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Gisdol verteidigt Offensivspiel: „Haben das bewusst in Kauf genommen“


Wie will der 1. FC Köln gegen den SC Freiburg am Samstag zum Torerfolg kommen? Die vergangenen drei Bundesliga-Partien blieben die Geißböcke jeweils ohne eigenen Treffer. Markus Gisdol nahm seine Mannschaft derweil in Schutz und gab zu, in den letzten Wochen das Augenmerk vornehmlich auf die Defensivarbeit gerichtet zu haben. Das ging dabei bewusst zu Lasten der eigenen Torgefahr. 

Köln – Der 1. FC Köln hat in der laufenden Saison bereits viel Kritik für sein lahmendes Offensivspiel einstecken müssen. Durch die zwei Siege und das beachtliche Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg flachte die Diskussion um die fehlende Torgefahr zwar zunächst ab, doch spätestens der offensiven Offenbarungseid beim 0:1 gegen den FC Augsburg hat die Probleme der Geißböcke noch einmal offen gelegt.

Gisdol vermisst den Killerinstinkt

Markus Gisdol schien diese Diskussion um seine Mannschaft in den vergangenen Tagen durchaus beschäftigt zu haben, holte er doch auf der Spieltags-Pressekonferenz vor dem Duell mit dem SC Freiburg in dieser Hinsicht weiter aus. „Wir haben in den letzten Wochen deutlich an Stabilität in der Defensive dazu gewonnen. Das ist ein bisschen zu Lasten der Offensive gefallen“, gab der Trainer dabei zu. Nach den zahlreichen vermeidbaren Gegentoren im ersten Drittel der Saison galt der Fokus der Geißböcke also zunächst der Sicherheit im Abwehrverbund. Eine durchaus nachvollziehbare Handlung im Abstiegskampf, schließlich können die Kölner aktuell von sich behaupten, unter den letzten sieben Mannschaften der Liga aktuell die wenigstens Gegentreffer kassiert zu haben. Die andere Seite der Medaille zeigt aber auch, dass der FC mit nur 13 eigenen Toren die drittwenigsten Treffer aller Bundesligisten erzielen konnte. „Wir haben bewusst in Kauf genommen, dass wir erstmal offensiv auf das ein oder andere verzichten“, erklärte Markus Gisdol am Donnerstag. Vor allem an der schwachen Passquote (77,8 %, Platz 18 in der Liga) und dem Erkennen von Gelegenheiten will der Trainer nun in den kommenden Wochen vermehrt arbeiten. „Wenn der Gegner organisiert ist, wollen wir geordnet nach vorne spielen und eine gute Passquote daraus entwickeln. Wenn der Gegner unsortiert ist, fehlt mir manchmal der entscheidende Killerinstinkt, den Ball direkt steil nach vorne zu spielen. Stattdessen spielen wir noch einmal quer und zurück, das gibt dem Gegner dann natürlich die Zeit sich zu sortieren“, monierte Gisdol.

Ob Markus Gisdol am Samstag in Freiburg erstmals in dieser Bundesliga-Saison auf Anthony Modeste von Beginn an setzen wird,  ließ sich der Trainer am Donnerstag allerdings noch offen. Ausschließen wollte er einen erneuten Versuch mit Ondrej Duda als falsche Neun allerdings ebenfalls nicht, denn „es darf aber nicht dahingehen, dass wir wieder offensiver aufstellen und gleichzeitig die Abwehr entblößen, weil wir nicht alle richtig gut gegen den Ball arbeiten“, erklärte der 51-jährige. Letztendlich wird es jedoch auch darauf angekommen, ob es der Mannschaft gelingt, bereits aus der Abwehrreihe und dem defensiven Mittelfeld heraus einen geordneten Spielaufbau zu kreieren und seine Passquote merklich zu erhöhen. Damit könnte der FC am Ende selbst dafür sorgen, dass die Kritik am Offensivspiel immer weiter verstummt.

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