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Modeste vor Comeback: Alte Garde wieder gefragt?


Wenn der 1. FC Köln am Sonntag auf Eintracht Frankfurt trifft, wird FC-Trainer Markus Gisdol mit seiner Startelf ein Vabanquespiel betreiben müssen. Durch die Länderspielpause wurde die Kölner Trainingsgruppe einmal mehr über zehn Tage hinweg zerrissen. Dabei sollte diese Zeit genutzt werden, um sich zu finden. Die Mehrheit der Neuzugänge jedoch fehlte. Ein Pluspunkt für die alte Garde – doch auch diese ist angeschlagen.

Köln – Eigentlich wollte Markus Gisdol in diesem Sommer eine neue Zeitrechnung beim FC einläuten. Eine neue Hierarchie in der Mannschaft, neue Kräfteverhältnisse auf dem Rasen durch die Neuzugänge und jungen Spieler, dazu insgesamt veränderte Kaderstrukturen. Doch die Transferperiode mit ihren späten Entscheidungen machte den Bruch mit der Tradition schwer, auf manchen Positionen gar unmöglich. Müssen nun kurzfristig wieder die altbekannten Spieler die Kohlen aus dem Feuer holen?

Timo Horn sollte eigentlich einen ernsthaften Konkurrenten bekommen, doch dafür fehlte das Geld. Marco Höger hatte bereits in der Rückründe kaum mehr Spielzeit bekommen. Marcel Risse wurde zu Viktoria Köln abgegeben. Jonas Hector blieb zwar Kapitän, doch dem ehemaligen Nationalspieler sollte die Last der Verantwortung zumindest teilweise von den Schultern genommen werden. Dazu sollten die jungen Spieler zusammen mit den Neuzugängen in den Vordergrund rücken: Sebastiaan Bornauw, Noah Katterbach, Ismail Jakobs, Jan Thielmann, dazu Ondrej Duda, Sebastian Andersson und Dimitris Limnios.

Testspiele als Fingerzeig

Doch Katterbach saß bislang nur auf der Bank, Jakobs war verletzt, Thielmann wurde mit seiner Startelf-Rolle wohl noch etwas überfordert. Duda und Limnios weilten bei ihren Nationalteams, Andersson ist angeschlagen und niemand weiß, wie fit er wirklich ist. Was bleibt, sind doch wieder altbekannte Gesichter, auf die Gisdol jetzt zählen muss: Horn muss sich im Tor stabilisieren, Höger – sofern er sich am Donnerstag im Training nicht ernsthafter verletzt hat – ist eine Alternative zu Hector nach dessen Kopfverletzung auf der Sechs, und vor allem soll Anthony Modeste im Sturm wieder wirbeln. Nach über drei Monaten ohne jede Spielpraxis wird der Franzose gegen Eintracht Frankfurt wohl die einzig ernsthafte Option für das Sturmzentrum sein, weil Andersson nicht ansatzweise 90 Minuten belastbar sein wird und Tolu Arokodare bei allen Hoffnungen noch ein extrem roher Diamant ist, der viel Zeit brauchen wird, ehe er im deutschen Fußball ankommen kann.

Sofern fit, könnte Höger auf der Sechs in jedem Fall eine Option sein. Hector dürfte ausfallen. Elvis Rexhbecaj spielte bislang überaus schwach. Salih Özcan weilte zuletzt bei der U21 des DFB und wurde auch vorher von Gisdol noch nicht ernsthaft eingesetzt. Die beiden Tests gegen Lindenthal-Hohenlind und die eigene U21 gaben Gisdol die Möglichkeit auf den Positionen hinten rechts (Schmitz), auf der Sechs (Höger) und im Sturm (Modeste) die gegebenen Alternativen zu testen und im Verbund einzuspielen. Möglichkeiten, die die anderen Spieler nicht hatten und deshalb im Nachteil sind. Zwar dürfte die offensive Flügelzange mit Jakobs und Wolf aus neuen Kräften bestehen und in der Mitte erneut Duda beginnen. Doch die Verantwortung wird auf anderen Schultern liegen – auf der alten Garde.

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