horst Heldt alles in die gewünschten Bahnen gelenkt. Der FC hatte sich Streli Mamba als schnellen Konterstürmer für die FC-Offensive ausgesucht. Ein durchaus passendes Profil für den Spielstil, den Markus Gisdol in der nächsten Saison in Köln aufbieten möchte. Heldt hatte wochenlang mit Paderborn verhandelt, überzogene Forderungen (anfangs 2,5 Mio. Euro) zurückgewiesen und letztlich eine Einigung bei rund 1,5 Mio. Euro plus Boni erzielt, die selbst unter Corona-Bedingungen für einen 26-jährigen angemessen gewesen wären, der in der vergangenen Saison immerhin fünf Tore erzielt hatte. Es war alles vorbereitet, der Spieler saß zur Unterschrift in Heldts Büro. Dann jedoch kam die Mitteilung der FC-Ärzte.

Heldt erklärt: So platzte der Mamba-Deal

Die angeblich leichte Zerrung, wegen der Mamba zuletzt mit dem Training ausgesetzt hatte, entpuppte sich im MRT in Köln als eine kompliziertere Muskelverletzung, die den Spieler zu vier Wochen Pause und anschließendem Aufbautraining verdonnert. Dem FC hätte der Angreifer womöglich zwei Monate lang nicht zur Verfügung gestanden. Daher zog Köln sein Angebot zurück und nahm von einem Transfer Abstand. „Wenn man das Positive sehen will, kann man sagen, dass unser medizinisches System gegriffen hat“, sagte Horst Heldt dem GEISSBLOG.KOELN. „Es ist nun einmal so, dass man einen Medizincheck erst dann durchführt, wenn sich beide Klubs geeinigt hatten.“ Dies war am Donnerstagmorgen der Fall gewesen. Anschließend hatte sich Mamba ins Auto gesetzt und war nach Köln gekommen, um am Freitag unverrichteter Dinge wieder nach Paderborn zurückzufahren.

Hack-Interesse unabhängig von Mamba

Dass Mamba am Freitag das Geißbockheim mit einer FC-Gesichtsmaske verließ, nicht aber mit seinem künftigen Trikot, entbehrte nicht einer gewissen Komik. Aus FC-Sicht war freilich nichts daran witzig, eher tragisch. Denn die Geißböcke haben damit ihre Karten teilweise offen gelegt, ohne dafür etwas bekommen zu haben. Andere Klubs wissen nun, dass der FC sehr wohl eine Ablösesumme zahlen kann und nicht nur auf Leihgeschäfte angewiesen ist. Zwar bleiben die Geißböcke im Liga-Vergleich eine arme Kirchenmaus. Doch einfacher macht der geplatzte Transfer die Spielersuche nicht. „Wir haben uns parallel zu Streli Mamba mit anderen Spielern befasst. Diese Ideen werden wir jetzt weiterverfolgen“, sagte Heldt.

Das Interesse an Robin Hack ist verbrieft. Die Verhandlungen mit Nürnberg sind aber, wie schon mit Paderborn, etwas ins Stocken geraten. Heldt sucht nach einer Lösung. Doch der U21-Nationalspieler hätte auch kommen sollen, wenn der Mamba-Deal geklappt hätte. Insofern darf man gespannt sein, welcher Offensivspieler nun an Mambas Stelle tritt.

Zumindest das große Fiasko bleibt dem FC erspart

Trotzdem: Irgendwie will beim FC vieles offenbar einfach nicht rund laufen. Erst die beiden positiven Corona-Tests zum Vorbereitungsstart. Dann die mysteriösen Probleme bei Anthony Modeste. Derweil überraschte YB Bern damit, Frederik Sörensen entgegen anders lautender Aussagen doch nicht verpflichten zu wollen. Im FC-Trainingslager verletzte sich Florian Kainz schwer. Nach der Rückkehr aus Donaueschingen folgte die Absage des Testspiels gegen den FC Utrecht wegen Corona-Fällen beim Gegner. Anschließend musste der FC selbst Forfait erklären und den Test gegen Uerdingen wegen eines unterbesetzten Kaders (aufgrund von Verletzungen und Länderspiel-Abstellungen) zurückziehen. Nun der Mamba-Hammer! Bislang steht die neue Saison unter keinem guten Stern. Zumindest blieb dem FC das Fiasko erspart, Mamba zu verpflichten, ohne die Verletzung entdeckt zu haben. Wer weiß, wozu es gut war.

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