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Heldt über Gisdol: „Solange wir davon überzeugt sind…“


„Enttäuscht und verärgert“: So hat Horst Heldt am Tag nach der 1:2-Niederlage des 1. FC Köln gegen Union Berlin seinen Gemütszustand beschrieben. Der Geschäftsführer Sport scheint sich bewusst, dass die Pleite gegen die Eisernen ein schwerer Rückschlag war auf dem Weg zum Klassenerhalt. Ein Rückschlag, der auch Trainer Markus Gisdol in Bedrängnis bringt. 

Köln – Nein, Horst Heldt rückt nicht von Trainer Markus Gisdol ab. Der Sportchef erklärte am Montagmittag auf die Frage, wie es um die Rückendeckung für den Chefcoach stünde: „Es bleibt dabei.“ Allerdings erhöhte der 50-jährige merklich den Druck auf seinen Übungsleiter. „Ich denke, dass wir die Probleme aber auch lösen müssen, und da ist der Trainer genauso in der Verantwortung wie die Spieler. Alle sind in der Pflicht, jeder ist gefordert seiner Verantwortung gerecht zu werden.“

Ist Gisdol der Richtige für die hehren Ziele der FC-Bosse?

Im Bundesliga-Fußball sind solche Aussagen eines sportlichen Leiters in der Regel die Grundlage dafür, dass einem Trainer nicht mehr viel Zeit bleibt die Kurve zu kriegen. Klar ist: Gisdol hat für Kölner Verhältnisse bereits sehr viel Zeit bekommen. Zehn sieglosen Spiele in der letzten Saison, acht sieglose Spiele in der neuen Saison. Doch bekanntlich wollen die FC-Bosse, in der Geschäftsführung genauso wie im Vorstand, gemeinsam mit Gisdol eine neue Kontinuität am Geißbockheim schaffen und die sich fast jährlich selbsterfüllende Prophezeiung einer Trainerentlassung durchbrechen. Die Frage, die sich nicht erst nach dem destruktiven Auftritt gegen Union stellt, lautet: Ist das Trainerteam um Gisdol das richtige für dieses hehre Ziel?

Heldt musste am Montag zugeben, dass sich „Dinge wiederholen“: Fehler vor Gegentoren, Fehler im Spielaufbau, Fehler, die dazu führen, dass der FC selbst vielversprechende Situationen wie ein Zwei-gegen-Zwei oder Drei-gegen-Drei nicht in Torchancen ummünzen kann, weil die Spieler schon im Ansatz die falschen Entscheidungen treffen. Wiederholungen von Fehlern haben in der Regel zwei Ursachen: mangelnde Qualität der betreffenden Spieler oder fortdauernde Versäumnisse des Trainerteams in der Vorbereitung auf die Spiele sowie in der Entwicklung der Profis. Heldt muss nun analysieren, welche Ursachen er eher sieht.

Heldts Warnung an Gisdol

Eine Folge hat die Niederlage gegen Union in jedem Fall: Heldt wollte am Montag nicht mehr von den positiven Zeichen sprechen, die die Verantwortlichen in den letzten Wochen hervorgehoben hatten, um aus den drei Unentschieden in vier Spielen Selbstvertrauen zu schöpfen. „Es gibt weiter Dinge, die zur Hoffnung beitragen. Es macht aber gerade keinen Sinn sie nach außen zu tragen. Wir müssen ruhig und sachlich weiterarbeiten, aber es macht keinen Sinn, jetzt mit irgendwelchen Statements nach draußen zu gehen. Wir haben drei Punkte, wir haben wieder verloren, das ist ernüchternd.“ Worte, die auch eine Warnung an Gisdol sein dürften. Die Zeit der Ausreden und des Schönredens sind vorbei. Es zählen nur noch Ergebnisse und Leistungen. Und beides ist seit Monaten beim 1. FC Köln fraglos mangelhaft.

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