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FC lehnte wohl 40-Millionen-Profi ab – Vertragslose Spieler als Lösung?


Horst Heldt steht beim 1. FC Köln erneut vor einer schwierigen Aufgabe. Der Geschäftsführer Sport muss in dem seit Samstag geöffneten Transferfenster zwischen finanziellem Risiko und dem wirtschaftlich wohl weitaus größeren Schaden eines möglichen Abstiegs abwägen. Geld für Ablösesummen wird der Klub nicht aufbringen können, selbst Leihgeschäfte gestalten sich schwierig. So könnte der 51-jährige auch ein Auge auf die aktuell vereinslosen Spieler werfen. Eine ehemaligen 40-Millionen-Euro Spieler sollen die Geißböcke derweil abgelehnt haben. 

Köln – Dem 1. FC Köln soll mit Danny Drinkwater ein zweimaliger Premier League Sieger angeboten worden sein. Laut Informationen des Portals Fußballtransfers.com sollen die Geißböcke jedoch frühzeitig abgeblockt haben. Drinkwater gewann 2009 mit Manchester United den Titel in der Premier League und wiederholte diesen Erfolg 2016 überraschend mit Leicester City. 40 Millionen überwies der FC Chelsea 2017 an die Foxes, wirklich glücklich wurde der ehemalige Nationalspieler dort aber nie. Nach zwei wenig erfolgreichen Leihen innerhalb der Premier League steht Drinkwater bei den Londonern weiter auf dem Abstellgleis und soll erneut verliehen werden. Chelsea soll dabei sogar bereit sein, einen erheblichen Teil des Gehaltes zu übernehmen. Doch beim FC passte der zentrale Mittelfeldspieler wohl nicht ins Anforderungsprofil.

Münchener Champions League Sieger vertragslos

Anders als viele andere ehemalige Top-Spieler besitzt Drinkwater bei Chelsea noch einen gültigen Arbeitsvertrag bis 2022. Die Liste jener Spieler, die zur Zeit allerdings ohne Arbeitgeber sind, ist aktuell so lang wie prominent. Mit einem geschätzten Marktwert von zehn Millionen Euro ist Diego Costa aktuell der wohl berühmteste Spieler, der seit dem 29. Dezember vereinslos ist. Zuletzt war der Torjäger für Atletico Madrid aktiv, kam in der Hinrunde allerdings nur noch sieben Mal zum Einsatz, fünf Mal davon als Joker. Nach einem angeblichen Zerwürfnis mit dem Trainerteam habe der Verein in beidseitigem Einvernehmen den Vertrag mit dem ehemaligen spanischen Nationalspieler schließlich aufgelöst.

Obwohl die Geißböcke aktuell dringend Verstärkung in der schwächelnden Offensive benötigen, ist der einstige 60-Millionen-Euro Transfer freilich keine Option am Geißbockheim. Genauso wenig wie Daniel Sturridge (zuletzt Trabzonspor) oder Jack Wilshere (zuletzt West Ham United), mit deren Gehalt man beim FC wohl gleich eine Handvoll Spieler bezahlen könnte. Einzig bei Mario Mandzukic, der 2013 mit den Bayern die Champions League gewann, könnte man sich eine Rückkehr in die Bundesliga vorstellen. Doch der seit Juli vereinslose Stürmer, der zuletzt in Katar aktiv war, dürfte selbst mit seinen 34 Jahren andere – vor allem finanzielle – Ansprüche haben, als mit dem FC gegen den Abstieg zu spielen.

Düsseldorf lehnte Kagawa ab

So werden sich die Kölner in den kommenden Tagen und Wochen wohl in anderen, weitaus niedrigeren Gefilden umsehen müssen. Während sich Union Berlin angeblich mit dem norwegischen Stürmer Kasper Junker beschäftigt, der den FK Bodø/Glimt mit 27 Toren zur norwegischen Meisterschaft geschossen hatte und sich damit den Torjägertitel sicherte, wird sich der FC mit günstigeren Alternativen zufrieden geben müssen. Doch auch die beiden Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, Schalke 04 und Mainz 05, dürften nach ähnlich günstigen Verstärkungen Ausschau halten. So sollen sich die Königsblauen mit dem aktuell vereinslosen Rechtsverteidiger Julian Korb auseinandersetzen. Der zuletzt bei Hannover 96 aktive 28-jährige käme mit der Erfahrung von 116 Bundesliga-Spielen daher. Ein Spieler, der ebenfalls für den 1. FC Köln interessant sein könnte. Denn mit einem soliden neuen Rechtsverteidiger könnte Marius Wolf auf seine stärkere Position in der Offensive zurückkehren. Neben Korb sind jedoch auch noch weitere ehemalige Bundesliga-Profis aktuell auf Vereinssuche. So sind die beiden ehemaligen Gladbacher Fabian Johnson und Raffael seit letztem Sommer ohne Arbeitgeber, dürften aufgrund ihrer Historie am Niederrhein beim FC aber keine Rolle spielen. Auch Stürmer-Oldie Vedad Ibisevic ist seit seinem Aus auf Schalke seit Beginn des Jahres ohne Verein. Mit dem routinierten Angreifer soll man sich am Geißbockheim für kurze Zeit beschäftigt haben, den Gedanken dann allerdings schnell wieder verworfen haben. Auch der ehemalige Dortmunder Top-Star Shinji Kagawa wartet aktuell noch auf einen neuen Verein. Der zentrale Mittelfeldspieler feierte mit dem BVB zwei deutsche Meisterschaften und stand zuletzt bei Real Saragossa unter Vertrag. Zuletzt soll sogar Fortuna Düsseldorf an dem inzwischen 31-jährigen interessiert gewesen sein. Eine Rückkehr nach Deutschland scheint also vorstellbar, allerdings dürfte der FC nach dem Transfer von Ondrej Duda im Sommer auf der Kagawa-Position keinen Bedarf haben.

Einer der interessantesten derzeit vertragslosen Spieler für den FC könnte derweil Richmond Boakye sein. Der 27-jährige Mittelstürmer war zuletzt bei Roter Stern Belgrad aktiv und schoss die Serben in der Saison 2018/19 mit 13 Toren in 15 Spielen quasi im Alleingang in die Champions League. Zuletzt hatte der einstige Stürmer von Juventus Turin jedoch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, die ihm in der laufenden Saison nur acht Spiele ermöglichten. Dennoch traf der Ghanaer in diesen Partien drei Mal und bereitete zwei weitere Tore vor. Seinen Vertrag wollte der ehemalige Nationalspieler jedoch nicht verlängern, sodass der Stürmer seit Beginn dieses Jahres vereinslos ist. Eine realistische Option dürfte der 27-jährige, der vom Stürmertypen her ähnlich zu Modeste ist, aber wohl trotzdem nicht werden.

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