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Nach Transferperiode: Hätte der FC defensiv nachbessern müssen?


Mit sechs externen Neuzugängen bestreitet der 1. FC Köln die Saison 2020/21. Ausgenommen von Ersatztorhüter Ron-Robert Zieler haben sich die Geißböcke dabei ausschließlich in der Offensive verstärkt. Dabei haperte es im vergangenen Jahr vornehmlich defensiv. 

Köln – Knapp zwölf Wochen hatte der 1. FC Köln Zeit, seinen Kader für die inzwischen drei Spieltage alte Saison 2020/21 aufzustellen. Während Keeper Ron-Robert Zieler bereits früh in der Vorbereitung von Hannover 96 zum FC stieß, dauerte es bis kurz vor Saisonstart, ehe die nächsten Neuzugänge am Geißbockheim aufschlugen. Zunächst musste FC-Geschäftsführer Horst Heldt den Kader verkleinern und somit Gehälter frei machen, um auf dem Transfermarkt tätig werden zu können. Dann kamen mit dem Wechsel von Jhon Cordoba zu Hertha BSC die Aktivitäten der Kölner ins Rollen.

Zweitschlechteste Defensive im vergangenen Jahr

Bis zum Montagabend, als das Transferfenster in der Bundesliga schloss, konnte der FC sechs Neuzugänge präsentieren. Mit Sebastian Andersson reagierte Heldt auf den Abgang Cordobas. Ondrej Duda kam als Ersatz für den nach Schalke zurückgekehrten Mark Uth ans Geißbockheim. Mit Marius Wolf und Dimitris Limnios hat sich der FC auf den Flügeln verstärkt, mit Tolu Arokodare ein bis dato unbekanntes Talent im Angriff aus Lettland geholt. Damit schien der FC auf den ersten Blick einiges richtig gemacht zu haben. Die Abgänge, die in der vergangenen Saison für den Großteil der Tore gesorgt hatten (Cordoba, Uth), wurde durch Andersson und Duda kompensiert. Darüber hinaus musste Heldt auf den langfristigen Ausfall von Florian Kainz reagieren, der mit fünf Toren und sieben Vorlagen in der vergangenen Saison ebenfalls zu den Topscorern gehörte. Für ihn kam Wolf. Darüber hinaus kamen Limnios und Arokodare als junge, entwicklungsfähige Spieler mit Wundertüten-Potential.

Mit 51 erzielten Toren war der FC in der vergangenen Saison das treffsicherste Team in der zweiten Tabellenhälfte. Überhaupt hatten nur sieben Mannschaften mehr Tore erzielt als die Geißböcke. Klar ist: Die Neuzugänge müssen schnell funktionieren, denn der FC wird auf Strecke auch in dieser Spielzeit eine ähnliche Ausbeute benötigen, um Chancen auf den Klassenerhalt zu haben.

Im Gegensatz zur Offensive zeigten sich beim FC im letzten Jahr jedoch vor allem defensiv eklatante Schwächen. So hatte nur der SC Paderborn noch mehr Gegentreffer kassiert als die Geißböcke. Mit 69 Toren musste Timo Horn im Schnitt zwei Mal pro Partie hinter sich greifen. Zu aller Überraschung verstärkte sich der FC in diesem Sommer im defensiven Abwehrverbund jedoch nicht. Zwar kehrten mit Frederik Sörensen und Jannes Horn zwei Abwehrspieler von ihren Leihstationen zum FC zurück und können somit als Neuzugänge gewertet werden. Doch während Horn zwar eine anständige Vorbereitung absolvierte, in der Liga aber bislang Schwächen in der Rückwärtsbewegung offenbarte, stieg Sörensen erst spät in der Vorbereitung ein und ist noch nicht wieder bei einhundert Prozent.

Problemposition Rechtsverteidigung

Zudem herrscht beim FC seit Jahren ein Problem auf der Rechtsverteidiger-Position. Mit der Verpflichtung von Kingsley Ehizibue im Vorjahr hatte man sich erhofft, diese Stelle auf Bundesliga-Niveau besetzt zu haben. Doch bislang konnte der Niederländer noch nicht die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen. So wurde, auch durch Verletzung von Benno Schmitz, die Position hinten rechts zu Saisonbeginn erneut zur Problemstelle. Mit Marius Wolf haben die Geißböcke zwar einen flexiblen Spieler hinzugewonnen, der zur Not hinten rechts spielen kann. Er selbst und auch Markus Gisdol sehen seine Stärken jedoch in der Offensive. Auch in der Innenverteidigung sind die Kölner verwundbar, vor allem, sollte Sebastiaan Bornauw einmal längerfristig ausfallen. Während Jorge Meré ebenfalls häufig mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat und bisweilen mehr Schatten als Licht zeigte, ist Rafael Czichos auch immer wieder für individuelle Fehler gut. Mit Sava Cestic und Robert Voloder haben die Geißböcke neben Sörensen nur noch zwei Talente ohne jede Bundesliga-Erfahrung in der Hinterhand. Überdies sitzt Noah Katterbach bislang nur auf der Bank und scheint seiner Form des vergangenen Winters weit hinterher zu laufen.

Markus Gisdol muss bis zum nächsten Pflichtspiel nicht nur die Automatismen in der Offensive verbessern, sondern auch die Stabilität im Defensivverbund wiederfinden. Alleine auf personelle Verstärkung für letztere Aufgabe muss der Trainer verzichten.

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