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Wieder der Bayern-Effekt? Der FC glaubt an sich und die Wende


Der 1. FC Köln wiederholt gegen den FC Bayern eine Leistung, die man den Geißböcken schon vor drei Jahren in exakt der gleichen Situation nicht zugetraut hatte. Damals zogen die Kölner neues Selbstvertrauen aus der knappen Niederlage gegen den Favoriten und legten eine Serie von drei Siegen hin. Damals reichte es zwar trotzdem nicht zum Klassenerhalt. Doch damals war der FC bereits tief in der Saison. Jetzt steht man noch fast am Anfang. Der Weg aus der Krise ist plötzlich sichtbar. Die Mannschaft von Markus Gisdol muss ihn nun aber auch beschreiten.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Vor drei Jahren blieb der 1. FC Köln erst unter Peter Stöger und dann Stefan Ruthenbeck insgesamt 16 Bundesliga-Spiele in Folge ohne Sieg – wie heute. Das 15. und 16. Spiel dieser Trostlos-Serie ist vielen FC-Fans noch in Erinnerung. Am 15. Spieltag verloren die Geißböcke im Schneetreiben von Müngersdorf nach einer 3:0-Führung noch 3:4 gegen den SC Freiburg. Danach mussten die Kölner nach München zum FC Bayern. In den Diskussionen vor dem Spiel ging es nur um die Höhe der Niederlage, der Klatsche, der Blamage. Doch am Ende der 90 Minuten von München am 16. Spieltag 2017/18 zog sich der FC derart gut aus der Affäre, dass die Ruthenbeck-Elf beinahe mit einem Punkt zurück nach Köln gereist wäre. Das Spiel endete 0:1.

Ruthenbeck sagt noch heute, dass diese Partie damals der Beginn einer zumindest vorübergehenden Wende war. Die Geißböcke glaubten wieder an sich. Trotz der Niederlage hatten sie dem FC Bayern getrotzt, hatten die taktischen Vorgaben gestimmt, hatte das Korsett wieder zusammengehalten. Es folgten drei Siege in Folge, und der FC war wieder im Spiel im Kampf um den Klassenerhalt. Dass Köln danach trotzdem abstieg, war in großen Teilen der Verweigerung von Ex-Sportchef Armin Veh zu verdanken, nach 19 Spieltagen und nur vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz noch einmal an die Rettung zu glauben. Das ist heute anders. Vieles ist beim FC heute anders. Erstens befindet man sich nicht bei Spieltag 19, sondern bei Spieltag 6. Zweitens ist die Mannschaft fitter als damals. Und drittens glauben alle Beteiligten, dass es jetzt erst so richtig los geht für den 1. FC Köln in der Saison 2020/21.

Doch die Hoffnung ist wieder da. Das 1:2 gegen den FC Bayern war zwar – wie damals – das 16. Spiel ohne Sieg in Folge. Es soll gleichzeitig aber auch der Beginn der Wende gewesen sein. Weil am Samstag in Müngersdorf vieles passte, weil die taktischen Vorgaben stimmten, weil das Korsett wieder zusammengehalten hatte. Es war klar, dass das Spiel gegen den FC Bayern nur im Ausnahmefall zu etwas Zählbarem führen würde. Doch ein anderer Ausnahmefall ist eingetreten: Dass der FC nicht nur erhobenen Hauptes den Platz verlassen konnte, sondern auch mit der Überzeugung nun zu wissen, dass sie zweifelsohne konkurrenzfähig sind. Markus Gisdol und seine Spieler dürfen sich nichts vormachen. Sie haben noch immer kein Spiel in dieser Saison gewonnen. Doch sie kommen diesem Punkt immer näher. Frankfurt, Stuttgart, München – drei Spiele, in denen ein klarer Aufwärtstrend zu sehen war. Drei Spiele, die Hoffnung machen. Vielleicht nicht auf eine sagenhafte Serie wie in der vergangenen Saison. Sehr wohl aber auf die ersten drei Punkte, auf den ersten Sieg der Saison. Am besten in Bremen am Freitagabend. Das zarte Pflänzchen, das zu wachsen begonnen hat, ist noch nicht mehr als das. Doch ein Erfolg könnte beim FC so manchen Knoten lösen, der nun schon viel zu lange besteht.

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