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Zimmermann: „Ich hätte mich fast mit Laux gestritten“


Die U21 des 1. FC Köln hat gegen den Wuppertaler SV eine harte Bewährungsprobe bestanden und kühlen Kopf in einer hitzigen Partie behalten. Das Team von Trainer Mark Zimmermann siegte nicht nur mit 1:0 (0:0), sondern konnte sich hinterher über einen bestandenen Charaktertest freuen. Doch zwischenzeitlich hatte auch der FC-Coach Mühe, die Emotionen seiner Spieler im Zaum zu halten.

Köln – Hinterher standen Mark Zimmermann und sein Kapitän Marius Laux noch länger auf dem Rasen zusammen. Sie besprachen wohl, was in der Halbzeitpause in der Kabine seinen Anfang genommen hatte. Zimmermann hatte über eine Auswechslung des Innenverteidigers nachgedacht, da Laux nach einem Foul an der Strafraumgrenze bereits in der 15. Minute die Gelbe Karte gesehen hatte. „Wir haben überlegt Laux rauszunehmen“, erzählte Zimmermann nach der Partie. „Ich hätte mich fast mit ihm gestritten, aber er hat gesagt, er kriegt das hin.“

Das Problem: Wuppertal hatte bereits in der 21. Minute nach einer überharten Anfangsphase einen Platzverweis kassiert. Routinier Marco Königs hatte nach zwei üblen Fouls gegen Laux und Sava Cestic zurecht Gelb-Rot gesehen. Es war die logische Folge einer ersten Halbzeit gewesen, in der der WSV vor allem auf die Knochen der Kölner gezielt hatte, eine rüpelhafte, aber von den Verantwortlichen um Trainer Alexander Voigt gewünschte Vorgehensweise. Zimmermann fürchtete, dass Laux das Spiel aufgrund der Gelben Karte in Hälfte eins nicht über die vollen 90 Minuten erleben würde. Denn Wuppertal versuchte fortan alles, um auch einen Kölner Spieler frühzeitig unter die Dusche zu schicken. Doch Laux hielt durch und der FC siegte knapp mit 1:0.

Wie Cestic zur Tätlichkeit gebracht werden sollte

„Die Wuppertaler hatten uns gegen Homberg beobachtet und daraus den Schluss gezogen: Zack gegen die Bubis!“, fasste Zimmermann hinterher die Spielweise des WSV zusammen. Der FC hatte sich in der Vorwoche in Homberg gegen eine ebenso harte Mannschaft den Schneid abkaufen lassen und sich letztlich mit 1:3 geschlagen geben müssen. „Die Jungs müssen lernen: Wenn sie nur fünf Prozent weniger dagegen halten, dann kriegst du wie in Homberg die Quittung“, sagte Zimmermann und hatte daher eine Reaktion seiner Spieler gefordert. In dem Wissen, dass Wuppertal versuchen würde Härte und Hektik ins Spiel zu bringen und dies für sich zu nutzen.

„Wichtig war, dass wir uns nicht zu Gegenreaktionen oder Revanchefouls haben hinreißen lassen“, sagte Zimmermann. „Das ist die Unerfahrenheit, die wir haben und die ein Gegner versucht auszunutzen.“ Vor allem Tim Wendel, der 31-jährige im zentralen Mittelfeld der Wuppertaler, hatte es immer wieder auf die Kölner Youngster abgesehen. Mitte der zweiten Hälfte war der 31-jährige plötzlich während einer Freistoßsituation neben Sava Cestic zusammengebrochen und hatte sich das Gesicht gehalten. Im Gedränge hatte Wendel versucht Cestic zu einer Tätlichkeit zu provozieren und war letztlich theatralisch zu Boden gegangen. Schiedsrichter Patrick Holz jedoch hatte die Szene nicht eindeutig erkennen können und Cestic wohl mehr aus einer Vermutung heraus die Gelbe Karte gezeigt.

Nächster Härtetest folgt auf dem Tivoli

So konnte Zimmermann hinterher froh sein, dass keiner seiner Spieler auf die Provokationen der Wuppertaler reingefallen war. Auch nicht Laux, der in der Innenverteidigung bis auf ein verlorenes Laufduell in der 90. Minute fehlerfrei blieb und sich keine zweite Gelbe Karte abholte. „Marius hat gesagt, er kriegt das hin. Er weiß dank seiner Erfahrung, was da auf ihn zukommt. Es hat funktioniert“, freute sich Zimmermann. Der bestandene Charaktertest dürfte Selbstvertrauen geben für die nächsten Aufgaben. Denn bereits am nächsten Spieltag erwartet die jungen Kölner erneut eine schwere Aufgabe. Am kommenden Sonntag geht’s auf den Tivoli zu Alemannia Aachen.

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