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Falls Gerhardt absagt: Bleibt Meyer im Erfolgsfall beim FC?


Der Transfer von Max Meyer zum 1. FC Köln könnte sich für beide Parteien binnen weniger Monate zu einer echten Win-Win-Situation entwickeln. Im Erfolgsfall würde sich dabei nicht nur der Verein aller Voraussicht nach in der Liga halten, auch der Spieler könnte seinen Marktwert wieder beträchtlich steigern. Dann wäre sogar eine längerfristige Zusammenarbeit beider Parteien über die Saison hinaus nicht auszuschließen. Vor allem, sollte sich Yannick Gerhardt dazu entschließen, beim VfL Wolfsburg zu verlängern. 

Köln – Dass Max Meyer eines Tages einen Vertrag beim 1. Köln unterschreiben würde, schien lange Zeit nicht nur unwahrscheinlich, sondern vielmehr ausgeschlossen. In der Saison 2017/18, als Meyer mit gerade einmal 22 Jahren nicht nur seine wohl stärkste Saison auf Schalke erlebte, sondern seinen Marktwert auch auf bis zu 20 Millionen Euro katapultierte, stieg der FC in die zweite Bundesliga ab. Meyer wähnte sich vor einem ablösefreien Wechsel zu einem internationalen Top-Klub, schien sich jedoch gemeinsam mit seinem Berater zum damaligen Zeitpunkt verpokert zu haben. So unterschrieb der Mittelfeldspieler Anfang August 2018 bei Crystal Palace, die ihre Premier League Saison zuvor auf dem elften Tabellenplatz abgeschlossen hatten.

Wirklich glücklich wurde Meyer auf der Insel allerdings nie. Zwar absolvierte der Offensivspieler mit 29 Einsätzen, drei Vorlagen und einem Tor eine anständige Debüt-Saison bei Crystal Palace, kam in der darauffolgenden Spielzeit jedoch schon deutlich weniger zum Einsatz. Vor dieser Saison wurde Meyer schließlich in die zweite Mannschaft abgeschoben und fand im Team von Trainer Roy Hodgson überhaupt keine Beachtung mehr. So nutzte der 1. FC Köln am Mittwoch die Gunst der Stunde, den durch Meyers Vertragsauflösung in England ablösefrei gewordenen Spieler unter Vertrag zu nehmen. Hilfreich war dabei sicherlich auch die Verbindung zu Horst Heldt, der den inzwischen 25-jährigen noch gut aus den gemeinsamen Schalker Zeiten kennt. Auch die Tatsache, dass Meyer den Geißböcken finanziell enorm entgegen gekommen ist und beim FC nur ein Bruchteil dessen verdient, was er in der Premier League an Gehalt bekommen hat, machte den Transfer erst möglich.

Wollen erster Ansprechpartner sein

Doch aktuell sind Meyer und der 1. FC Köln nur bis zum Ende der Saison vertraglich aneinander gebunden. Eine Tatsache, die insofern folgerichtig ist, als dass der Spieler erst einmal wieder unter Beweis stellen muss, dass seine Degradierung in England mehr zwischenmenschliche als sportliche Gründe hatte. Gleichzeitig müssen auch die Geißböcke, im besten Fall mit Meyers Hilfe, die Klasse halten, um überhaupt absehen zu können, wie sich der Verein finanziell in der kommenden Saison aufstellen kann. Eine Klausel, die den Vertrag beispielsweise bei einer bestimmten Anzahl an Einsätzen oder dem Klassenerhalt automatisch verlängert, gibt es nach GBK-Informationen nicht. Sollte Meyer am Ende einen großen Anteil daran haben, dass der FC in der Liga bleibt, dürften unlängst auch wieder andere Vereine auf den Spieler aufmerksam werden, die Meyer sportlich wie finanziell eine wohl bessere Perspektive bieten könnten. Allerdings ist auch nicht ausschließen, dass im Falle des Klassenerhaltes die Reise für Meyer beim FC weitergehen könnte. Schließlich geben die Geißböcke dem Spieler die Chance, sich in der Bundesliga noch einmal ins Schaufenster zu stellen und aus der sportlichen Sackgasse, in die Meyer hineingeraten ist, wieder herauszukommen. „Wenn Max seine Leistung bringt, wollen wir der erste Ansprechpartner sein, wie es mit ihm weitergeht“, bestätigte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle auf GBK-Nachfrage.

In diesem Fall könnte sich auch ein anderes Problem, auf dem die Kölner gerade sitzen, möglicherweise von selbst erledigen. Denn dass der FC daran interessiert ist, Yannick Gerhardt im Sommer ablösefrei unter Vertrag zu nehmen, ist inzwischen bekannt. Doch seit VfL-Trainer Oliver Glasner seit Beginn des Jahres wieder mehrheitlich auf das Kölner Eigengewächs in der Startelf setzt, könnte Gerhardt geneigt sein, bei den Wölfen zu verlängern. Schließlich ist die sportliche wie finanzielle Situation beim Europa League-Kandidaten aus Wolfsburg wohl die deutlich attraktive. Zwar könnte sich Gerhardt selbst gut vorstellen, in seine Heimat zurückzukehren. Allerdings dürfte sich die Ligazugehörigkeit der Kölner auch in den kommenden Wochen noch nicht endgültig geklärt haben. Gerhardt selbst hofft derweil auf eine zeitnahe Entscheidung, wie es mit ihm über den Sommer hinaus weitergehen wird. Daher soll sich der inzwischen 26-jährige nach Medienberichten bereits für einen Verbleib beim VfL entschieden haben. Beim FC allerdings weiß man noch nichts von einer endgültigen Entscheidung Gerhardts.

Letztendlich sind Max Meyer und Yannick Gerhardt zwar nicht die identischen Spielertypen. Beide jedoch können alle drei Positionen im zentralen Mittelfeld ausfüllen. Zwar ist Gerhardt der tendenziell defensivere Spieler für die klassische Sechs, allerdings hat Meyer in seiner stärksten Saison auf Schalke zum größten Teil im defensiven Mittelfeld überzeugt. Sportlich ausschließen würden sich beide Transfers dabei wohl nicht, finanziell könnte der FC im Sommer aber wohl nur eines der beiden Gehälter stemmen. So könnte ein sportlich überzeugender Max Meyer bei einer Absage von Yannick Gerhardt im Sommer noch einmal deutlich interessanter für den FC werden, als er es ohnehin schon ist.

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