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Trainer-Ultimatum? „Markus Gisdol sitzt am Samstag auf der Bank“


Markus Gisdol wird am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Hertha BSC auf der Trainerbank des 1. FC Köln sitzen. Das hat Horst Heldt am Tag nach der 0:5-Klatsche beim SC Freiburg bestätigt. Darüber hinaus wollte der Sportchef aber keine Jobgarantie mehr abgeben und machte deutlich, dass sich durch die Niederlage im Breisgau etwas verändert habe. Trainer und Mannschaft haben damit wohl nur noch die nächste Woche Zeit eine entsprechende Reaktion zu zeigen. 

Köln – Für Horst Heldt wäre in den letzten Monaten nur dann ein Trainerwechsel in Frage gekommen, wenn er das Gefühl gehabt hätte, dass es zwischen Übungsleiter und Spielern nicht mehr gestimmt hätte, wenn die Profis dem Trainerteam nicht mehr gefolgt wären und wenn es eine unüberbrückbare Kluft zwischen Coach und Mannschaft gegeben hätte. In 2020 hielt Heldt deshalb stets zu Gisdol, selbst während der monatelangen Sieglos-Serie. Heldt glaubte daran, dass mit dem 51-jährigen die Wende noch zu schaffen sei.

Im Dezember sah sich der Sportchef dann bestätigt: Der FC holte acht Punkte aus fünf Spielen, zeigte sich defensiv verbessert und taktisch weiterentwickelt. Die Geißböcke spielten in Dreier- und Viererkette endlich stabil, das Mittelfeld mit einem Sechser und zwei Achtern funktionierte zumindest gegen den Ball. Einzig, und das blieb das riesige Manko, existierte weiterhin kein Offensivspiel. „Was uns in den letzten Wochen ausgezeichnet hat, war das intensive Verteidigen – zwar zu Lasten der Offensive, aber es hat uns auf Kurs gebracht“, sagte Heldt am Tag nach dem 0:5 in Freiburg. „Gestern haben wir all das nicht gezeigt. Und das auf eine Weise, wie ich es hier noch nicht erlebt habe.“

Gestern hat die Mannschaft zum ersten Mal vermissen lassen, was wir von ihr erwarten

Heldt stand den Medienvertretern im Franz-Kremer-Stadion Rede und Antwort, und mehrfach betonte er, dass er eine solche Leistung der Mannschaft erstmals in seiner Amtszeit als Sportchef gesehen habe. Ein Hinweis darauf, dass dieses Debakel in Freiburg offenbar etwas verändert hat. Heldt kündigte daher Veränderungen für die kommende Woche an und betonte: „Es wird darauf ankommen, wie die Mannschaft am Samstag gegen Hertha BSC agieren wird.“ Dies bezog sich jedoch nicht nur auf die Spieler, sondern auch auf den Trainer. Denn Heldt vermied ein vehementes Bekenntnis zum Trainer, wie er es in 2020 mehrfach abgegeben hatte. Vielmehr sagte Heldt: „Markus Gisdol wird am Samstag auf der Bank sitzen. Wir halten daran fest, solange wir davon überzeugt sind. Gestern hat die Mannschaft zum ersten Mal vermissen lassen, was wir von ihr erwarten. Deswegen müssen wir hinterfragen, warum das der Fall war.“

Wer sich nicht hinterfragt, wird in diese Richtung geschoben

Spieler und Trainer werden also in der nächsten Woche liefern müssen, zunächst auf dem Trainingsplatz und dann am Samstag ab 15.30 Uhr in Müngersdorf gegen Hertha BSC. Dieses Spiel dürfte darüber entscheiden, wie es mit Gisdol, aber auch mit einzelnen FC-Profis weitergehen wird. „Die Mannschaft war sehr gut auf den Gegner vorbereitet. Sie hat es aber nicht umgesetzt“, sagte Heldt zum Freiburg-Desaster. Eigentlich ein Lob für Gisdols Vorarbeit, aber auch verbunden mit der Frage, warum die Spieler ihren Trainer anschließend im Stich ließen. „Jeder Einzelne muss sich hinterfragen. Und wer sich nicht hinterfragt, wird in diese Richtung geschoben“, sagte Heldt und machte damit klar, dass sich der Ton am Geißbockheim in den kommenden Tagen verändern dürfte.

Bereits vor dem Spiel, am Freitag vor der Abreise nach Freiburg, waren drei Spieler aussortiert und in die U21 geschickt worden, die schon zuvor keine Rolle gespielt hatten (Clemens, Sörensen und Voloder – mehr dazu hier). Im nächsten Schritt dürfte es nicht mehr nur um die Hinterbänkler im Kader gehen, sondern um die vermeintlichen Stammspieler, die es am Samstag an allem vermissen ließen. Das geschieht weiterhin in Abstimmung mit Gisdol. „Markus und ich haben uns heute früh über den Gang der nächsten Tage ausgetauscht“, sagte Heldt. „Markus war genauso enttäuscht und sauer. Jetzt müssen wir schauen, ob das auch die anderen so sehen.“ Und ob es mit Blick auf das Spiel gegen Hertha eine Reaktion aller Beteiligten geben wird.

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