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Modeste stand schon bereit: Rexhbecaj der bessere Torjäger


Als Elvis Rexhbecaj in der 55. Minute in Mainz zum 1:0 traf, jubelten Spieler und Trainer auf der Bank des 1. FC Köln. Doch unmittelbar danach wurde es hektisch: Anthony Modeste, eigentlich schon zur Einwechslung bereit, wurde zurückgepfiffen. Markus Gisdol musste nach der Führung erst überlegen, wie es nun weitergehen sollte. Denn der 51-jährige hatte eigentlich den Torschützen auswechseln wollen – vor dessen Treffer.

Aus Mainz berichtet Sonja Eich

Hätte es noch einmal eine Wechselgelegenheit vor dem Treffer zum 1:0 gegeben, Markus Gisdol hätte sie wahrgenommen. Anthony Modeste stand bereit und sollte eigentlich für den Mann mit der Rückennummer 20 kommen. „Ich wollte einen weiteren Spieler bringen, der gegen die starke Präsenz der Mainzer körperlich die Bälle festmachen kann“, erklärte Gisdol nach dem Spiel seine Überlegungen und scherzte dann: „Vielleicht können wir es öfter machen, dass wir einen Stürmer zur Seitenlinie holen und dann das Tor fällt.“

Am Samstag erwies sich Elvis Rexhbecaj als der bessere Torjäger als Anthony Modeste. Rexhbecaj traf nach Vorlage von Ondrej Duda zum Sieg, während Modeste in der 74. Minute eine hundertprozentige Möglichkeit liegen ließ. Jannes Horn hatte auf links Ismail Jakobs geschickt, der den Ball scharf und flach durch den Fünfer jagte. Mainz‘ Keeper Zentner kam nicht ran, die Mainzer Verteidiger auch nicht. Und so stand Modeste am langen Pfosten ganz alleine und hätte den Ball nur noch ins leere Tor schieben müssen. Doch er konnte sich nicht für ein Stand- und ein Schussbein entscheiden. Und so verstolperte er den Ball und spielte ihn parallel zur Torlinie zurück in Richtung Jakobs. Eine unfassbare Szene, die ein wenig an Serhou Guirassy vor drei Jahren gegen Werder Bremen erinnerte. Es stand sinnbildlich dafür, dass Modeste noch Zeit benötigen wird, um wieder der Alte zu werden.

Man sollte ihn nicht unterschätzen

Zum Kölner Glück wurde die nachlässige Chancenverwertung zwischen dem Führungstor (55.) und der Gelb-Roten Karte für Duda (76.) nicht mehr bestraft. Nachdem die Geißböcke in Person von Duda, Rexhbecaj, Wolf und eben Modeste vier sehr gute bis herausragende Möglichkeiten liegen gelassen hatten, vergaben auch die Mainzer ihre Chancen in Überzahl in der Schlussphase – auch dank eines überragenden Timo Horn im FC-Tor. So war es neben dem FC-Keeper der Torschütze, der zum Spieler des Tages avancierte. „Elvis ist für uns ein richtig wertvoller Spieler, der sich für keinen Weg zu schade ist“, lobte Trainer Gisdol hinterher. „Man sollte ihn nicht unterschätzen. Er coacht die Mannschaft auf dem Platz unglaublich gut. Es freut mich, dass er das Tor gemacht hat. Er lebt Fußball, er lebt unser Spiel, und es schön, wenn sich die Jungs dann so belohnen.“

Modeste kam für Thielmann statt für Rexhbecaj

Rexhbecaj gehört zu jenen Spielern im Kader, die eigentlich hervorragend in Gisdols System passen. Ein laufstarker, wenn auch kein schneller Mittelfeldspieler, einer der wenigen Kommunikatoren auf dem Platz, der zudem im Eins gegen Eins sehr aggressiv zu Werke gehen kann. Jedoch leistete sich „Rex“ zuletzt auch immer wieder gedankliche Pausen, vergaß den Rückwärtsgang und die nötige Zweikampfhärte oder wirkte zu ungenau im Passspiel. In Mainz brachte er seine besten Qualitäten nun so zur Geltung, wie sich Gisdol das wünschte. Mit dem Ergebnis, dass der FC die Tore der anderen Spieler nicht brauchte und am Ende mit 1:0 gewann. Und so konnte Gisdol fünf Minuten nach der Führung seinen Stürmer für einen anderen Offensivmann bringen. Jan Thielmann musste runter, während Rexhbecaj noch weiter seine gute Leistung zeigen konnte, ehe auch er in der Schlussphase vom Feld ging.

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