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Castrop nach U21-Debüt: Sechs Kilo Muskeln für das große Ziel


Am Samstag hat Jens Castrop sein Debüt für die U21 des 1. FC Köln in der Regionalliga gegeben. Der erst 17-jährige wurde im Lokalderby gegen Fortuna Köln in der Schlussphase eingewechselt. Die Niederlage konnte der Mittelfeldspieler zwar nicht abwenden. Doch nach vier Monaten ohne Spielpraxis war der Einsatz die Belohnung für harte körperliche Arbeit im Lockdown, durch die er sechs Kilo Muskelmasse zugenommen hat.

Köln – Als Jens Castrop im vergangenen Sommer mit den Profis des 1. FC Köln in Donaueschingen im Trainingslager weilte, machte er keinen Hehl daraus, dass die Bundesliga mit dem FC das große Ziel für ihn sei. Nach einer beachtlichen Entwicklung in der U17 stand er zwar gerade erst vor seinem ersten Jahr bei den A-Junioren. Doch Castrop gilt als eines der größten Talente im Nachwuchs der Geißböcke.

Wir waren alle sehr gefrustet

Umso bitterer war für den 17-jährigen der frühe Unterbruch in der A-Junioren-Bundesliga nach nur drei Spieltagen. Seit Ende Oktober 2020 konnte Castrop kein Pflichtspiel mehr absolvieren, nur mit der U19 trainieren. Und dann kam auch noch die Absage der UEFA Youth League, zu der er mit der Mannschaft von Stefan Ruthenbeck hätte nach Glasgow reisen sollen. „Wir waren alle sehr gefrustet, weil wir uns seit Monaten gefreut haben uns international zeigen zu können. Das wäre für uns alle und den FC eine riesige Sache gewesen“, sagte Castrop dem GEISSBLOG.KOELN. „Für mich waren die Monate ohne Spiele sehr hart. Ich lebe vom Wettkampf. Klar bringen die Abschlussspiele im Training einen weiter, aber das ist nicht vergleichbar mit der Meisterschaft, wenn man jedes Wochenende ein Ziel vor Augen hat. Das war immer das Highlight meiner Woche.“

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Nun hat Castrop dieses Ziel wieder vor Augen. Seit einer Woche trainiert der Mittelfeldspieler bei der U21 von Mark Zimmermann und soll auch dabei bleiben. Schon am Samstag gegen Fortuna Köln rückte er in den Kader, weil sich Georg Strauch verletzt hatte und ausfiel. Castrop kam für die letzten zehn Minuten ins Spiel und sollte noch einmal für den einen oder anderen Überraschungsmoment sorgen. Doch letztlich ging das Lokalderby mit 1:2 verloren. Dennoch war der Einsatz für Castrop ein wichtiger Moment. „Es war eine gute Erfahrung. Die Fortuna war körperlich deutlich stärker. Da will man sich trotzdem mit allem reinwerfen, was man hat.“

Genau daran hatte Castrop zuletzt hart gearbeitet. Zwar gab es in den vergangenen Monaten keine Pflichtspiele, doch fand man den 17-jährigen fast täglich im Kraftraum. Der Junioren-Nationalspieler hatte im Trainingslager im vergangenen Sommer bei den Profis gemerkt, dass ihm muskulär noch das eine oder andere Kilo fehlte. Entsprechend nutzte er die spielfreie Zeit, um sich weiterzuentwickeln. „Ich konnte die Monate gut nutzen. Ich wollte körperlich zulegen, weil das auf meiner Position im Herrenfußball nötig ist“, sagte Castrop im Gespräch mit dem GEISSBLOG. „Ich bin von 69 auf 75 Kilo gesprungen und will mich auf diesem Level jetzt erst einmal halten.“

Castrops Chance: Profi-Kader auf seinen Positionen vor Umbruch

Sechs Kilo Muskelmasse für das große Ziel, sich den Profis des 1. FC Köln anzunähern. Nun trainiert und spielt Castrop erst einmal weiter mit der U21. Doch der 17-jährige hat ein klares Ziel: Ab der nächsten Saison möchte der im zentralen Mittelfeld variabel einsetzbare Rechtsfuß möglichst dauerhaft dem Profi-Kader angehören. Das könnte ihm womöglich auch gelingen, denn auf seinen Positionen im zentralen Mittelfeld gibt es viele Fragezeichen. Ellyes Skhiri hat zwar noch bis 2023 Vertrag, gilt aber als einer der Kandidaten für den Fall, dass der FC mit Verkäufen Transfereinnahmen generieren muss. Die Verträge von Marco Höger, Salih Özcan, Elvis Rexhbecaj und Max Meyer laufen Stand jetzt aus. Dominick Drexlers Zukunft ist trotz Vertrags bis 2022 nach dem Vorfall mit den Ultras ungeklärt. Und so sind aktuell nur Jonas Hector und Ondrej Duda im zentralen Mittelfeld für die kommende Saison fix. Was nach einem großen Umbruch aussieht, könnte daher für Castrop zu einer großen Chance werden. Körperlich hat er sich für diese Herausforderung schon einmal bereit gemacht.

8 Kommentare
  1. Marc L. Merten says:

    Hallo Leute,
    herzlich Willkommen zurück in unserem alten und neuen Kommentarbereich. Ab sofort könnt Ihr endlich wieder wie in der Vergangenheit diskutieren.

    Ein paar Änderungen gibt es. Die allermeisten werdet Ihr gar nicht spüren und sehen, weil sie im Hintergrund passiert sind. Wichtig für Euch sind nur zwei Dinge:

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    In diesem Sinne: Willkommen zurück in unserem Kommentarbereich!

    Herzliche Grüße
    Marc

    moderated
    • Marc L. Merten says:

      Wydra trainiert bei der U19, ja. Stefan Ruthenbeck hat das gut erklärt. Ich habe mit ihm am Samstag länger gesprochen und er meinte sinngemäß: Es macht keinen Sinn alle Top-Talente in die U21 oder die Profis hochzuziehen, wenn sie dort dann in einem übergroßen Trainingskader versauern, während bei der U19 durch das Wegfallen der besten Talente das Trainingsniveau deutlich sinken würde. Davon hätte niemand etwas.

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  2. kalla lux says:

    Danke für die Info Marc.
    Hört sich nach einem tollen Kerl an.
    Ich mag Spieler a la CR7 oder David, denen zwar Talent gegeben ist und dann trotzdem an sich arbeiten.
    Was ich allerdings skeptisch sehe ist unser aktuelle Trainer.
    Der nun wirklich nicht gerade ein Rohdiamant Schleifer ist, sondern eher ein Grobmotoriker
    im Umgang mit Spielern

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