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Kölner Defensivlust führt zu einem Novum seit Peter Stöger


Peter Stöger war einst berühmt und berüchtigt mit dem 1. FC Köln in der Bundesliga 0:0 zu spielen. Der Österreicher veräppelte sich dafür sogar selbst in einem Weihnachtsvideo der Geißböcke. Und tatsächlich, es dauerte über drei Jahren, ehe sich der FC in einem Pflichtspiel wieder mit einem torlosen Remis von seinem Gegner trennte. Beim 0:0 gegen RB Leipzig entführten die Geißböcke als erstes Team in dieser Saison etwas Zählbares aus der Red Bull Arena. Dank einer kompakten und kämpferisch starken Leistung, die beinahe noch von einem Sieg gekrönt gewesen wäre, können die Kölner nun selbstbewusst ins DFB-Pokal-Spiel und in die kurze Bundesliga-Pause gehen. 

Die Geschichte des Spiels: Das letzte Mal, dass RB Leipzig nicht in der eigenen Arena gewinnen konnte, war am 22. Juni gegen Borussia Dortmund. Seither haben die Leipziger jedes Spiel zuhause gewinnen können und keinen einzigen Punkt abgegeben. Gleichzeitig hätte der Tabellendritte mit einem Sieg über den FC Druck auf Leverkusen und Bayern ausüben und sich womöglich die in diesem Jahr etwas andere Herbstmeisterschaft nach 13 Spieltagen sichern können. Doch der FC hatte etwas dagegen und machte den Gastgeber mit einer leidenschaftlichen Defensivarbeit einen Strich durch die Rechnung.

Das Ergebnis: In keinem Spiel in dieser Saison war der 1. FC Köln auch vom Ergebnis her so unterlegen wie am vergangenen Mittwoch gegen Bayer 04 Leverkusen. Umso mehr legten die Geißböcken am Samstag in Leipzig das Augenmerk auf die Defensive. Anders als im Derby hielten die Kölner kürzere Abstände zwischen den Ketten und waren dadurch defensiv sehr kompakt. Als Belohnung gab es für die Gisdol-Elf das zweite Spiel ohne Gegentor in dieser Saison und das erste 0:0 seit über drei (!) Jahren. Zuletzt gab es dieses Ergebnis für den FC am 22. Oktober 2017 zuhause gegen Werder Bremen. Damals saß noch Peter Stöger auf der Trainerbank. Es war der Tag, als Serhou Guirassy den Sieg vergab und einen Tag später Jörg Schmadtke den Klub verließ. So lange ist das letzte 0:0 schon her.

Szene des Spiels: Es wäre das perfekte Weihnachtsgeschenk für jeden FC-Fans gewesen, wenn Jan Thielmann in der Nachspielzeit den Ball aus 18 Metern flach in die Ecke gejagt hätte. Nach einem schwachen Pass von Orban spritzte der Youngster zwischen die Leipziger Abwehr und nahm den Ball nach seinem ersten Kontakt direkt. In letzter Sekunde bekam Upamecano jedoch noch die Fußspitze dazwischen, sodass die Kugel knapp am Pfosten vorbeistrich.

Duell des Spiels: Immer wieder behakten sich am Samstagnachmittag Leipzigs Angelino und Marius Wolf auf der rechten Seite des FC. Beide schienen mit zunehmender Spieldauer genervt voneinander und ließen auch das ein oder andere Wortgefecht nicht aus. Zwar hatte der Kölner Rechtsverteidiger seine Probleme mit dem schnellen und technisch starken Flügelspieler, angesichts des Ergebnisses dürfte Wolf das persönliche Duell jedoch für sich entschieden haben.

Pfiff des Spiels: Bereits nach zwei Minuten musste Timo Horn den Ball aus dem eigenen Netz holen. Nach einem katastrophalen Fehlpass des Keepers landete die Kugel in den Füßen von Angelino. Über Poulsen und Sabitzer ging es schnell zu Haidara, der die vermeintliche Führung für Leipzig erzielte. Doch Sabitzer hatte bei seiner Ballannahme zuvor hauchdünn im Abseits gestanden, sodass der Treffer vom Schiedsrichtergespann keine Anerkennung fand. So blieb es beim 0:0 – auch über die weiteren 88 Spielminuten plus vier Minuten Nachspielzeit.

Zitat des Spiels: „Es ist für uns ein goldener Punkt.“ (Markus Gisdol)

Erkenntnis des Spiels: Lässt man die herbe Derby-Schlappe gegen Leverkusen außen vor, konnte der 1. FC Köln auch in Leipzig seinen Aufwärtstrend bestätigen. Vor allem defensiv beißen sich inzwischen auch die Top-Teams der Liga die Zähne an der kompakten Kölner Spielweise aus. Zwar vergaben die „Nagelsmänner“ mehrere gute bis herausragende Tormöglichkeiten. Doch auch der FC hätte mit Dominick Drexler und Jan Thielmann treffen können, wenn nicht gar müssen. Dank des einen Punktes in Leipzig können die Kölner daher mit einem positiven Gefühl aus dem letzten Bundesliga-Spiel des Jahres gehen und zuversichtlich auf die kommenden Wochen blicken.

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