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Ginczek kommt nicht! FC-Bosse suchen Transfer-Lösung


Der 1. FC Köln sucht nach einem Angreifer, der in der Rückrunde den Unterschied im Klassenerhalt ausmachen könnte. Der Transfermarkt gibt nicht viele Optionen her, schon gar keine, die die Geißböcke finanzieren könnten. Auch wegen des Geldes wird Daniel Ginczek nach GBK-Informationen nicht zum FC wechseln. Doch der Stoßstürmer des VfL Wolfsburg entspricht auch nicht dem Spielertypen, nach dem Sportchef Horst Heldt sucht.

Köln – Als der Geschäftsführer Sport am Tag nach dem 2:1-Sieg auf Schalke über potentielle Neuzugänge sprach, hielt er sich genauso zurück wie in den letzten Tagen und Wochen auch. Es gebe nichts Neues, man klopfe den Markt ab, man suche nach finanziellen Lösungen, man wolle in den nächsten Tagen entscheiden, ob überhaupt etwas möglich sei.

Im Falle des FC ist dies nicht nur eine Diskussion zwischen den Geschäftsführern Heldt und Alexander Wehrle, sondern auch mit dem Vorstand und im Gemeinsamen Ausschuss (GA). Das siebenköpfige Gremium ist es auch, das einen möglichen Transfer wird absegnen müssen. Derzeit ist sich der GA nach GBK-Informationen noch uneins, ob der FC überhaupt etwas im Winter machen sollte. Der Grund: die Unwägbarkeiten des restlichen Saisonverlaufs, die sich allesamt auf die finanzielle Lage des Klubs auswirken werden. Der sportliche Erfolg steht über allem, wegen der Liga-Zugehörigkeit, aber auch wegen der TV-Tabelle und der Frage, wie viel Geld der FC in 2021/22 aus dem großen Topf bekommen wird; die Zuschauer-Frage, weil die Geißböcke mit dem Worst-Case-Szenario rechnen müssen, dass kein einziger zahlender Fan mehr in dieser Saison ins Stadion kommen wird; der DFB-Pokal, in dem die Kölner eine reale Chance haben in Regensburg zu gewinnen und ins Viertelfinale einzuziehen – Millioneneinnahmen inklusive; die noch immer offene Pachtfrage für das Stadion mit der Stadt Köln, bei der es um mehrere Millionen Euro mehr oder weniger geht.

Auch weil gerade letztere Frage noch immer nicht geklärt ist, tendiert insbesondere der Vorstand offenbar dazu eher das wenige vorhandene bzw. eingesparte Geld (z.B. aus dem Einzug ins Pokal-Achtelfinale oder den Sörensen- und Clemens-Trennungen) zusammenzuhalten, statt in einen neuen Spieler auszugeben. Während Trainer Markus Gisdol und Sportchef Heldt lieber noch einen Offensivspieler verpflichten würden, um die Wahrscheinlichkeit auf den Klassenerhalt zu erhöhen, geht es auf Vereinsebene um die Abwägung von Chancen und Risiken. Eine Garantie gibt es nicht, dass ein neuer Spieler den FC zum Bundesliga-Verbleib schießen würde. Doch die Offensivprobleme sind mehr als offensichtlich und der Klassenerhalt für die Geißböcke in diesem Jahr wichtiger denn je – und daher auch mit dem Auftrag verbunden, im Zweifel noch einmal etwas mehr ins Risiko zu gehen, um dieses Ziel zu erreichen.

Ginczek zu teuer – und nicht der richtige Spielertyp

Im Sommer 2020 lag Horst Heldt mehrfach mit seinen Transfers daneben, Dimitris Limnios und Tolu Arokodare konnten dem FC bislang kein Stück weiterhelfen. Es müsste also ein Spieler her, der den FC aus dem Stand weiterbringen würde und keine Eingewöhnungszeit bräuchte. Das Kölner Interesse an Daniel Ginczek ist inzwischen bekannt, der FC klärte ein Interesse des Spielers sowie finanzielle Möglichkeiten mit dem VfL Wolfsburg ab. Doch nach GBK-Informationen ist der Stoßstürmer aus dem Rennen. Erstens, weil er für die Geißböcke letztlich nicht zu finanzieren gewesen wäre. Zweitens aber auch, weil Heldt und Gisdol zu dem Entschluss gekommen sein sollen, einen anderen Spielertyp zu bevorzugen, der nicht nur auf die zentrale Position im Sturmzentrum beschränkt ist, sondern mehrere Rollen in der Offensive spielen kann.

Ob sie einen solchen Spieler bis zum 31. Januar finden werden, bleibt abzuwarten. Doch auch, wenn es am Geißbockheim niemand ansprechen will, muss der FC auch noch eine andere Unwägbarkeit in Betracht ziehen. Markus Gisdol steht seit Monaten unter Druck, auch der Sieg auf Schalke hat ihn nicht dauerhaft befreit. Der Cheftrainer bleibt unter Beobachtung und muss in den kommenden Wochen weiter liefern. Sollte es schief gehen, Neuzugang hin oder her, müsste der FC im Zweifel auch noch in der Lage sein einen Trainerwechsel zu finanzieren. Das will zwar niemand von den Verantwortlichen. Ausschließen kann es jedoch ebenfalls niemand. Und so muss die finanzielle Planung bis zum Ende der Saison auch diesen Posten zumindest als Szenario berücksichtigen.

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