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Endlich Stammspieler? So sieht Jorge Meré seine Zukunft


Lange Zeit schien Jorge Meré beim 1. FC Köln auf dem Abstellgleis zu stehen. Der lange als 30-Millionen-Euro-Transfer gehandelte Innenverteidiger kam bei den Geißböcken in den letzten anderthalb Jahren kaum in Tritt. Seit dem Spiel gegen RB Leipzig gehört Meré jedoch regelmäßig zu den stärksten Kölnern und hat sich so nun erneut ins Rampenlicht gespielt. Die Fragen nach seiner Zukunft in Köln bleiben somit automatisch nicht aus. 

Köln – Es schien eine erneut frustrierende Saison für Jorge Meré beim 1. FC Köln zu werden. In der ersten DFB-Pokalrunde gegen die VSG Altglienicke stand der Spanier noch in der Startelf, ehe er sich in der Bundesliga an den ersten sieben Spieltagen jeweils über 90 Minuten auf der Bank wiederfand oder er wie gegen Bielefeld und Gladbach aufgrund muskulärer Probleme überhaupt nicht zum Kader gehörte. Gegen Union Berlin stand Meré schließlich in der ersten Elf und kam für den in dieser Phase schwächelnden Sebastiaan Bornauw zum Einsatz. Der Innenverteidiger machte seine Sache trotz der 1:2-Niederlage ordentlich und hätte wohl, wenn er nicht erneut aufgrund muskulärer Probleme ausgefallen wäre, auch beim ersten Saisonsieg gegen den BVB zur Startformation gehört.

Das ist es was, was ich am Ende beeinflussen kann

So musste Meré erneut drei Spiele, in den der FC sieben Punkte einfahren konnte, zusehen. Nach einem Kurzeinsatz gegen Bayer 04 Leverkusen bekam der Spanier dann gegen RB Leipzig aber wieder seine Chance von Beginn an und überragte beim 0:0 für viele wohl überraschend als entscheidender Mann auf dem Platz (GBK-Note 1,5). Seither präsentiert sich der 23-jährige als wohl stabilster Spieler in der Innenverteidigung und scheint sich seinen Platz vorerst gesichert zu haben. Auch Trainer Markus Gisdol zeigte sich zuletzt mehr als erfreut über die starken Leistungen seines Spielers. Auch zur Freude von Meré: „Es ist eine gute Sache, wenn dich der Trainer lobt. Das ist sehr positiv und motiviert auch“, sagte der Spanier nun nach seinem dritten Startelf-Einsatz in Folge. Beeinflussen lassen will er sich von der positiven Kritik aber nicht: „Ich will mich auf mich konzentrieren, damit ich auf dem Platz meine Leistung bringen kann. Denn das ist es, was ich am Ende beeinflussen kann.“

Was will der Spieler?

In der vergangenen Saison kam Meré insgesamt auf nur elf Bundesliga-Einsätze. Immer wieder wurden Gerüchte laut, nach denen sich der Abwehrspieler trotz laufendem Vertag bis 2023 mit einem Tapetenwechsel beschäftigen würde. Frust schob der Spieler aufgrund seiner geringen Spielzeit aber nie. „Solche Dinge passieren im Fußball immer, das sind Entscheidungen die der Trainer treffen muss. Jeder Spieler muss das akzeptieren und einfach weiter daran arbeiten, sich zu verbessern und der Mannschaft zu helfen. Am Ende muss jeder auf seinen Moment warten.“ Für Meré galt dies definitiv. Trotz seiner inzwischen dreieinhalb Jahre im Verein war der Spanier noch nie uneingeschränkter Stammspieler – und das, obwohl er mit inzwischen 73 Partien mehr Spiele für die Geißböcke als für seinen Heimatverein Sporting Gijon absolviert hat (63 Spiele als Profi). Wie viel an den jeweiligen Wechsel-Gerüchten jedoch dran war, wollte Meré nicht beantworten. Auch, ob er seinen noch zwei Jahre andauernden Vertrag erfüllen wolle, ließ er sich nicht entlocken: „Ich kann solche Fragen nicht beantworten, weil ich nicht weiß, was in der Zukunft passiert.“ Zwar klingt ein klares Bekenntnis zum Verein anders, trotzdem machte Meré keinen Hehl daraus, sich beim FC wohl zu fühlen: „Ich habe immer gesagt, dass ich hier glücklich bin.“ Klarheit dürfte trotzdem an den entscheidenden Fronten herrschen, denn der Innenverteidiger sagte auch: „Der Trainer und der Klub wissen, was ich will. Ich bleibe ruhig und versuche im Training Gas zu geben und der Mannschaft zu gut wie möglich zu helfen.“

Sollte Meré in den kommenden Wochen seine starke Form bestätigen können, wären wohl auch jene nicht unzufrieden, die den U21-Europameister von 2019 längst abgeschrieben hatten. Doch selbst zu diesem Zeitpunkt büßte der Spieler nach eigenen Angaben nichts von seinem Selbstvertrauen ein. „Ich habe immer an mich geglaubt, auch, als ich nicht gespielt habe.“ Dass zwischen Startelf und Bank oder guter und schlechter Leistung oft nur wenig dazwischen liegen kann, dürfte Meré in seiner Zeit in Köln merklich gespürt haben. So weiß auch er: „Im Fußball kann sich alles immer schnell ändern.“ Das gilt dabei freilich sowohl für die Situation des Vereins, als auch seine eigene sportliche Entwicklung oder auch Zukunftsausrichtung. Klar dürfte in jedem Fall sein: Ein starker Meré hilft auch dem FC im Kampf um den Klassenerhalt. Und sollte beides gelingen, dürfte sich der Spanier für den nächsten Sommer selbst alle Türen öffnen: Ob beim FC oder woanders.

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