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Fußball bleibt Ergebnissport – Gisdol korrigiert seinen Fehler


Der 1. FC Köln hat gegen die TSG 1899 Hoffenheim mitnichten eine schlechte Leistung gezeigt. Trotzdem kassierten die Kölner am Ende ihre dritthöchste Niederlage der Saison. Dabei musste Markus Gisdol schon nach einer halben Stunde seinen Aufstellungsfehler korrigieren. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Fußball eben doch ein Ergebnissport ist. 

Geschichte des Spiels: Markus Gisdol brauchte gegen die TSG 1899 Hoffenheim 30 Minuten, um seinen Fehler aus dem Spiel gegen Schalke wieder gut zu machen. Mit Kingsley Ehizibue und Sava Cestic schwammen die Geißböcke in der zweiten Halbzeit auf Schalke bedenklich, sodass es auch nur folgerichtig war, dass der zwischenzeitliche Ausgleich von Matthew Hoppe über der rechte Kölner Abwehrseite entstanden ist. Nach der Partie suchte der FC-Trainer auch sofort das Gespräch mit Youngster Cestic und sprach mit ihm über die entscheidenden Szenen im Abwehrverhalten. Während der Coach aber beispielsweise Jorge Meré nach seinem schwachen Spiel in Freiburg in der Folge sofort aus dem Kader verbannte, durften Cestic und Ehizibue gegen Hoffenheim wieder von Beginn an ran. Mit fatalen Folgen: Erneut brachte das Duo keine Stabilität in der Defensive. Vielmehr verursachte Cestic bereits in der siebten Minute den Handelfmeter zur Hoffenheimer Führung. Auch vor dem 0:2 war das Talent mit seiner verunglückten Kopfballabwehr in die Mitte nicht unbeteiligt. Nach einer halben Stunde erkannte Gisdol schließlich seinen Fehler und hatte von Cestic und Ehizibue an diesem Tag genug gesehen. Für die beiden kamen Jan Thielmann und Meré in die Partie, woraufhin der FC defensiv deutlich stabiler stand.

Das Ergebnis: 0:3 klingt nach einer deutlichen FC-Niederlage im Kraichgau. Allerdings zeigten die Geißböcke über weite Strecken des Spiels einen deutlich ansehnlicheren Fußball als in den vergangenen Wochen. Spielerisch schien sich der FC durchaus entwickelt zu haben, allerdings sprechen nur zwei herausgespielte Chancen (Ehizibue nach einem langen Pass von Skhiri und Modeste nach einer Drexler-Flanke) erneut eine deutliche Sprache, wie schwer sich die Geißböcke nach wie vor in der Offensive tun. Während die Kölner vor wenigen Tagen auf Schalke noch in allen Statistiken außer der Laufleistung unterlegen waren, zeigte sich am Sonntagabend ein umgekehrtes Bild. Der FC hatte im Vergleich zur TSG mehr Ballbesitz sowie die bessere Pass- und Zweikampfquote. Am Ende stand auf der Anzeigetafel trotzdem eine drei bei Hoffenheim und eine Null beim FC.

Statistik des Spiels: Anthony Modeste wurde gegen seinen Ex-Verein zum erst zweiten Spieler der Bundesligageschichte, der in einem Spiel sowohl einen Elfmeter verschuldete, als auch einen verschoss.

Duell des Spiels: Zwei Mal hieß das Duell des Spiels am Sonntag Timo Horn gegen Andrej Kramaric. Zwei Mal setzte sich der Angreifer gegenüber des Kölner Schlussmanns durch. Zunächst verlud der Kroate Horn geschickt durch sein bekanntes verzögertes Anlaufen und chippte den Ball schließlich lässig in die Mitte. Bei seinem zweiten Elfmeter schickte er den Keeper ebenfalls in die falsche Ecke und vollendete ins linke Eck. Mit seinen beiden Treffern und den drei Toren aus dem Hinspiel hat Kramaric nun in dieser Saison alleine fünf seiner zwölf Tore gegen den 1. FC Köln erzielt. Zum Vergleich: Bei den Kölnern ist nach wie vor Ellyes Skhiri mit insgesamt drei Treffern in 18 Spielen der erfolgreichste Torjäger.

Zitat des Spiels: „Ich gehe den Tenor der Spieler hundertprozentig mit: Dumm verteidigt.“ (Markus Gisdol)

Einwechslung des Spiels: Die Zeit von Jorge Meré beim 1. FC Köln gleicht einem ständigen Auf und Ab. Während der Spanier zu Saisonbeginn erneut weitestgehend außen war, schaffte es der Innenverteidiger durch starke Leistungen zum Jahresende hin wieder auf sich aufmerksam zu machen. Doch nur ein schwaches Spiel gegen den SC Freiburg, bei dem die gesamte Mannschaft gemeinschaftlich unterging, reichte Markus Gisdol, um den 23-jährigen wieder komplett zu degradieren und für zwei Spiele aus dem Kader zur streichen. Gegen Hoffenheim brauchte der FC-Trainer den Abwehrspieler schließlich aufgrund der Verletzung von Rafael Czichos und der schwachen Leistung von Sava Cestic wieder. Der Spanier kam beim Stand von 0:2 nach einer halben Stunde ins Spiel und ließ sich von seiner Degradierung auf dem Platz nichts anmerken. Vielmehr stabilisierte Meré die Defensive und sorgte dafür, dass Hoffenheim aus dem Spiel heraus zu keiner wirklich gefährlichen Chance mehr kam. Für Markus Gisdol dürfte die Leistung von Meré ein klares Zeichen gewesen sein: Der Trainer kann sich trotz aller Gerüchte um die Wechselabsichten des Spaniers auf seinen Innenverteidiger verlassen.

Erkenntnis des Spiels: Selbst ein vermeintlich dreckiger Sieg im Abstiegskampf wie jener gegen Schalke 04 kann dem 1. FC Köln momentan nicht den nötigen Aufwind geben, um sich aus dem Tabellenkeller freizuschwimmen. Nach der unterirdischen Vorstellung in Freiburg zeigten sich die Kölner gegen die Hertha und auf Schalke zumindest leicht verbessert, fuhren aber vergleichsweise glücklich vier Punkte ein. Gegen Hoffenheim lieferte der FC schließlich ein durchaus ordentliches Fußballspiel ab, und trotzdem standen die Kölner am Ende mit leeren Händen da. Zwar betonen die Verantwortlichen am Geißbockheim immer wieder, dass nicht nur die Ergebnisse zählen würden, sondern vor allem die Art und Weise des Auftretens. Doch letztendlich muss man auch beim FC erkennen: Fußball ist und bleibt ein Ergebnissport.

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