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Kapitale Aussetzer: Planloser FC besiegt sich wieder einmal selbst


Ein spielerisch einmal mehr erschreckend schwacher und planloser 1. FC Köln hat gegen den 1. FC Union Berlin mit 1:2 (1:1) verloren. Wieder einmal ein individueller Fehler und wieder einmal ein Elfmeter gegen die Geißböcke sorgten für die fünfte Niederlage im achten Spiel. Der FC fiel damit auf den 17. Tabellenplatz zurück. Da half auch ein gehaltener Elfmeter durch Timo Horn nicht.

Aus Müngersdorf berichtet Marc L. Merten

Als eine Stunde vor Spielbeginn die Aufstellungen veröffentlicht wurden, staunte man beim FC nicht schlecht. Markus Gisdol setzte nicht auf Sebastiaan Bornauw, sondern auf Jorge Meré. Der Belgier saß nur auf der Bank, während der Spanier erstmals in dieser Saison in einem Bundesliga-Spiel zum Einsatz kam. Darüber hinaus kehrte Mittelfeld-Staubsauger Ellyes Skhiri zurück in die Startelf und übernahm in Manndeckung (!) die Beschattung von Max Kruse. Derweil ertönten mit Anpfiff von außerhalb des Stadions Fangesänge (mehr dazu hier). Zwei Fans hatten sich eine kreative Form der Unterstützung für den FC einfallen lassen – alles, um endlich den ersten Sieg seit März zu landen.

Moment des Spiels

Es lief die 71. Minute. Der FC verlor den Ball auf der linken Seite, Union konterte. Erst rückte Czichos nicht schnell genug raus. Dann beging Özcan ein Foul mit Ansage im Strafraum gegen Ingvartsen. Es gab mal wieder Elfmeter für einen Gegner des 1. FC Köln. Doch noch war der Ball noch nicht im Tor. Denn Timo Horn verwehrte Max Kruse den Elfmeter-Rekord. Nach 16 verwandelten Strafstößen in 16 Versuchen in der Bundesliga vergab Kruse gegen Horn – der Kölner Keeper parierte den Schuss mit ausgestrecktem Arm stark. Was aber passt in dieser Saison zum FC? Nicht nur sechs Elfmeter in acht Spielen gegen die Geißböcke, sondern auch offenbar der fehlende Glaube an den eigenen Torhüter. Denn obwohl Horn den Ball hielt, war es Kruse, der den Nachschuss erreichte und zum 2:1 traf. Skhiri war der Einzige, der ernsthaft versucht hatte den Abpraller zu erreichen. Czichos und Co. waren staunend am Sechzehner stehen geblieben.

Fazit

Wer wissen will, wie es um den 1. FC Köln im November 2020 steht, muss nur das Spiel gegen Union Berlin sehen. Erstens: Defensiv eigentlich solide Arbeit spielt keine Rolle mehr, wenn sich die Geißböcke zuverlässig individuelle Total-Aussetzer leisten, die zu Gegentoren führen (diesmal Czichos gegen Awoniyi). Zweitens: Wenn der FC weiterhin in nahezu jedem Spiel einen Elfmeter verursacht, steigt der Klub ab (diesmal Özcan gegen Ingvartsen). Drittens: Wenn die Geißböcke nicht endlich anfangen Fußball zu spielen, sondern weiterhin einen derartigen Rumpel-Fußball auf den Rasen bringen, der einzig und alleine bei Standards zu Torgefahr führt, wird der 1. FC Köln genauso sicher absteigen. Der Fußball des 1. FC Köln in dieser Saison ist bislang kaum anzusehen. Schon gar nicht als Fan der Geißböcke. Aber die müssen das Leid ja zumindest nicht im Stadion mitansehen.

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