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Millionen-Phantom Queiros bleibt weiter beim FC


Er ist das Phantom des 1. FC Köln. Seit 2017 steht Joao Queiros beim 1. FC Köln unter Vertrag, ohne jemals ein Spiel für die Profis der Geißböcke absolviert zu haben – und ohne die Chance, jemals ein solches zu absolvieren. Auch in diesem Sommer hat der Portugiese keinen neuen Verein gefunden, nicht mal für eine Leihe. So bleibt das Drei-Millionen-Rätsel bei der U21 des FC und soll dort künftig sogar zum Einsatz kommen. Zumindest, wenn kein anderer Verteidiger zur Verfügung steht.

Köln – Joao Queiros kann womöglich nicht einmal etwas dafür. Dass Ex-Sportchef Jörg Schmadtke für den einstigen U-Nationalspieler Portugals drei Millionen Euro an den SC Braga überwies und bis heute niemand weiß, was der Manager in dem mittlerweile 22-jährigen gesehen hat. Nur eines ist längst klar: Queiros ist einer der größten Flops der jüngeren Vereinsgeschichte, denn er bekam nicht einmal die Chance, sich als das Talent zu erweisen, das Schmadtke in dem Innenverteidiger zu erkennen geglaubt hatte. Kein Profi-Trainer der Geißböcke sah auch nur ansatzweise das Potential in dem Portugiesen, ihn auszuprobieren.

Nach Leihgeschäften zur U23 von Sporting Lissabon und zu Willem II in den Niederlanden ist Queiros inzwischen wieder beim FC. Doch die Tür zu den Profis ist bekanntlich zu. So wird sich der Linksfuß bis zum Winter und bis zur Öffnung der nächsten Transferperiode in der U21 der Kölner Spielpraxis holen – oder zumindest im Training beweisen. „Er weiß jetzt, wo er dran ist“, sagte Trainer Mark Zimmermann auf GBK-Nachfrage. Weil sich kein Klub im Sommer fand, wird die nächste Chance erst wieder im Januar 2021 kommen. Bis dahin heißt es für Queiros, zu trainieren, um überhaupt wieder spielfit zu werden. Zehn Tage war er zum Beginn der Vorbereitung im Trainingsbetrieb der Geißböcke, ehe er sich einen Muskelfaserriss zuzog, weil er monatelang nicht nur nicht gespielt, sondern offenbar auch kaum trainiert hatte. Beim FC wunderte man sich über den katastrophalen Zustand des 22-jährigen und schloss daraus, dass Queiros nicht einmal versucht haben dürfte sich so fit zu halten, dass er sich im Sommer einem neuen Verein hätte anbieten können. Als er sich dann auch noch verletzte, war klar, dass Queiros nicht mehr wechseln, sondern beim FC bleiben und dem Klub weiter auf der Tasche liegen würde.

Er wird es schwer haben zu spielen

Über die genaue Höhe des Jahressalärs des Portugiesen ist nichts bekannt. Doch es darf vermutet werden, dass dieses mindestens im mittleren sechsstelligen Bereich liegt. Ein Betrag, den der FC im schlimmsten Falle bis zum 30. Juni 2022 und damit noch über anderthalb Jahre wird zahlen müssen. Aktuell scheint Queiros keine Chance zu haben, anderswo in einer Liga unterzukommen, in der er auch nur ansatzweise so viel verdienen könnte. Und so dürfte es wohl nur noch um die Frage gehen, ob der Vertrag des Portugiesen irgendwann aufgelöst wird oder ob sich tatsächlich beizeiten ein Klub findet, der bereit ist den Verteidiger zu verpflichten – verbunden mit einer Abfindung seitens der Kölner.

Gut möglich, dass er bis dahin zumindest noch einmal in der Regionalliga West zum Einsatz kommen wird. Zwar sind in der Innenverteidigung andere Spieler gesetzt – allen voran neben Kapitän Marius Laux die Jung-Profis Sava Cestic und Robert Voloder. Doch weil mit Elias Oubella ein weiteres Talent die Geißböcke in Richtung Almelo verlassen hat, ist zumindest nicht auszuschließen, dass Queiros noch einmal für die Kölner auflaufen und seinen bisherigen 14 Regionalliga-Spielen weitere hinzufügen wird. „Wenn unsere Perspektivspieler von den Profis bei uns sind, wird er es schwer haben zu spielen“, sagte Zimmermann. „Andererseits haben wir noch 13 Spiele bis Weihnachten.“ Da Queiros allerdings wohl noch mehrere Wochen brauchen wird, ehe er überhaupt die nötige Fitness für die Regionalliga in sich trägt, dürfte die Chance auf Einsätze auf unter zehn Spiele gesunken sein.

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