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Perspektiv-Frage für Meyer und Ondoua? Aehlig geht im Februar


Die Personalie Max Meyer zeigt, in welcher Situation sich der 1. FC Köln nicht nur in dieser Saison, sondern über diese Spielzeit hinaus befindet. Finanziell sind die Geißböcke angeschlagen, sportlich in einer Phase der Unsicherheit zwischen Hoffnung auf den Klassenerhalt und Abstiegsangst. Das beeinflusst auch die Kaderplanung für 2021/22. 

Köln – Dass der 1. FC Köln im Sommer 2021 sein Augenmerk auf ablösefreie Spieler richten wird, ist längst klar. Das (vergebliche) Interesse an Yannick Gerhardt zeigte dies bereits. Auch das neueste Gerücht, der FC beschäftige sich mit Gaël Ondoua von Servette Genf, passt dazu. Nach Informationen von Fussballtransfers.com gehören die Geißböcke zu den Interessenten an dem 25-jährigen. Der Kameruner ist im defensiven Mittelfeld zuhause und wäre – wie kann es anders sein – dank eines auslaufenden Vertrags im Sommer 2021 ablösefrei zu haben.

FC an Ondoua interessiert – eine Frage des Klassenerhalts?

Doch wie es ebenso nicht anders sein kann, befindet sich der FC in einer gänzlich schlechten Verhandlungsposition. Noch auf Wochen hinweg werden die Geißböcke keinem potentiellen Spieler sagen können, in welcher Liga man nächste Saison spielen wird. Nicht Gaël Ondoua, nicht Yannick Gerhardt (der sich auch deshalb gegen eine Rückkehr entschied) und auch nicht Salih Özcan oder Max Meyer, mit denen man gerne über die Saison hinweg zusammenarbeiten würde. Auch mit Meyer, der zwar finanziell im Falle einer Verlängerung ein Vielfaches dessen verdienen würde, was er aktuell kassiert (250.000 Euro für fünf Monate).

Meyer wäre prädestiniert, um im Sommer beim FC im Falle des Klassenerhalts eine Art Paradigmenwechsel in Angriff zu nehmen. Weg vom Zerstörer-Fußball, hin zum gepflegteren Fußball, kein Hurra, aber immerhin etwas, das die dann in die Stadien zurückkehrenden Zuschauer lieber sehen würden als das, mit Verlaub, Gerumpel der letzten Monate. Meyer soll schon in den nächsten Wochen dafür sorgen, und wenn sich diese Verbindung als glücklich erweist, will man weiter zusammenarbeiten. Zumindest sieht man dies am Geißbockheim so. „Max und wir wollen erst einmal sehen, wie die Sache anläuft“, sagte Horst Heldt am Freitag. „Unser Ziel ist es in der Liga zu bleiben.“ Und dann fügte der Sportchef entscheidend an: „Das ist elementar wichtig für alle. Da nimmt man sich berechtigterweise die Zeit. So werden wir das handhaben müssen.“

Heißt: Erst, wenn der FC die Sicherheit der Ligazugehörigkeit hat, wird der Klub in ernsthafte Gespräche mit allen Beteiligten einsteigen können. Bei Meyer, Ondoua und allen weiteren Optionen, die man sich für eine bessere Zukunft beim FC vorstellen kann.

„Mitte Februar“: Aehlig vor Abschied

Eine Zukunft, die definitiv nicht mehr in den Händen von Frank Aehlig liegen wird. Der Noch-Lizenzspielerleiter wird nach der laufenden Transferperiode die Geißböcke in Richtung Red-Bull-Imperium verlassen. Allerdings noch nicht mit dem 1. Februar, wie Heldt bestätigte. „Frank wird uns noch nicht am Wochenende verlasen. Wir sind in den finalen Gesprächen, wann das genau sein wird.“ Heldt nannte „Mitte Februar“ als Zeitraum, wann die Übergabe an Aehligs Nachfolger Lukas Berg abgeschlossen sein soll. Den jungen Erben der Position lobte Heldt für die bisherige Eingewöhnungsphase. „Ich bin sehr zufrieden, wie es bisher anläuft.“ Doch Berg wird ohnehin eher administrativ tätig werden und nicht in der direkten Kaderplanung. Diese wird in Heldts Händen sowie jenen des neuen Chefscouts Martin Schulz liegen.

Kiel und Darmstadt wollten Drexler

Ob Dominick Drexler dann noch eine zentrale Rolle spielen wird, ist offen. Aktuell jedoch haben die Geißböcke allen Wechseln des 30-jährigen einen Riegel vorgeschoben. Der offensive Mittelfeldspieler war mit Hannover 96 in Verbindung gebracht worden. Tatsächlich haben aber nach GBK-Informationen vor allem Holstein Kiel und der SV Darmstadt 98 in den letzten Wochen ihre Fühler nach Drexler ausgestreckt. Ausgerechnet Kiel und Darmstadt: Bei den Störchen hatte sich Drexler einst ins Kölner Blickfeld geschossen – und zwar unter Markus Anfang, der ihn anschließend zum FC holte und heute Trainer bei den Lilien ist. Doch keiner der beiden Klubs wäre auch nur ansatzweise in der Lage gewesen Drexlers Gehalts- noch Kölns Ablöse-Forderungen zu erfüllen. Und so schob der Klub den Anfragen einen Riegel vor. Drexler bleibt zumindest bis zum Sommer und soll mithelfen, dass der FC spätestens zum Ende der Saison in den Poker um ablösefreie Spieler einsteigen kann, die mit den Geißböcken künftig Bundesliga-Fußball spielen wollen.

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